Schluss mit dem Disput um das gaukelnde Päpstlein

Linke Liste Konstanz fordert öffentliche TIK-Aufsichtsratssitzung

Konstanz (red) Der Disput um das gaukelnde Päpstlein in der Konstanzer Mobilitätszentrale steuert einem neuen Höhepunkt entgegen. Davon geht die Linke Liste Konanz aus. In Bälde wolle der TIK-Aufsichtsrat, erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber beraten, was nun mit Lenks Figur geschehen soll. Mittlerweile sei längst klar, dass bei dieser für die Stadt peinlichen Farce CDU-Landes- und Lokalpolitiker die Strippen ziehen. Ebenso deutlich scheine zu sein, dass TIK und Stadtverwaltung unter Druck gesetzt wurden, heißt es in einer Mitteilung der LLK weiter. Mehrmals schon hatte die LLK um Aufklärung gebeten, wer genau auf wen Druck ausübt. „Geht es um Landeszuschüsse für die Landesausstellung 2014?“, fragt die LLK.  Doch die Verantwortlichen versteckten sich hinter einer Mauer des Schweigens und glauben, sie könnten die Angelegenheit aussitzen.

Bevölkerung schüttelt über groteske Situation den Kopf

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung schüttelt über diese groteske Situation nur noch den Kopf. Hundertschaften pilgern wöchentlich zum Konstanzer Bahnhof, um das gaukelnde Päpstlein zu fotografieren. Landestouristiker haben wissen lassen, eine bessere Werbung könne sich Konstanz gar nicht wünschen und plädierten für den Verbleib der Skulptur.Wer vor Ort einen Kritiker der Skulptur sucht, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen.

SPD und FGL haben scih bislang nicht geäußert

Nach einem Gespräch zwischen Peter Lenk und OB Frank wurde vereinbart, die Figur bis zur nächsten TIK-Aufsichtsratssitzung stehen zu lassen. Lenk fordert aber, diese Sitzung müsse öffentlich sein. Die LLK schließt sich dieser Forderung an, denn aus der ursprünglichen kulturellen Provinzposse ist längst ein Politstück in mehreren Akten geworden. Erstaunlich finden wir auch, dass sich die Fraktionen von SPD und FGL bislang nicht dazu geäußert haben. „Beide haben Vertreter im TIK-Aufsichtsrat und es wäre wünschenswert, wenn von dieser Seite endlich etwas zur Sache zu vernehmen wäre“, so die LLK. Bei der ersten Sitzung des TIK-Aufsichtsrats nahm allerdings kein SPD-Vertreter teil – Aufsichtsratsmitglied Brigitte Leipold weilte damals in Ferien.

Hoffmanns Wink mit dem Zaunpfahl

„Auch OB Frank wäre gut beraten, endlich Klarheit zu schaffen“, so die LLK weiter. Gegenüber Lenk habe er eingeräumt, es habe „Gespräche gegeben“. Worüber und von welcher Seite? Dass er nun plötzlich ebenfalls der Meinung sei, Lenks Päpstlein verletze religiöse Gefühle, sei absurd und an den Haaren herbei gezogen. Sogar Kirchenvertreter plädierten mittlerweile dafür, das umstrittene Objekt im Bahnhof zu lassen. Wie es um die angebliche Verletzung religiöser Gefühle bestellt ist, dokumentiert laut LLK die Aussage des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann. In einem Radiointerview ließ er kürzlich wissen, es sei egal (!), ob die Figur einen Gaukler oder einen Papst darstelle – viele Bürger sähen ihre religiösen Gefühle verletzt. Zudem verwies Hoffmann darauf, dass im Vorfeld der Jubiläumsfeiern zum Konzil in Konstanz die Aufstellung der kirchenkritischen Statue ein falsches Signal sei. Ein zwar verworrener, aber überaus deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl.

LLK verlangt eine öffentliche Diskussion

Die LLK fordert die Verantwortlichen auf, die kommende Aufsichtsratssitzung in den Ratssaal zu verlegen und öffentlich zu diskutieren, wie es sich für ein demokratisches Gemeinwesen gehört. Es könne ja nicht sein, „dass eine kleine Gruppe von bigotten und konservativen Skulpturenstürmern“ die Sache unter sich ausmauschele und dafür sorge, dass Konstanz auf der bundesweiten Peinlichkeitsskala einen dauerhaften Spitzenplatz einnehme.

2 Kommentare to “Schluss mit dem Disput um das gaukelnde Päpstlein”

  1. Observer
    5. Juni 2010 at 12:22 #

    Find ich gut LLK ! Weiter so !

  2. Fenedig
    5. Juni 2010 at 12:34 #

    In der „Peinlichkeitsskala“ rückt eher die LLK in einsame Höhen: Wir leben in einem freien Land. Jeder kann seine Gedanken äussern wie er möchte, auch wenn es einigen – warum auch immer – gar nicht zu passen scheint. Das war bekanntlich nicht immer so im einem Teil des heute wiedervereinigten Deutschland. Nun erscheinen Konstanzer L-Geister, die sich im Demokratieverständnis ausgerechnet „päpstlicher als der Papst“ zieren möchten. Es kommt zum Glück noch keiner klerikalen Sünde gleich wenn formuliert wird, dass der fragliche Abklatsch des Bodmaner Figurengiessers und Erotikkolumnisten nicht in einen touristischen Empfangsraum passt (Wo er dann überhaupt passen würde, ist eine andere Frage!). Unsere Gäste sollen sich weder den Kopf zerbrechen müssen, was „das Ding“ soll, noch sich in ihren persönlichen Empfindungen beeinträchtigt fühlen, wenn sie unsere Stadt ansteuern. Was ist zu tun? Anstelle eines solch „tendenziösen Machwerks“ wäre ein grosses, modern gestaltetes, duftendes, jahreszeitlich abgestimmtes „Blumenwerk“ weit einladender und versprühte schon mal den Geist der schönen Region, des herrlichen Sees, der attraktiven, lebendigen Uni- und Hochschulstadt und ihrer Bewohner. Die Mainau wäre sicher gerne bereit, die Patenschaft zu übernehmen – natürlich sinnvoll verbunden mit etwas „Public Relation“, wie es sich heute eben gehört! Aber nicht mal mit blumiger Harmlosigkeit wäre man wohl vor „bigotten und konservativen“ Abstemplern sicher…..

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.