Seemaxx: Jetzt redet der Radolfzeller OB Jörg Schmidt

Radolfzeller OB Jörg SchmidtKonstanz/Radolfzell. Nachdem die Diskussion um eine mögliche Erweiterung des Herstellerverkaufszentrums Seemaxx in Radolfzell emotionale Züge angenommen hat, meldet sich der Radolfzeller Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt zu Wort. Er will die Seemaxx-Diskussion versachlichen und regional denken, schreibt er. OB Dr. Jörg Schmidt erklärt, niemand stelle die Rolle des Oberzentrums Konstanz in Frage. Trotzdem übt er deutliche Kritik an Konstanz.

Berechtigte Radolfzeller Interessen

„Ich wünsche mir eine Versachlichung der Diskussion und eine Zurückführung auf den Kern des Themas,“ so Schmidt. „Radolfzell stellt in keiner Weise die Rolle des Oberzentrums Konstanz in Frage, nur denken wir, dass auch unsere berechtigten Interessen bei unseren Konstanzer Nachbarn Anerkennung finden sollten.“

Nachbarstädte würden angeblich profitieren

Der Radolfzeller OB weiter: „Wir haben es uns in Radolfzell gemeinsam mit der Betreiberin zum Ziel gesetzt, das Seemaxx zu erweitern, weil wir davon überzeugt sind, dass das Seemaxx gut für die Stadt Radolfzell und die Region ist – und wir niemandem weh tun.“ Weiter heißt es in der Stellungnahme des Radolfzeller OB: „Unsere Gutachten und die Prüfgutachten der Nachbarstädte kommen einmütig zu dem Ergebnis, dass für den Einzelhandel in den Nachbarstädten keine Nachteile entstehen. Im Gegenteil: Selbst die Nachbarstädte würden profitieren, niemand fährt nur wegen des Seemaxx an den Bodensee. Auch unser Regionalverband hat deshalb die Verträglichkeit für die Raumschaft bescheinigt.“

OB Schmidt rechnet mit Zustimmung vom Land

Die Stadt Radolfzell hatte im Frühjahr 2010 beim Regierungspräsidium Freiburg die Anträge für die Erweiterung des Seemaxx gestellt. Allein, dass das Land dieses Verfahren eingeleitet hat, zeige, dass die Erweiterung grundsätzlich möglich sei, meint der Radolfzeller OB. „Das Land würde nie und nimmer ein Verfahren einleiten, wenn die Erweiterung grundsätzlich und von vorne herein unzulässig wäre.“

Bessere Chancen mit Ja aus Konstanz

Der Radolfzeller OB will aber die Zustimmung der anderen Städte und er sagt auch warum: „Es würde aber angesichts der bestehenden Rahmenbedingungen die Diskussion erleichtern, wenn sich die Nachbarstädte im Sinne eines regionalen Konsens mit dem Vorhaben einverstanden erklären könnten.“

Seemaxx verzichtet auf 1.000 Quadratmeter

Die Stadtverwaltung Radolfzell hatte im März 2013 die Vorhabenträgerin aufgefordert, mit der Verkaufsfläche von ursprünglich geplanten 10.000 qm auf 9.000 qm im Endausbau zurückzugehen und das Gutachten zur Frage der Regionalverträglichkeit überarbeiten zu lassen, um nochmals ein Zeichen in Richtung der Nachbarstädte zu senden.

Konstanz reagierte nicht

„Und dann haben wir den Nachbarstädten sogar bereits im Vorfeld der Radolfzeller Gemeinderatssitzung vom 4. Juni den Entwurf der Vorlage einschließlich des neuen Gutachtens zur Verfügung gestellt, damit mögliche Aspekte der Nachbarn Konstanz und Singen noch in die Betrachtung hätten einfließen können. Leider kam hier nichts.“ Auch nach der Sitzung vom 4. Juni wurden die Nachbarstädte nochmals um ein Gespräch gebeten, so Jörg Schmidt. „Auch hier erfolgte bislang keine Reaktion“, berichtet der OB.

Harsche Kritik an Konstanz

„Was sollen wir eigentlich noch machen, um in eine sachliche Diskussion einzusteigen?“ zeigt sich Schmidt enttäuscht. „Wir haben das Gefühl, dass man uns am ausgestreckten Arm verhungern lässt und sich jetzt auf Befindlichkeiten zurückzieht. Insofern muss sich insbesondere Konstanz schon fragen lassen, wie es mit seinen Nachbarn umgeht und wie es seine Rolle als Oberzentrum im Interesse der Region definiert. Wir sollten endlich lernen, uns als eine Region zu verstehen.“

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