Richard David Precht bei Konstanzer Konzilgespräch

Thema des Talks: Das ruinierte Vertrauen – Ist Deutschland eine Angst-Gesellschaft?

Konstanz. Der Philosoph und Autor Richard David Precht bei Konstanzer Konzilgespräch kommt am Freitag, 8. April, um 20 Uhr ins Konzil Konstanz. Er ist einer von mehreren Gästen. Die Sendung ist dann im Mai im SWR2 Forum zu hören. Veranstalter ist der Arbeitskreis Konzilgespräche. Der Eintritt ist frei.

Gesprächsrunde zum Thema Angst

Angst um den Arbeitsplatz, Angst ums Geld, Angst vor Gentechnik und Atomkraft .Glaubt man den Meinungsumfragen, dann machen sich die Bürger in keinem europäischen Staat mehr Sorgen um ihre Zukunft als in Deutschland. Laut einer bundesweiten Studie leiden über 14 Prozent der Bevölkerung unter einer Angststörung – unter Panikattacken oder Phobien. Und das, obwohl die Deutschen sicherer leben als je zuvor in der Geschichte.

German Angst?

Sind die Deutschen wirklich ängstlicher als ihre Nachbarn? Und wenn ja, woran liegt das? Wie kommt es, dass die? German Angst? sogar Eingang in den englischen Sprachgebrauch gefunden hat. In diesen Wochen und Monaten scheint sich die dunkle Angst-Wolke noch tiefer über das Land zu senken. Diffuse Bedrohungen durch Terrorismus, Euro-Krise und Klimawandel erzeugen ein allgemeines Gefühl des Unbehagens.

Vertrauen in die Politik geschwunden

Und das Vertrauen in die Politik ist weiter geschwunden. Mit welchen Folgen? Angst lähmt, wenn sie übermächtig wird. Sie kann aber auch eine Triebfeder sein, kann motivieren und neue Kräfte freisetzen. Wären die Menschen ohne Angst und Furcht, so die Evolutionsforschung, wären sie längst ausgestorben.

Historiker warnt

In ihrer über 60jährigen Geschichte hat die Bundesrepublik vor allem Sicherheit gesucht. Schon kleine Änderungen lösen regelmäßig Ängste aus. Muss sich das Land jetzt auf größere Herausforderungen einstellen?  Und wenn ja, wie wird es darauf reagieren? Der Historiker Michael Stürmer sieht am Horizont einige schwere Gewitter aufziehen. Welche Befürchtungen und Ängste sind real? Welche werden von Politikern und Interessengruppen künstlich produziert, um daraus Kapital zu schlagen?  Und welche Rolle spielen dabei die Medien?

Weitere Teilnehmer sind: Volker Kauder, Vorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender, Michael Stürmer, Historiker, Chefkorrespondent der WELT. Moderation: Ursula Nusser, SWR.

8 Kommentare to “Richard David Precht bei Konstanzer Konzilgespräch”

  1. Lothar Herzog
    7. Februar 2011 at 16:49 #

    Wenn Herr Stürmer unter aufziehenden Gewitterstürmen die
    beginnende islamische Unterwanderung der Gesellschaft sieht,
    dann hat er sicherlich recht.

  2. svenari
    8. Februar 2011 at 10:04 #

    die sog. „islamisierung“ ist eine nebenerscheinung der effektiven zerstörung unserer gesellschaft durch den kapitalismus: man hat sich arbeitskräfte geholt, und vergessen den mensch mit einzuladen. der sucht sich jetzt eine identität.
    jeder der lang im ausland war, versteht was es bedeutet fremd zu sein.
    jeder der das nicht war, nicht.
    ich freue mich besonders über R.D. Precht!

  3. Lothar Herzog
    8. Februar 2011 at 11:52 #

    Hallo Svenari
    Die Arbeitskräfte aus dem islamische Kulturkreis wurden mit
    Zeitverträgen von zwei ( 2 ) Jahren geholt.
    Leider holsen sich die Menschen ihre Identität aus den Moscheen.
    Leider.

  4. dk
    8. Februar 2011 at 17:31 #

    Vielleicht sollte man nicht über „German Angst“ reden, sondern allgemein über Wahrnehmungen im Ausland: wahrscheinlich wird dt. Wirtschafts- und Sozialpolitik wegen der Euro-Diskussion in der EU übernommen, wodurch die „dt. Angst“ etwas verständlicher wird.

    Ängstlich macht auch, wieviel „Mut“ man in der NS-Zeit hatte, weshalb man alleine schon etwas vorsichtig zaghaft geworden ist: immerhin haben jüdische Überlebende die „Banalität des Bösen“ teilweise umfangreich aufgearbeitet bzw. es versucht sich in Täter hineinzudenken.

    Wenn das Internet in Ägypten einen solchen Sandsturm verursachen kann, ist man dankbar, wenn ausländ. Gastarbeiter und nachfolgende Generationen nicht allzu gesprächig über Dt. sind.

    Sehr positiv hat sich das Bild von Amerika zum Teil schon vor Obama geändert: durch das Internet kommen auch Minimal-Geschäfte virtuell zustande, Leistungen, Services und Support werden vergleichbar und wenn man wegen einem e-Zeitungs-Abo (pdf-Downloads) für 30 USD nach Wochen noch einen USB-Stick über den grossen Teich (Luftpost?) geschickt bekommt, macht das einen riesigen Eindruck.

    Vor längerer Zeit wurde in Medien erwähnt, dass das Lernen der Chinesischen Sprache in den USA in besseren Kreisen modern ist; vor kurzem wurde erwähnt, dass in China kleine Kinder schon an Englisch herangeführt werden.

    Keine Angst müssen sicher nicht die PR-Leute haben (auch ohne Englisch-Kenntnisse) haben: der Arbeitsstau dürfte riesig werden.

  5. svenari
    8. Februar 2011 at 18:00 #

    @lothar: und woher beziehen „wir“ unsere?

  6. Lothar Herzog
    8. Februar 2011 at 18:34 #

    Ich für meinen Teil hole meine Identität sicherlich nicht aus
    dem ewigen Kampf ( Krampf ) gegen rechts.
    Meine Identität ist einerseits das Christentum sowie der Humanismus
    und die Ethik. Wobei sich die dinge glaub ich nicht ausschließen.
    Jetzt sind Sie dran mit Antworten.

  7. svenari
    8. Februar 2011 at 20:22 #

    @lothar: antworten worauf?
    allerdings hab ich nochmal ein paar fragen: sie „holen“ sich ihre identität? kann man die kaufen? ersteigern bei ebay? austauschen bei mangel?
    PS: DIE „ethik“ per se gibt es nicht. aber wem sag ich das? sie wissen ja schon alles…

  8. Lothar Herzog
    8. Februar 2011 at 20:41 #

    Vermeiden Sie bitte mich noch einmal anzusprechen. Ich habe
    genug von Ihren Fragen respektive Ergüssen.

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