Schweizer Atomares Endmülllager möglicherweise bei Schaffhausen

Sicherheitstechnisches Gutachten zu geologischen Standorten liegt vor

Konstanz (wak) In der Schweiz stehen weiterhin sechs Standorte für den Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle zur Debatte. Einer liegt in unmittlerbarer Nähe der deutsch-schweizerischen Grenze. Aktuell liegen nun sicherheitstechnische Gutachten zu den sechs möglichen geologischen Standorten, einer bei Schaffhausen, vor. Das teilte das Landratsamt Konstanz mit.

Möglicher Standort Südranden beunruhigt Kreis Konstanz

Am 6. Nov. 2009 hat die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle  (Nagra) die sechs geologischen Standortgebiete vorgeschlagen, die sie wegen der geologischen und sicherheitstechnischen Kriterien als Standorte für geologische Tiefenlager für geeignet hält. Bei den Gebieten handelt es sich um den Südranden bei Schaffhausen, das Zürcher Weinland, die nördlichen Lägeren in der Nähe von Baden sowie die Regionen Bözberg, Jura-Südfuss und den Wellenberg bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden.

Kreis Konstanz bekam Kopie des Gutachtens

Die Vorschläge der Nagra wurden von den Schweizer Behörden geprüft. Am vergangenen Freitag hat das ENSI (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) sein sicherheitstechnisches Gutachten der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu diesem  Gutachten wird die Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) Stellung nehmen. Wenn dann alle behördlichen Gutachten vorliegen, erstellt das BFE (Bundesamt für Energie) einen Ergebnisbericht, der in die öffentliche Anhörung geht. Auch der Landkreis Konstanz hat das sicherheitstechnische Gutachten erhalten. „Und selbstverständlich werden auch auf deutscher Seite die technischen Berichte, die die Nagra für die Standortgebiete vorlegte und die behördlichen Gutachten sowie der Ergebnisbericht, überprüft“, teilte der Kreis Konstanz mit.

Entscheidung über Schweizer Endlager Standort fällt in etwa zehn Jahren

Landrat Frank Hämmerle: „Ich bin sehr dankbar, dass uns der Bund die Expertengruppe Schweizer Tiefenlager (EschT) zur Seite gestellt hat. Diese hochspezielle Materie könnten wir vor Ort gar nicht allein überprüfen, dazu benötigen wir Spezialisten und Experten. Diese Experten nehmen nun auch die fachliche Prüfung vor. Wenn diese vorliegt, werden wir auf deren Grundlage in der öffentlichen Anhörung dann auch fundiert Stellung nehmen können.“ Bis eine endgültige Entscheidung über den Standort fällt, dürften noch mindestens zehn Jahre vergehen.

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