Piratenpartei im Kreis Konstanz sieht Schlechterbehandlung bei Büllefest und Verkaufssonntag

Radolfzeller Verkaufssonntag ohne Stände von Parteien – In Moos nur Politiker aus etablierten Parteien ausdrücklich eingeladen

Radolfzell/Moos. Am ersten Sonntag im Oktober starten Radolfzell und die Höri mit einem Verkaufssonntag und dem traditionellen Büllefest in den goldenen Oktober. Die Piratenpartei im Kreis Konstanz wäre gern mit einem Informationsstand dabei gewesen, politische Werbung ist aber nicht erwünscht. Dass in diesem Spätsommer der Landtagswahlkampf begonnen hat, ändert an den Haltungen der Veranstalter nichts. Benachteiligt fühlen sich die Piraten aber, weil Abgeordnete anderer Parteien offizielle Einladungen zum Büllefest erhalten haben.

Verkaufsoffene Sonntag „Musik uff de Gass“

Der verkaufsoffene Sonntag „Musik uff de Gass“ in Radolfzell und das „Bülle-Fest“ in Moos, die beide am Sonntag, 3. Oktober, stattfinden, strahlen weit über die Region hinaus. „Gemeinsam für die Region werben, gemeinsam für eine Region stark machen“, werben die Veranstalter. Sie freuen sich auf möglichst viele Gäste bei „Musik uff de Gass“ und beim „Bülle-Fest“. In Radolfzell öffnen mehr als 90 Fachgeschäfte und mehr als 30 Musikgruppen spielen in der Altstadt und über die Seemeile bis zum seemaxx auf.

Keine politische Werbung erwünscht

Nicht so Recht freuen kann sich aber die Piratenpartei. Die Mitglieder des Kreisverbands Konstanz bedauern, dass weder beim verkaufsoffenen Sonntag in Radolfzell am 3. Oktober noch beim Büllefest in Moos Stände von politischen Parteien erlaubt sind. Nach Meinung der Piratenpartei wären sowohl der Verkaufsoffenen Sonntag und als auch das traditionelle Büllefest Treffpunkte, an denen sich Parteien und Politiker nah an den Menschen präsentieren könnten. Der Verkaufssonntag und das Büllefest wären Gelegenheiten, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Piratenpartei sieht sich als zweite Wahl

Die Piratenpartei, die erstmals zur Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg, antritt, zeigte sich vor allem angesichts der Aussage des Ordnungsamtes der Ortsverwaltung in Moos überrascht. Die teilte schriftlich mit: „Gleichwohl sind die aktuellen Abgeordneten des Bundes- bzw. Landtages aus dem Landkreis zu dem Fest eingeladen.“ Offenbar gilt die Einladung aber nur für Politiker etablierter Parteien.“ Die Piraten fühlen sich als als Partei zweiter Wahl und schlechter behandelt. „Eine unpolitische Veranstaltung hätte ich verstanden, aber die aktuellen Abgeordneten den möglichen zukünftigen so deutlich vorzuziehen, verstehe ich nicht“, sagte Ute Hauth, Landtagskandidatin für den Wahlkreis Konstanz, zu dem auch Radolfzell und Moos gehören.

Abgeordnete zu Büllefest eingeladen

Jürgen Graf, Leiter des Ordnungsamtes in Moos, sagte see-online, das Büllefest sei ein Markt und kein Volksfest. Eine Marktordnung regle, was zugelassen sei und was nicht. Erlaubt sind Stände, an denen selbst erzeugtes Gemüse verkauft werden dürfe. Die Gemeinde wolle den Charakter des Büllefests erhalten. Deswegen gebe es zum Beispiel auch keine Karussells. Traditionell eingeladen würden die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis. Dass sie Grußworte halten, sei eher unüblich.

Politikfreier Verkaufssonntag

Auch in Radolfzell ist politische Werbung beim Verkaufssonntag nicht erwünscht. „Wir haben für diesen Tag eine Sondernutzung“, sagte Beate Grünwald von der Aktionsgemeinschaft Radolfzell. Anfragen von anderen Parteien habe es nicht gegeben. Infostände von Parteien passten auch nicht zum Einkaufssonntag mit Musik und Autoshow.

Die Piratenpartei sammelt derzeit noch Unterstützerunterschriften für die Landtagswahl. In Baden-Württemberg müssen noch nicht im Parlament vertretene Parteien 10.500 amtlich beglaubigte Unterschriften vorlegen, um überhaupt an der Landtagswahl teilnehmen zu können.

Ein Kommentar to “Piratenpartei im Kreis Konstanz sieht Schlechterbehandlung bei Büllefest und Verkaufssonntag”

  1. Bruno Neidhart
    1. Oktober 2010 at 18:48 #

    Es ist zu hoffen, dass die Piraten aus Ärger nicht vom See her das „Büllefescht“ in Moos angreifen! Was an einem Verkaufsoffenen Sonntag vielleicht (?) noch angehen könnte – politisches Werben -, hat mit einem ländlichen Zwiebelmarkt nun endgültig nichts zu tun. Wenn Bundes- oder Landtagsabgeordnete eigeladen sind, entspricht das einer politisch harmlosen, netten, landläufigen Tradition. Sollte es etwa dereinst piratisierende B-W Landtagsabgeordnete geben, werden diese sicher ebenso mit einer Einladung beglückt. Bis dahin muss ein „Büllezopf“ halt noch ganz unpolitisch erstanden werden.

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