Polizei sucht nach Andrej W. als mutmaßlichem Taxifahrerinnen-Mörder

Polizei und Staatsanwaltschaft nennen Namen eines aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Tatverdächtigen

Bodenseekreis/Kreis Konstanz (red) Bei ihren Ermittlungen zum Mord an einer 32-jährigen Taxi-Fahrerin am 9. Juni in Hagnau im Bodenseekreis und zum versuchten Mord am 8. Juni an einer 44-jährigen Taxifahrerin in Singen im Kreis Konstanz ist der Sonderkommission am Sonntag ein Durchbruch bei ihren Ermittlungen gelungen. Bei dem mutmaßlichen Mörder soll es sich um den 28-jährigen Andrej Welz handeln, der dringend verdächtig ist, beide Verbrechen begangen zu haben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagnachmittag mit. Die Polizei warnt: Vorsicht, der Tatverdächtige ist gefährlich.

Mutmaßlicher Mörder stammt aus ehemaliger Sowjetunion

Nach der bisherigen Spurenauswertung der Polizei ist der Gesuchte dringend verdächtig, die beiden Verbrechen in Hagnau und Singen begangen zu haben.  Andrej Welz, der Kontakte sowohl nach Singen als auch nach Friedrichshafen hat,  aber nicht einschlägig vorbestraft ist, ist seit drei Jahren wegen verschiedener Eigentumsdelikte im Landkreis Konstanz zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben und deswegen auch erkennungsdienstlich behandelt worden, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Polizeidirektionen Konstanz und Friedrichshafen. Die Polizei hat ihre Daten mit den an den Tatorten gefundenen Spuren abgeglichen und den mutmaßlichen Mörder so identifiziert, so dass sie jetzt mit der Information an die Öffentlichkeit gehen konnte. Ob es sich bei den Spuren um DNA-Material oder um andere Spuren handelt, konkretisierte die Polizei in Friedrichshafen am Sonntag zunächst nicht weiter.

Noch keine Entwarnung für die Menschen am Bodensee

Dass die Identität des mutmaßlichen Mörders nun bekannt ist, bedeutet aber noch keine Entwarnung für die Menschen am Bodensee. Die Polizei kann momentan nicht ausschließen, dass sich der sehr gefährliche und unberechenbare Täter noch in der Bodenseeregion aufhält. Sie bittet deshalb die Bevölkerung weiterhin um  Aufmerksamkeit und darum, vorsichtig zu sein. Denn noch ist der Mordverdächtige, der mit Haftbefehl gesucht wird, auf freiem Fuß.

Tagelange Suche nach einem Phantom

Vor allem Frauen hatten seit Dienstag und Mittwoch ein mulmiges Gefühl. Eine Sonderkommission, die von weiteren Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei unterstützt worden ist, ging nach dem Mord vielen hundert Spuren nach. Die Ermittlungen der Polizei hatten ergeben, dass der unbekannte Täter wenige Stunden, nachdem er eine Taxifahrerin in Singen vergewaltigt und lebensgefährlich verletzt hatte, am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr am Stadtbahnhof in Friedrichshafen erneut in ein Taxi stieg. Von der offenbar ahnungslosen 32-jährigen Taxifahrerin ließ sich der mutmaßliche Täterin in einem schwarzen VW-Bus mit Taxischild und gelber Aufschrift auf die Insel Mainau fahren. Auf dem Rückweg benutzten das spätere Opfer und der mutmaßliche Mörder die Autofähre von Konstanz nach Meersburg, wo sich die beiden Taxi-Insassen offenbar unauffällig verhielten.  Um 11.15 Uhr legte die Fähre fahrplanmäßig in Meersburg an. Eine halbe Stunde später, gegen 11.45 Uhr, wurde die Frau bereits ermordet in ihrem Taxi auf dem Parkplatz des Strandbades in Hagnau entdeckt. Der mutmaßliche Mörder flüchtete nach der Tat wahrscheinlich mit einem Fahrrad. Mit einem Phantombild fahndete die Polizei seit Donnerstag nach dem brutalen Verbrecher. Polizisten suchten in Waldstücken, Schrebergärten und  in landwirtschaftlichen Anwesen nach dem Tatverdächtigen und sie überprüften zuletzt 800 Betriebe am Bodensee, die Saisonarbeitskräfte beschäftigen. Erntehelfer und Mitarbeiter in gastronomischen Betrieben waren ins Visier der Polizei geraten, da Zeugen ausgesagt hatten, der Gesuchte spreche Deutsch mit osteuropäischem Akzent.  Bis Sonntag gab es trotz des Großeinsatzes noch keinen entscheidenden Hinweis auf den Tatverdächtigen. Die Spur des unheimlichen Mörders hatte sich in Friedrichshafen verloren.


Mordverdächtiger gilt als unberechenbar

Der Gesuchte, der aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, ist nach Information der Polizei sehr gefährlich und unberechenbar. Er hält sich möglicherweise immer noch in der Bodenseeregion auf, wo er in der Vergangenheit Kontakte unterhielt. Von ihm liegt folgende Beschreibung vor: 180 Zentimeter groß, sehr schlank, auffallend helle Hautfarbe, dunkelblondes, kurzes Haar, spricht deutsch mit russischem Akzent. Er trägt bevorzugt spitz zulaufende Schuhe und führt gern eine schwarze Tasche (ähnlich Laptop-Tasche) mit sich.

Mutmaßlichen Mörder nicht ansprechen

Die Polizei rät dringend davon ab, sich dem Mann zu näheren. Personen, denen der Gesuchte aufgefallen ist oder die Hinweise zu seinem derzeitigen Aufenthaltsort geben können, werden gebeten, sich mit der Sonderkommission Taxi, Tel. 07541/701-2029 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Hier geht es zu den Fahndungsfotos auf der Website der Polizeidirektion Friedrichshafen.

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