Rettungshubschrauber sollen auch nachts fliegen

FDP-Abgeordnetem Hans-Peter Wetzel gelingt Durchbruch im Kampf um nächtliche Luftrettung

Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel (rechts) mit Günter Eigenbrodt, Leiter der Station Friedrichshafen der Deutschen Rettungsflugwacht (links).Bodenseekreis. Bald sollen Rettungshubschrauber auch in Baden-Württemberg nachts fliegen und retten dürfen. Damit ist dem FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Wetzel, der sich seit Jahren unablässig für eine Aufhebung des Nachtflugverbots einsetzt, ein Durchbruch gelungen. Das Land hat vor, zwei bestehende Rettungsflugstationen, Mannheim und Herrenberg, für Einsätze rund um die Uhr einzurichten. Zu diesem Entschluss habe das stetige Drängen Wetzels wesentlich beigetragen, räumte Dieter Hillebrand ein, zuständiger Staatssekretär im Arbeits- und Sozialministerium.

Am Bodensee retten nachts die Schweizer

Der in Friedrichshafen stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 45“ wird aber vorerst auch künftig nur tagsüber fliegen. Der Süden Baden-Württembergs soll nachts weiterhin vom schweizerischen St. Gallen, Zürich und Basel aus mitbetreut werden. Das Ministerium begründet dies damit, dass die Notfallgrundversorgung mit dem bodengebundenen Rettungsdienst sicherzustellen sei und insoweit seien die Rettungsdienstbereiche Bodenseekreis und Konstanz gut versorgt. Die im Rettungsdienst vorgeschriebenen Zeitfenster, in der Hilfe den Patienten erreichen muss, würden seit 2004 kontinuierlich eingehalten.

Wetzel will Nachteinsätze auch für „Christoph 45“

Wetzel hofft aber, dass in absehbarer Zeit Nachteinsätze auch von Friedrichshafen aus möglich sein werden. Laut Günter Eigenbrodt, Leiter der Station Friedrichshafen der Deutschen Rettungsflugwacht, wären Nachteinsätze von „Christoph 45“ nach einigen Umbauten ohne weiteres möglich. Wetzel möchte erreichen, dass auch die Bodenseeregion nachts nicht ausschließlich auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist.

Immer mehr Einsätze für fliegende Retter

Noch unverständlicher sei die derzeitige Regelung, da die Notfalleinsätze in den letzten Jahren stetig zunähmen. Die Friedrichshafener DRF-Station habe 2008 noch 697 Notfalleinsätze und 188 Intensivtransporte ausgeführt, 2009 seien es bereits 740 Notfall- und 238 Intensivtransporteinsätze gewesen. Wetzel ging es jedoch auch von Anfang an nicht nur um die so genannten Primärrettung, sondern auch um die Sekundärrettung, wenn also Patienten aus medizinischen Gründen dringend in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müssen.

Angehörige von Patienten meldeten sich

Wetzel verfügt über Berichte von Angehörigen von Patienten, die trotz akuter Lage nicht per Luft gerettet werden konnten. Unter anderem kenne er einen Fall, wo an einem noch hellen Sommerabend der Rettungshubschrauber nicht zur Rettung eines Patienten mit Gehirnblutung eingesetzt wurde, weil es bereits 21 Uhr war. „Ich möchte weiter dazu beitragen, dass so etwas in Zukunft auch in unserer Region nicht mehr passiert“, so Wetzel.

Ein Kommentar to “Rettungshubschrauber sollen auch nachts fliegen”

  1. Gehirnblutung
    1. Januar 2011 at 08:02 #

    @ Patienten mit Gehirnblutung

    Gestern abend wurde zufällig im Gespräch ein Medikament erwähnt, dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Blut stark verdünnt.
    Leider hat es auch zur Folge, dass die Patienten bei Verletzungen die Blutungen sehr schwer zu stoppen sind (zu harmlos formuliert?) und der Patient sich eher wie ein HIV-Infizierter (AIDS-Kranker) fühlen muss:
    Immunsystem = Totalausfall (bei Blutgefäss-Verletzungen).

    Bei manchen löst der Brand eines Dachstuhls durch eine Silvester-Rakete seelische Spätfolgen aus, bei anderen wird der körperliche Einfluss des Alterns fühlbarer: die menschliche Verletzbarkeit wird neu entdeckt.
    Positive Nebenwirkung: ein Adieu an Neid-Gedanken; man beschränkt sich, die eigenen Möglichkeiten so gut wie möglich zu erhalten.

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