Schiller Sensatiönchen

Leopold-Sophien-Bibliotheks-Schätze

(wak) Bei der Vorstellung des Programms zur „Langen Nacht der Bücher“ vermeldete Kulturreferent Michael Brunner ein Sensatiönchen. Nachdem die Überlinger Bibliothek gerade erst mit dem Fund eines Notenblattes von Robert Schumann auf sich aufmerksam gemacht hatte, fand sich jetzt auch noch pünktlich zum 250. Geburtstag des Dichters ein echter Schiller.

Erster Streich Schumann

Nachdem die Leiterin der Überlinger Leopold-Sophien-Bibliothek in einem Nachlass aus dem 19. Jahrhundert ein Blatt des Komponisten Robert Schumann mit Widmung an seine Frau Clara Schumann ausgegraben hatte, wurde die Bibliothek jetzt bei einem Literaten fündig. Den Komponisten toppen dürfte der neue Fund wohl aber nicht.

Zweiter Streich Schiller

Doch einen Tag nach Friedrich von Schillers 250. Geburtstag wartet die Überlinger Leopold-Sophien-Bibliothek mit einem Sensatiönchen auf: In ihren Beständen schlummerte tatsächlich eine Ausgabe von Schillers „Wilhelm Tell“ mit einem handschriftlichen Vermerk des Autos. Die Ausgabe des Schauspiels enthält nach Aussage Brunners zwei handschriftliche Korrektur-Anmerkungen des Dichters. So wenigstens sagte es Michael Brunner bei der Pressekonfernez anlässlich der „Langen Nacht der Bücher“. Wer wissen möchte, wie „Wilhelm Tell“ nach Überlingen kam, kann es am Samstag, 14. November, übrigens bei der „Langen Nacht der Bücher“ erfahren, wenn Oswald Burger in der Zunftstube der Überlinger Narrenzunft das Geheimnis lüftet.

Dichter, Funde Sensatiönchen

Eine echte Sensation dürfte der Fund aber nicht sein: Da hätte wahrscheinlich schon eine neue Fassung des Schauspiels auftauchen müssen. Literaturwissenschaftlern seien die Korrekturanmerkungen Schillers bereits länger bekannt, räumte Brunner ein. Die Öffentlichkeit hingegen sei bisher nicht darüber informiert, dass die Ausgabe mit den Korrekturen Schillers existiert. Übernommen worden sind sie übrigens nicht mehr. Die Schiller-Rezeption dürften die in Überlingen entdeckten Anmerkungen zu „Wilhelm Tell“ wahrscheinlich nicht gänzlich auf den Kopf stellen.

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