Roberto Salerno empört sich: Niedriglohnsektor vom Bodenseekreis begünstigt

Bodenseekreis wechselt zu günstigerem Postdienstleister – Salerno warnt vor Lohn-Dumping

Bodenseekreis. Kreistagsmitglied Roberto Salerno (Die Linke) ist empört. Der Bodenseekreis will Porto sparen und wechselt, wie der Kreisrat berichtet, zum günstigeren Postdienstleister Südmail.  „Durch Beschluss des Kreistages ist der Postversand von der Bundespost zur Südmail GmbH beschlossen, ein Millionen Auftrag“, so Salerno. Das Kreistagsmitglied kritisiert, dass der Bodenseekreis damit die Ausweitung des Niedriglohnsektors unterstütze. „Dies ist eine unverständliche Handlung aus den Beschlüssen der Haushaltsstrukturkommission“, so Salerno.

Mehrheit des Kreistags nickte Wechsel ab

Was den Kreisrat noch mehr empörte:Außer von Roberto Salerno, Die Linke, habe es keine Gegenrede zu diesem Beschluss gegeben und das obwohl Grün-Rot auf Landesebene im Koalitionsvertrag Tariftreue vereinbart hätten, so das Kreistagsmitglied. Salerno behauptet: Der neue Postdienstleister beschäftige überwiegend Menschen in Mini-Jobs.

Untere Lohngruppen verlieren

Beschäftigte im Niedriglohnsektor, auch Mini Jobber, seien die Verlierer des Aufschwungs und haben in den letzten Jahren ein Fünftel ihres Realeinkommen eingebüßt, so der engagierte Gewerkschafter und freigestelltes Mitglied im Betriebsrat der ZF. Salerno bezieht sich mit seiner Aussage auf Medienmeldungen der vergangenen Woche, in denen Zahlen des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht worden sind. Diese besagen, dass der durchschnittliche Reallohn in Deutschland gegenüber 2000 um 2,5 Prozent gesunken ist. Die untersten Gruppen ware mit zehn bis 22 Prozent besonders betroffen.

Linker möchte bei Post bleiben

„Betroffen sind vor allem Frauen“, so Salerno. Die Linke verurteile diesen Beschluss weil, damit tariflich bezahlte Arbeitsplätze bei der Post gefährdet würden. Die Beschäftigten im Niedriglohn seien gezwungen, Hilfe zum Lebensunterhalt, Harz IV, beim Landratsamt zu beantragen. „Wir Steuerzahler“, so Salerno, „zahlen die Einsparung in der einen Tasche aus der anderen“. Salerno forderte, der Kreistag sollte sich stattdessen für einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro einzusetzen, wie ihn Die Linke fordere, statt „auf dem Rücken der Armen“ zu sparen.

Foto: Archiv See-Online

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