Reto Flückiger ermittelt für SRF an der Fasnacht

Konstanz/Luzern. Als der SWR im vergangenen Oktober gerade zehn Jahre Bodensee-Tatort aus Konstanz feierte, sagte Schauspielerin Eva Mattes, die die Konstanzer Kommissarin Klara Blum gibt, längst seien noch nicht alle Konstanzer Geschichten erzählt. Die Konstanzer Altstadt und die Fasnacht zum Beispiel hätten bisher noch keine Rolle gespielt. Den Fasnachts-Tatort hat jetzt das Schweizer Fernsehen gemacht.

Mord an Fasnacht

Für einen packenden Fasnachts-Tatort aus Konstanz ist es damit erst einmal zu spät. Denn am Fasnachtssonntag kommt das Schweizer Fernsehen den Konstanzern zuvor und erzählt von Morden in Luzern. Der Schweizer Kommissar Reto Flückiger ermittelt im Tatort „Schmutziger Donnerstag“ mitten im fasnächtlichen Treiben in Luzern. Der neueste „Tatort“ mit Stefan Gubser und Delia Mayer zeigt Brauchtum von einer unheimlichen Seite. Prädikat: Sehr empfehlenswert.

Kommissar auf der Flucht

Dem Schweizer Fernsehen ist tatsächlich ein aufregender Tatort gelungen. An der Fasnacht ist Luzern außer Rand und Band. In der Nacht wird – so wie auch in Konstanz – ausgelassen gefeiert. Nur der aus dem Thurgau stammende Reto Flückiger will nur eines: so schnell wie möglich die lärmige Stadt verlassen. Der Kommissar fühlt sich fremd und schier persönlich angegriffen in dem Trubel.

Mörder mit dem Dolch

Franz Schäublin, Vorsteher des Luzerner Bauausschusses und aktives Mitglied der „Zunft der Wächter am Pilatus“, wird am frühen Morgen des Schmutzigen Donnerstags mitten im ausgelassenen Fasnachtstreiben erdolcht. Zeugen haben eine als Tod verkleidete Gestalt vom Tatort wegrennen sehen.

 

Gesetze vorübergehend außer Kraft

Die Fasnacht ist in Luzern wie in Konstanz Ausnahmezustand. Regeln werden außer Kraft gesetzt. Die Vermummten scheinen sich in einem vorübergehend rechtsfreien Raum zu bewegen. Der Lärm in der Gasse weckt den Schlaf suchenden Anwohner. Die Kamera schwenkt über auf dem Pflaster verstreuten Müll. Das spätere Mordopfer vergnügt sich mit einer jungen Frau, die er zuerst mit K.O.-Topfen betäubt hat. Zunftmitglieder tragen Waffen. Der Polizeichef erscheint im Sträflingskostüm. Der Tatort lebt von einer spannenden Handlung und auch von der Eigenart und Atmosphäre des fasnächtlichen Luzerns. Er könnte genauso gut in den Gassen von Konstanz spielen.

Ehrenwerte Gesellschaft

Ist die Fasnacht Tradition und unantastbar oder ist das Spektakel einfach nur lächerlich? Ein zweiter Mord geschieht. Die Fasnacht absagen? Der Umzug findet statt. Die ehrenwerte Gesellschaft in den Narrenzünften weigert sich, mit der Polizei zu sprechen, wenigstens tut sie es nicht an der Fasnacht. Der Schmutzige Donnerstag ist ihnen heilig. Die Situation droht außer Kontrolle zu geraten. Die Polizei verfolgt Spuren: Jagt sie einen Psychopathen? Geht es um Bauaufträge? Bei den Zunftmitgliedern ist der Lack schnell ab. Und kommt gar ein Untoter als Mörder in Frage?

Sehenswerter Tatort

„Tatort: Schmutziger Donnerstag“ ist der erste Film, den der preisgekrönte Regisseur Dani Levy in der Schweiz realisierte. Reto Flückiger und Liz Ritschard ermitteln inmitten des bunten Fasnachtstreibens. Der Mörder spielt mit ihnen und seinen Opfern Katz-und-Maus. Ein sehr sehenswerter Tatort, der es mit den besten deutschen Produktionen locker aufnehmen kann.

Pressefotos: SWR/SRF

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