Schlussstrich: Konstanzer Kommunalpolitiker haben verstanden

Gemeinderat beendet Projekt KKH auf Klein-Venedig in namentlicher Abstimmung

Konstanz (wak) Der Konstanzer Gemeinderat hat einen Schlussstrich unter das Projekt Konzert- und Kongresshaus auf Klein-Venedig gezogen. In namentlicher Abstimmung stimmte die Mehrheit dafür, das Bebaungsplanverfahren zu beenden. Den Antrag, der von der SPD eingebracht wurde, unterstützen die Neue Linie, die Linke Liste Konstanz, Klaus Frank und vier von zehn Räten der Freien Grünen Liste. Mehrere Räte aus dem bürgerlichen Block enthielten sich.

Nach zwei Bürgerentscheiden Klein-Venedig-Pläne beendet

Beantragt hatte die namentliche Abstimmung die SPD-Fraktion. Nach zwei Bürgerentscheiden, 2003 und 2010, ist der Standort Klein-Venedig für ein KKH-Projekt, so wie es geplant war, vom Tisch. Auch eine Allensbach Studie, die das Wählerverhalten erforschen sollte, wird es nicht geben. Statt dessen soll bei einer regelmäßig stattfindenden Befragung der Konstanzer durch die Universität auch nach dem Thema Konzerthaus gefragt werden. Weiter hat die Verwaltung den Auftrag bekommen, eine Übergangslösung für die Südwestdeutsche Philharmonie für die Zeit des Konzilumbaus zu suchen. Ein weiterer interfraktioneller Antrag, jetzt schon und ohne jede konkrete Planung, mögliche alternative Standorte für ein Konzerthaus kurz zu bewerten, wurde abgelehnt. Oberbürgermeister Horst Frank erklärte am Donnerstag Abend das Projekt KKH für beendet. „Die Bürgerschaft hat die Priorität anders gesetzt“, sagte OB Frank.

Ein Kommentar to “Schlussstrich: Konstanzer Kommunalpolitiker haben verstanden”

  1. Fenedig
    21. Mai 2010 at 09:44 #

    Da versuchten etliche Kommunalpolitiker ihre Haut im Blick auf kommende Wahlen zu retten. Das mag durchaus – nach dem „Volksdesaster Klein-Venedig“ – mit „Demokratieverständnis“ kommunizierbar sein. Aber der Sache selbst dient es wenig: Einerseits wird eines Tages am Ende der Hafenmeile wohl doch noch gebaut werden (müssen) – was auch immer! -, da andere see-, hafen- und innenstadtnahen Alternativen dazu fehlen. Andererseits ist man wiedermal am Nullpunkt angelangt, was die Förderung der Konzertkultur in Konstanz betrifft. Der jetzige Zustand zeigt auf, dass wohl nur eine private/halbprivate Initiative die für die Stadt marode Situation retten könnte. Wieder gehen Jahre ins Land, ohne dass notwendigen Impulse für die kulturelle Zukunft sichtbar werden. Konstanz dümpelt diesbezüglich vor sich hin. Und das ist für eine Universitäts- und Hochschulstadt, die auch kulturell neue Lichtpunkte setzen muss, will sie der Konkurrenz antworten, unerfreulich. Es tut der gesamten Stadt nicht gut.

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