Public Viewing bei Women's World Cup in Konstanz

Erste Halbzeit Strandbar ohne Bild und Ton – Zweite Halbzeit Hauch auch von Sommermärchen in Hafenhalle

Konstanz. Die Fußballweltmeisterschaft der Frauen hat am Sonntag begonnen. Männlich, weiblich, Gender – egal. Wer einen Hauch von Sommermärchen in Konstanz erleben wollte, musste einen Haken zum Public Viewing in die Hafenhalle schlagen. Das kollektive Fußballschauen in der Konstanzer Strandbar fiel leider aus.

Auf Wiedersehen am Donnerstag

Vorab das Wichtigste: Die deutschen Fußball-Frauen haben ihr erstes Spiel bei der WM in Deutschland gewonnen. Der Jubel bei den männlichen und weiblichen Fans, die sich das Match beim Public Viewing in der Hafenhalle anschauten, war riesig. Die Erleichterung war groß. Immerhin musste Frauenfußball-Deutschland zum Schluss noch ein bisschen bangen. Am Donnerstagabend geht es dann beim nächsten Kick gegen Nigeria.

Vorfreude auf ein Sommermärchen

Medien hatten Lust auf die WM der Frauen gemacht. Bei hochsommerlichem Wetter standen die Chancen bestens, dass der Women’s World Cup auch in Konstanz vom ersten Spiel an ein Sommermärchen werden würde. Gepatzt hatte aber leider ausgerechnet die Konstanzer Strandbar. Fans, die sich das Auftaktspiel der Frauen anschauen wollten, guckten noch nicht einmal in die Röhre, sondern auf eine weiße Leinwand.

Gender-Begleitprogramm

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft der Frauen hatte das Referat für Gleichstellung und Familienförderung der Universität Konstanz in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Sportwissenschaft, dem Hochschulsport und dem Exzellenzcluster der Universität sowie dem FC Konstanz zu einer Veranstaltungsreihe zum Thema Frauenfußball eingeladen – inklusive Public Viewing in der Strandbar. Auf Podien, in Vorträgen, Filmen und Sportveranstaltungen geht es um internationalen und nationalen Frauenfußball. Das Programm, das noch bis 17. Juli läuft, steht unter dem Motto: „Frauenfußball diskutieren – schauen – spielen“. Mit schauen war’s am Sonntagnachmittag aber erst einmal nichts.

Flop Public Viewing in Strandbar

Frauen hatten Strandliegen im Sand zurecht gerückt und sogar ein einsames schwarz-rot-goldenes Fähnchen hing schlaff in der nachmittäglichen Hitze. Keine Trikots, keine Fahnen, Mützen, Blütenketten oder schwarz-rot-gold bemalte Gesichter. Aus Boxen wummerte Strandbarmusik. Auf einer viel zu kleinen Mini-Leinwand war, als das Spiel am späten Nachmittag im ausverkauftem Stadion in Berlin mutmaßlich längst angepfiffen war, nichts zu sehen. Später muss es dann doch noch mit dem Bild geklappt haben – wenigstens schemenhaft waren Bewegungen zu erkennen. Fürs Schauen bei hellem Tageslicht taugte das Equipment aber nicht. Und Ton gab es vorerst noch immer nicht. Die Mädels mit dem im Sand steckenden Fähnchen holten sich Pizza.

Volltreffer Hafenhalle

Besser gerüstet zeigte sich da die Hafenhalle. Die zweite Halbzeit flimmerte über drei Bildschirme und das WM-Auftaktspiel der Deutschen gab’s selbstverständlich mit Ton. Frauen und Kinder trugen Trikots und sogar eine Vuvuzela in Deutschlandfarben stand auf einem Biertisch. 2 : 0 für Deutschland. Männliche und weibliche Fans blickten gebannt auf die Bildschirme. Der Ball flog in Richtung des kanadischen Tors. Fünf oder sechs Treffer hätte es geben können. Ein Raunen ging jedes Mal durch den Biergarten. Der Kommentator sagte: „Es ist eine Freude, diese FußballMANNschaft zu sehen.“ Birgit Prinz ging raus und Alexandra Popp war im Spiel. In der 82. Minute schossen dann aber die Kanadierinnen noch ein Tor. Ein später Freistoßtreffer der Kapitänin Christine Sinclair. Die Spannung stieg noch einmal. Jetzt ging es es nur noch um den Sport und ums Gewinnen. Männlich, weiblich oder Gender ganz egal. Hochspannung im Biergarten. Eine handvoll Fans machte nach dem Abpfiff noch die La-Ola-Welle für eine Fotografin.

Mit dem Herz in der Hand

Heute Montag spielt um 15 Uhr Japan gegen Neuseeland und um 18 Uhr tritt Mexiko gegen England an. Und die Squadra Azzurra? Un’Estate Italiana, „einen italienischen Sommer“,  wird es bei der WM nicht geben. Der italienische Wirt blätterte am Samstag verzeifelt durch die Zeitung. Er fand kein Spiel der italienischen Frauen. Sie haben sich nicht qualifiziert. Zwei andere Mannschaften werden am 17. Juli das Finale in Frankfurt austragen. Vielleicht gibt es bis dahin dann auch eine Frauenfußball-WM-Hymne, die alle mitsingen können, Flaggen auf der Fanmeile und einen hupenden Autokorso durch Konstanz. Ach ja, Krake Paula, der achtarmige Tintenfisch aus Konstanz, hatte am Freitag einen Sieg der Kanadierinnen beim Eröffnungsspiel der Frauen-WM voraus gesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

httpv://www.youtube.com/watch?v=uTY8kzfX4Bk

httpv://www.youtube.com/watch?v=wWrZbzZqSLM

httpv://www.youtube.com/watch?v=a1ne1A6p374

Das Programm von „Frauenfußball diskutieren – schauen – spielen“. sowie weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen des Referat für Gleichstellung und Familienförderung der Universität Konstanz gibt’s hier.

Fotos: wak

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