Schweizer sorgen sich wegen Deponie-Altlast und Verkehr

Konstanz weist Schweizer Bedenken wegen Klein Venedig zurück

Konstanz (wak) Nachdem sich Schweizer Umweltverbände kritisch zum geplanten Bau eines Konzert- und Kongresshauses auf dem Areal Klein Venedig geäußert haben, weist die Stadt Konstanz die Bedenken zurück. Aus Konstanzer Sicht sind auch Altlasten, die noch aus Zeiten, in denen Klein Venedig Mülldeponie war, stammen, kein Hinderungsgrund für den Bau eines Konzert- und Kongresshauses.

Schweizer äußern Bedenken wegen Verkehr und Müll-Untergrund

Die Thurgauer Umweltverbände VCS und WWF hatten Einspruch gegen das in Konstanz geplante Konzert- und Kongresshaus eingelegt. Die Thurgauer Umweltverbände fordern, dass die Umweltverträglichkeit des geplanten Konzert- und Kongresshauses umfassender geprüft werden soll. Einwände haben die Schweizer Umweltverbände gegen eine geplante Zufahrt aus der Schweiz, die allerdings  noch längst nicht beschlossene Sache ist. Die Umweltverbände kritisieren, dass sich die Zahl der Parkplätze in der Seeuferzone verdoppeln und die heute schon hohe Verkehrsbelastung am See weiter steigen würde. Außerdem kritisieren die Umweltverbände, dass das Konzert- und Kongresshaus auf einer Deponie-Altlast errichtet werden soll. Dies sei in der Schweiz nicht mehr zulässig. Ein Parkhaus an der Kreuzlinger Hafenmeile sei daher abgelehnt worden.

Nicht unbedingt Zufahrt aus der Schweiz

Im Zusammenhang der Medienmitteilung des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) zum Thema „Zufahrt aus Kreuzlingen in das geplante Parkhaus auf Klein Venedig“ weist die Stadt Konstanz nun darauf hin, dass die Erschließung des Bebauungsplanes „Hafenstraße/Klein Venedig“ auch ohne direkte Zufahrt aus der Schweiz gesichert sei. „Eine optionale Zufahrt wurde im Bebauungsplanverfahren geprüft (Umweltprüfung). Die durch eine eventuelle Zufahrt entstehenden verkehrsbedingten Umweltauswirkungen auf dem Schweizer Anschlussnetz (Freiestraße und Seestraße) werden als verträglich eingestuft“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. In einem gesonderten Verfahren werde die Zulässigkeit der Zufahrt von Kreuzlingen in das Parkhaus geregelt.

Grenzüberschreitende Beteiligung der Behörden geplant

Zum Bebauungsplanverfahren habe es eine umfassende Umweltprüfung gegeben, in der die Auswirkungen des Projekts „Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig“ dargestellt und die „Rahmenbedingungen für eine umweltverträgliche Durchführung des Projekts definiert sind“, so die Stadt. Zum Bebauungsplanverfahren erfolge eine grenzüberschreitende Beteiligung der Schweizer Behörden und Öffentlichkeit ab Mitte März 2010.

Deponie-Altlasten kein Problem

Die Sanierung der Altlasten erfolge nach einem nach deutschem Recht genehmigten Verfahren. „Aus Sicht der Altlastensanierung stellen die Baumaßnahmen kein Hindernis dar“, argumentiert die Stadt. Im Gegenteil reduziere die Zunahme der Versiegelung die Sanierungsaufwendungen.

Fotos: wak/Stadt Konstanz

Ein Kommentar to “Schweizer sorgen sich wegen Deponie-Altlast und Verkehr”

  1. Fenedig
    22. Februar 2010 at 22:20 #

    Bereits die grosse Kreuzlinger Bodenseearena ist problemlos auf dem Deponiegelände am See entstanden. Das von den Umweltverbänden erwähnte Parkhaus wäre von privater Seite viel weiter hinten erstellt worden, unmittelbar an der bereits lange bestehenden Seestrasse – also nicht im klassischen Deponiebereich. An dieser Stelle wurden jahrzehntelang alle möglichen Materialien – feste und lose – direkt über dem Boden gelagert. Beim Bau hätte es sich um die metallene „Testkonstruktion eines vollautomatischen Parkhauses“ gehandelt. Daran mochte schliesslich niemand so recht glauben! Die erste Antwort an die „sich sorgenden“ Schweizer Umweltverbände seitens der Stadt Konstanz ist sachlich korrekt und überzeugt. Der Thurgauer Ableger des VCS (Verkehrsclub der Schweiz), sowie der Thurgauer WWF sprechen etwas an, was vor allem die Schweizerseite betrifft: Neben den bereits vielen eigenen Parkplätzen im Hafenareal ist nun zusätzlich die Frage nach einer direkten Zu- und Abfahrt KKH-Parkhaus gestellt. Kreuzlingen muss sich erklären wie es darüber denkt, und ist entsprechend in das eigentliche Bebauungsplanverfahren mit einbezogen. So lässt sich eine befriedigende Lösung für beide Seiten erreichen.

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