Rüstet die Stadt doch noch für UMTS-Empfang auf?

Seit 2007 tote Hose bei Mobilfunkempfang in Überlingen

Überlingen (wak) Nach der Fasnet dürften die Überlinger, was Mobilfunknetze und Handyempfang in der Innenstadt angeht, endlich klarer sehen. Beantwortet werden bei einer Bürgerinformation zwei Fragen: Rüstet Überlingen doch noch auf? Ist die Stadt bereit, eine UMTS-Antenne unterm Rathausdach zu akzeptieren? Am Donnerstag, 18. Februar, will Fachingenieur Norbert Honisch im Rathaussaal offenbar aktualisierte Emissionsberechnungen vorstellen. Offenbar soll es bei der Bürgerinformation zum Mobilfunk auch um die im Rathaus geplanten Sendestation sowie um eine weitere Antenne unter dem Dach der Franziskanerkirche gehen. Die Bürgerinformation beginnt um 19 Uhr. Bürgermeister Ralf Brettin war am Freitag und Montag nicht zu sprechen.

Problem „Überlinger Schwellenwert“

Der Handyempfang in der Überlinger Altstadt ist nach wie vor miserabel. Datenübertragung ist zumindest T-Mobile-Kunden fast unmöglich – oder aber der Datentransfer findet in einer Geschwindigkeit statt, die nicht akzeptabel ist. Schuld am schlechten Empfang ist noch immer ein ominöser „Überlinger Schwellenwert“, eine Art selbst verordneter besonders niedriger Grenzwert, der schnelle mobile Datenübertragung in der Innenstadt so gut wie ausschließt.

Mobilfunkversorgung seit Jahren schlechter als anderswo

Ziel der Stadt war in der Vergangenheit „eine Minimierung der Strahlenbelastung bei gleichzeitiger Sicherung der Mobilfunkversorgung auf dem aktuellen Stand der Technik“. So hieß die Parole. Heute klingt das wie Hohn. Denn das Ziel der „Mobilfunkversorgung auf dem aktuellen Stand der Technik“ hat Überlingen klar verfehlt. Der so genannte „Überlinger Schwellenwert“ und eine Mobilfunkversorgung schließen sich gegenseitig praktisch aus. Seit zwei Jahren herrscht tote Hose beim Mobilfunkempfang.

Hanebüchende Idee eines eigenen Grenzwerts

Den so genannten „Überlinger Schwellenwert“, verdanken die Überlinger Dipl.-Ing.Norbert Honischs Büro für Umweltstress-Analytik. Mit Hilfe des Gutachters kam Überlingen auf die hanebüchende Idee, dass in Überlingen GSM ausreiche und das auch noch gedrosselt. Fakt ist, dass GSM zum bloßen Telefonieren tatsächlich reicht und UMTS hauptsächlich für die schnellere Datenübertragung nötig ist. Doch immer mehr Handybenutzer wollen mit ihren Smartphones auch im Internet surfen. Die Datenübertragungsrate in Überlingen aber ist so miserabel, dass Innenstadtbesucher ihr Handy am besten zu Hause lassen.

Ratlose Mobilfunkanbieter und Handybesitzer

Mit dem Umstand, dass die Überlinger keine UMTS Antenne unter dem Rathausdach erlauben wollten und es auch bei GSM zusätzlich Einschränkungen geben sollte, konnten weder die Mobilfunkanbieter noch ihre Kunden leben. Bei so geringen Übertragungsraten, wie sie die Überlinger erlauben wollte, ist eine vernünftige Versorgung mit Mobilfunk nicht möglich. Seit die Volksbank 2007 eine Antenne abmontieren ließ, wartet die Stadt vergeblich auf eine Sendeanlage auf dem Rathausdach.

Norbert Honisch hat noch einen Schuss frei

Doch nun scheint die Stadt möglicherweise doch noch umzudenken. Noch immer lässt sich Überlingen aber von Fachingenieur Norbert Honisch beraten. Er wird am Donnerstag, 18. Februar, um 19 Uhr im Rathaussaal die im Oktober 2009 aktualisierten Emissionsberechnungen öffentlich vorstellen. Außerdem solle „über Änderungen der im Rathaus geplanten Sendestation“ sowie über eine weitere „unter dem Dach der Franziskanerkirche geplante Anlage“ berichtet werden. Im günstigsten Fall könnte das heißen, die Stadt hat sich von ihrem ultra niedrigen Schwellenwert verabschiedet und erlaubt endlich eine UMTS-Sendeanlage. Möglicherweise hat auch die Möglichkeit, dass ein privater Immobilienbesitzer Mobilfunkanbietern sein Dach als Standort für eine Sendeanlage anbieten könnte, das Umdenken bewirkt. Die Stadt hätte dann keinen Einfluss mehr. Der „Überlinger Schwellenwert“ wäre dann nicht einmal mehr das Papier wert, auf dem Norbert Honisch Werte ausdruckt. Apropos Fachberater: Trotz desolater Finanzen und Sparzwang leistet sich die Stadt noch immer den externen Berater, der mit dafür verantwortlich ist, dass die Überlinger Altstadt vom UMTS-Standard abgehängt geblieben ist. Zumindest hat er den ominösen Überlinger Schwellenwert mit definiert.

Foto:  Christoph Droste PIXELIO

www.pixelio.de

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