Salem Open-Airs: Mietvertrag schließt Großevents aus

Schule Schloss Salem verweist auf geltenden Mietvertrag – Streit ums Sicherheitskonzept bei Open-Airs

Salem. Voraussichtlich heute entscheidet es sich, ob David Garrett, Sting und James Blunt im Sommer im Garten des Salemer Schlosses auftreten. Die Elite Schule Schloss Salem hat Einwände. Die Zahl der Kollateralschäden sei zu hoch und der Unterricht würde beeinträchtigt. Die Schule verweist auf ihren Mietvertrag, in dem es wörtlich heißt: „Der Eigentümer wird künftig auf Großveranstaltungen verzichten.“ Monatelang hatten sich zuvor Bürgermeister Manfred Härle, der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Zeller und Michael Hörrmann, Geschäftsführer von Staatliche Schlösser und Gärten, die Bälle zugeschoben und über angebliche Konzertabsagen gestritten.

Schule will keine Großevents dulden

Ob James Blunt, Sting, Pink, Santana oder Juanes in Zukunft noch bei großen Open-Airs auf Schloss Salem auftreten dürfen, dürfte sich heute bei einem Krisengipfel entscheiden. Am Tisch sitzen das Land als Eigentümer des Schlosses und auch die Salemer Schulleiterin Eva Marie Haberfellner sowie der ehemalige Zeit-Chefredakteur und Internatsvereinsvorsitzender Robert Leicht. Das Internat verweist auf seinen Mietvertrag und will Großveranstaltungen wie Pop- und Rockkonzerte nicht mehr dulden. Das Finanzministerium sucht anscheinend nach einem Kompromiss. In diesem Sommer sollen David Garrett, Sting und James Blunt in Salem spielen.

Internatsschüler leiden unter Kollateralschäden

Michael Meister, Sprecher der Schule Schloss Salem, sagt, es sei eine juristische Frage, die geklärt werden müsste, und es gehe um das Sicherheitskonzept. Offenbar empfindet die Schule das Sicherheitskonzept als nicht ausreichend und beklagt Kollateralschäden. Sollte kein Kompromiss gefunden werden, dürfte dies das Aus für ganz große Open-Airs in Salem bedeuten. Verhandelt werde ergebnisoffen, sagt Meister. „Ja, es steht definitiv so im Mietvertrag“, so der Sprecher der Eliteschule. Das Internat habe Popkonzerte in der Vergangenheit nur trotzdem zugelassen. Die Schule sei damals, als die ersten Open-Airs im Schlossgarten gefeiert wurden, dem Markgrafen entgegen gekommen. Da das markgräfliche Haus in finanziellen Nöten war, duldete die Schule die Vermarktung des Geländes. Die Situation heute ist eine andere.

Schloss-Kauf bricht nicht Miete

Ursprünglich war Vermieter das Haus Baden. Durch den Übergang des Eigentums auf das Land Baden-Württemberg laut Kaufvertrag vom 6. April 2009 ist seither das Land Vermieter. So steht es in einem Memorandum, das Robert Leicht verfasst hat. Fakt ist, Kauf bricht nicht Miete. Und im alten Mietvertrag steht der § 15 mit in seiner Ziffer 4. Dort heißt es: „Der Eigentümer wird künftig auf Großveranstaltungen … verzichten.“ So schreibt es Robert Leicht.

Großveranstaltungen entgleist

„Die Open-Airs sind aus dem Gleise geraten“, so Meister. Die Kollateralschäden seien immens und das Sicherheitskonzept nicht ausreichend. Angesichts der Toten und Verletzten bei der Loveparade in Duisburg im vergangenen Sommer, zeigt die Schule jetzt den Konzerten die Rote Karte. Wenn 10.000 Fans aufs Gelände strömen, sei die Situation „grenzwertig“, heißt es. Meister schildert, wie Open-Airs den Unterricht beeinträchtigen. Auch das sei ein Kollateralschaden. Er sagt: „Beim Soundcheck von ,Ich+Ich‘ wackelten die Wände.“ Wenn die Schüler Klausuren schreiben, sei das nicht hinnehmbar. Er kritisiert auch, das die 13-Jährigen Internatsschüler an den Abenden, an denen Open-Airs stattfinden, nicht schlafen könnten.

Events mit Weltstars unwahrscheinlich

Offenbar könnte die Schule Schloss Salem mit einem Kompromiss leben. Dass sie Großveranstaltungen wie dem Pink- oder Santana-Konzert mit vielen Tausend Besuchern und vor dem Schloss campierenden Fans zustimmt, dürfte aber unwahrscheinlich sein. Bis vor einigen Jahren war die Situation bei Open-Airs insgesamt auch noch eine andere. Die Bühne stand noch an einer anderen Stelle, weniger Besucher wurden eingelassen und es gab im Garten eine entspannte Atmosphäre und so gut wie kein Gedränge. Mit den großen Namen hat sich all das geändert.

Foto: Schule Schloss Salem

Ein Kommentar to “Salem Open-Airs: Mietvertrag schließt Großevents aus”

  1. Walter
    1. Mai 2011 at 10:07 #

    Das Photo zeigt nicht Salem sondern die Zweigschule Hohenfels!

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