Raver feiern am 14. August schrille Street Parade an der Limmat

Züricher Street Parade nach Katastrophe bei Duisburger Loveparade nicht abgesagt

Zürich (wak) „Celebrate the spirit of street parade“, heißt das Motto der Züricher Street Parade am 14. August. Während es in Deutschland nach den Ereignissen in Duisburg mit 19 Toten und rund 350 Verletzten keine Loveparade mehr geben soll, feiern die Schweizer ihre Techno-Party weiter. Erwartet werden in Zürich mehrere Hunderttausend Raver.

Trauerbekundung auf Website

Auf der Startseite der Street Parade sind auf schwarzem Trauerhintergrund seit den Ereignissen in Duisburg neu zwei Sätze zu lesen. „Wir sind bestürzt und betroffen über die Ereignisse auf der Loveparade. In Gedenken sind wir bei allen Opfern, Verletzten und den Angehörigen.“ Abgesagt wird die Street Parade nach dem Unglück von Duisburg aber nicht – genauso wenig wie andere Massenveranstaltungen in diesem Sommer ausfallen werden.

Street Parade mit mehr als 200 DJs

Auf sechs großen Bühnen und 30 Love Mobiles präsentiert die Street Parade am 14. August, wenn die Konstanzer zeitgleich ihr Seenachtfest feiern, elektronische Musik unter freiem Himmel. Die Trucks kommen aus der Schweiz, Deutschland, England, Holland, Österreich und Italien. Studenten der ETH Zürich bauen ein Mobile, das mit einen „Teilchenbeschleuniger“ am Start ist, der den Urknall symbolisiert. Der Umzug schlängelt sich vom Utoquai im Zürcher Seefeld rund um das Zürcher Seebecken via Bellevue, Quaibrücke und Bürkliplatz bis zum Hafendamm Enge. Mehr als 200 DJs, Liveacts, VJs und hunderte Dancers performen von 13 bis 24 Uhr, um, wie es heißt, „euch den schönsten Tag im Jahr zu bescheren!“ Die Veranstalter kündigen das „farbigste und schrillste Lifestyle-Event des Jahres“ an.  Die Organisatoren sprechen von einer „Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Großzügigkeit und Toleranz“. Auch nach 18 Ausgaben sei die Street Parade ein unerklärliches Phänomen geblieben. „Tausende unterschiedlichster Menschen – egal welcher Rasse, Hautfarbe, Religion, sexueller Ausrichtung oder Interessensgruppe sie angehören – leben den Spirit der Street Parade“, heißt es auf der Homepage.

Zürich ist nicht Duisburg

Die Verhältnisse in Zürich und  Duisburg seien nicht vergleichbar, heißt es. Die Anzahl der Besucher lasse sich schwer abschätzen. Bei Dauerregen, 23 Grad und Schweinegrippe-Warnungen kamen im vergangenen Jahr rund 650.000 Teilnehmer zur Street Parade.

KOKO verweist auf Sicherheitskonzepte

Betroffen ist nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg auch der Konstanzer Konzertveranstalter KOKO Entertainment. Dass am 28. August das Open Air Festival Rock am See steigen wird, steht aber außer Frage. Das Line-Up steht und mit einer Massenveranstaltung wie der Loveparade oder der Street Parade ist Rock am See sowieso nicht vergleichbar. Mit rund 25.000 Besuchern jährlich gehört das Festival, das bereits zum 25. Mal im Konstanzer Bodenseestadion stattfindet, zu den Kult-Veranstaltung. Das Open Air ist eines der größten und populärsten eintägigen Festivals in Süddeutschland. Monika Kolar, bei KOKO für Medienarbeit zuständig, sagte, es gebe detaillierte Sicherheitskonzepte, die regelmäßig überarbeitet würden. Das Festivalgelände verfügt über einen Haupteingang und während der Stosszeiten auch noch über einen zweiten Eingang. Die Besucher müssen durch Einlassschleusen, und Eingänge und Ausgänge sind voneinander getrennt. Außerdem gebe es für die Anzahl der Besucher ausreichend viele Notausgänge, die am Abend zusätzlich geöffnet werden, wenn die Fans das Stadion verlassen. Ordner sorgen für Sicherheit vor und im Konstanzer Bodensee Stadion. Im Stadion selbst gibt es „Wellenbrecher“, die verhindern, dass die Fans in der ersten Reihe gegen die Absperrungen vor der Bühne gedrückt werden.

Mehr Infos über die Street Parade in Zürich und Rock am See gibt es auf den Websites der Veranstalter.  Fotos: Street Parade/Rock am See

Ein Kommentar to “Raver feiern am 14. August schrille Street Parade an der Limmat”

  1. Fenedig
    26. Juli 2010 at 19:20 #

    Wenn man sich erlauben würde, festzustellen, eine solche Monsterveranstaltung grundsätzlich als „überflüssig wie ein Kropf“ zu titulieren, dass ein solches „Friede-Freude-Eierkuchen“ vorzugsweise kommerziellen Einzelinteressen zu dienen hat und das aufgepfropfte Schrillsein ganz den anheizenden, transformatorischen Intentionen der Promotoren und ihren Kreisen entspricht, usw., käme man schön flach heraus. Nicht mal mit der Feststellung, dem Ganzen noch eher etwas abgewinnen zu können, würden Mineralwasser und Zigaretten anstelle von Alkohol und Drogen herum gereicht, könnte man punkten. Immerhin nimmt der sechszehnte Benedikt Duisburg mit in sein Gebet auf, wie zu lesen ist. Vielleicht verstehe ich die Sache doch nicht ganz!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.