Platz für Volks- oder Bürgerpark Klein-Venedig?

Freiraum Konzept für IGA 2017 nicht übertragbar

Konstanz (wak) Die künftige Nutzung des Geländes Klein-Venedig in Konstanz ist nach dem Bürgerentscheid offen. Eine Ideenwerkstatt noch in der Amtszeit von Bürgermeister Volker Fouquet und Pläne für die IGA 2017 hatte es in der Vergangenheit gegeben. 1 : 1 übertragbar ist das ursprünglich für die IGA 2017 von der Planstatt Senner in Überlingen erarbeitete Freiraumkonzept aber sicher nicht. Das sagte der Überlinger Landschaftsarchitekt Johann Senner See-Online. In einer nicht-öffentlichen Sitzung hatte die Bürgerinitiative Nein-zu-Klein-Venedig offenbar eine Veranstaltung mit Senner ins Auge gefasst. Eine Einladung an Senner gibt es bisher aber noch nicht.

IGA 2017 Pläne noch mit KKH Platzhalter

Die IGA 2017 ist – auch unter aktiven Mithilfe des Konstanzer Oberbürgermeisters Horst Frank – gekippt worden. Erste Pläne wie Freiräume und die Uferlandschaft gestaltet werden könnten, gab es zu diesem Zeitpunkt bereits. „Die Pläne liegen alle bei der Stadt“, sagt Johann Senner. Die Planstatt Senner hatte damals ein Freiraum Konzept entworfen, das das Gelände Klein-Venedig einschloss. „Das Gelände war aber nur eine Restfläche“, erinnert sich Senner. Einen Platzhalter für ein Konzert- und Kongresshaus hatten die Landschaftsarchitekten damals berücksichtigt.

Idee eines Volks- oder Bürgerparks

Heute könnte sich der international erfolgreiche Planer – spontan – einen Volks- oder Bürgerpark in Klein-Venedig vorstellen. Es könnte ein Park mit Bäumen, Wiese, Spiel- oder Wasserspielplatz und Beachvolleyballfeldern werden – so wie es sie in vielen Städten gibt, sagte Senner See-Online. Dass das Gelände früher eine Müllkippe war, würde einen Park nicht unmöglich machen. Bevor er sich konkret zu Konstanz äußern würde, würde Senner aber in jedem Fall zuerst das Gespräch mit Baubürgermeister Kurt Werner suchen. Bei den IGA 2017 Planungen ging es zudem auch nicht nur um Klein-Venedig, sondern auch um den Stadtgarten und die gesamte Uferlandschaft.

Viele Städte machen nach der IGA 2017 Absage weiter

Die Pläne müssten heute in jedem Fall weiterentwickelt werden, sagte Senner. „Viele Städte machen inzwischen eigene Projekte.“ Überlingen habe sich nach der Aufgabe der IGA 2017 beispielsweise für eine Landesgartenschau beworben. „Jede Stadt hat ihre Besonderheiten.“ Wie viel ein Bürgerpark in Konstanz kosten würde, sagte Senner aus dem hohlen Bauch nicht.

Mehr über die Projekte des Landschaftsarchitekten

http://www.planstatt-senner.de/frameset.html

Foto: Johann Senner/Plankstatt Senner

Ein Kommentar to “Platz für Volks- oder Bürgerpark Klein-Venedig?”

  1. Fenedig
    15. Mai 2010 at 10:02 #

    Abgesehen davon, dass sich der hintere Teil Klein-Venedig, an der Hafenmeile gelegen, nach wie vor als idealer Standort für einen Kulturbau anbietet, ist es fragwürdig, von einem „Bürgerpark“ zu sprechen, der hier die richtige Örtlichkeit haben soll. Bürgerparks gehören – wenn schon – in bürgerliche Stadtgebiete, nicht an Tourismusmeilen. Der kleine Petershauser Park an der Rad- und Fussgängerbrücke macht es vor. Dagegen war der alte konzilsnahe Stadtgarten nur zu Baubeginn ein Bürgerpark. Mit dem einsetzenden Tourismus wurde er von diesem beschlagnahmt. Konstanzer Bürger halten sich darin bekanntlich sehr spärlich auf, es sei denn, wenige Stadtkinder frequentieren den kleinen Spielplatz, oder an der offenen Konzertmuschel wird das Seegelage mal gutbürgerlich, mal poppig-rockig beschallt. Bevor bei Klein-Venedig im Vorfeld des abgelehnten KKH, das nur einen Viertel der Fläche beansprucht hätte – ohne Kongressteil noch weniger! – etwas geschieht, muss erklärt werden, wohin die derzeitigen Veranstaltungen – vom Zirkuszauber bis hin zum Oktoberfest – zu verlegen sind. Diese Ecke planen heisst zudem, auch über die Kunstgrenze hinaus zu blicken. Da sind z.B. bereits Beachvolleyballfelder vorhanden und fussgängernah schöne Parks zuhauf! Konstanz hat nicht mehr viel seenahes, stadtnahes Gelände, das auch stadtwirksam synergetisch sinnvoll genutzt werden kann. „Nur ein Park“ an dieser Stelle bringt zukünftig der Stadt und seinen Bürgern weniger als eine geschickte Integration von Kulturbau und einem schönen Parkgelände als attraktive, harmonische Einheit an der Wasserkante. Also nach wie vor eine ideale Ausgangslage für geschickte Stadtplaner!

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