Schlossschule Salem schreibt alle Schüler und Ex-Schüler an

Verunsicherung nach Aussagen von Bernhard Bueb

Salem/Überlingen (wak) Die Schulleitung der Schule Schloss Salem stellt nach Interviews des ehemaligen Schulleiters Bernhard Bueb klar, dass der Schulleitung keine Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt geworden seien. In einem früheren Fall sei allerdings der Staatsanwalt eingeschaltet worden. Die Eliteschule verspricht angesichts der vielen Vorfälle an anderen Schulen „vorbehaltlose Aufklärung“. In einem Brief, der an alle Schüler und Ehemaligen ging, bittet die Schulleitung um Offenlegung etwaiger Verstöße.

Bernhard Bueb äußerte sich in Interviews

Berhard Bueb, der ehemalige Leiter des Internats Schloss Salem, hatte gegenüber dem SWR und im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung Missbrauchsfälle an der Eliteschule zugegeben. Vor fünf Jahren habe sich ein pädagogischer Assistent einem Jungen genähert und ihn getätschelt, wurde Bueb in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Ob sich der Vorfall in der Schule Schloss  Salem oder am Salem College in Überlingen ereignet hat, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Bueb-Interview führte zu Nachfragen

Gestern nahm Schulleiterin Eva Marie Haberfellner zu Buebs Aussagen Stellung. Das Interview des vormaligen Leiters der Schule Schloss Salem, Dr. Bernhard Bueb, habe nicht nur in der Medienöffentlichkeit, sondern auch schulintern zu Unsicherheit und intensiven Nachfragen geführt, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Schulleiterin sind keine Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt

Obwohl der Schulleitung bislang keine Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt geworden seien, sondern in der Vergangenheit ausschließlich auf Vorfälle reagiert worden sei, in denen Schüler über Belästigungen geklagt hätten, habe sich die Schulleitung am Mittwoch mit einem Brief an alle ehemaligen und aktuellen Schüler sowie die Mitarbeiter gewandt. Eva Marie Haberfellner bittet um Offenlegung etwaiger Verstöße und Ereignisse in der Vergangenheit und Gegenwart.

Internatsschule will jedem Hinweis nachegehen

Dabei gehe es nicht nur um justiziable Vorfälle, sondern um Grenzüberschreitungen und Übergriffe jeglicher Art. „Der Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen hat oberste Priorität“, erklärt die Schulleiterin Eva Marie Haberfellner. Die Schule sei bereits in der Vergangenheit jedem Hinweis nachgegangen, habe situationsangemessen reagiert und konsequent gehandelt, wenn Mitarbeiter im Rufe standen, verbal oder körperlich Grenzen gegenüber den Internatsschülern überschritten zu haben. „Man trennte sich von Mitarbeitern, wenn keine Chance zu einer Verhaltensänderung oder Heilung einer Situation erkennbar wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Schule. In einem schwererwiegenden Fall versuchten Missbrauchs habe die Schule sofort die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Foto: Schule Schloss Salem

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