Seestraßen-Anwohner fühlen sich immer noch gestört

Schon wieder ein Brief an den Oberbürgermeister – Weniger Scherben im Seerhein

Konstanz. Wenn am Freitag und Samstag noch einmal der Hochsommer zurückkehrt, könnten sich Seestraße und Herosépark noch einmal in eine Partyzone verwandeln. Erneut haben am Ende des Sommers Anwohner der Seestraße in einem Schreiben an den OB darauf hin gewiesen, dass das Glasverbot in der Seestraße nicht eingehalten werde und die Bewohner unter Lärmbelästigungen zu leiden hätten. Sie fordern, dass die Stadt die Einhaltung der Polizeiverordnung überwacht und private Security auf Streife schickt.

Weil es ein bisschen laut wird

Seit etwa drei Wochen habe sich die Situation verschärft, heißt es. Die Anwohner behaupten, dass jeden Abend an der Seestraße besonders auf Höhe des Hotel Barleben eine Party steige. Die Anwohner benutzen Vokabeln wie „Vandalismus“, sprechen von „Vermüllung“ und „unerträglicher Lärmbelästigung“. Die Polizei habe oft keine Kapazitäten, um auf Anrufe von Anwohnern zu reagieren.

Jetzt übertreiben sie aber…

Nutzer der Seestraße sollen in Gärten eingedrungen sein, um ihre Notdurft zu verrichten. Die Anwohner schreiben an den OB: „Was sollen wir dagegen unternehmen? Eine Kamera installieren? Einen scharfen Hund anschaffen oder uns anderweitig zur Wehr setzen?“ Die Briefeschreiber zweifeln aber gleich selbst daran, dass solch eine Reaktion angemessen wäre.

Angebliches Versagen der Verwaltung

Wörtlich heißt es: „Wir erleben jeden Morgen, dass die Technischen Betriebe der Stadt den ,Gesellschaftsmüll‘ entfernen.“ Das verursache Kosten und es sei das „Eingeständnis das Versagens der öffentlichen Verwaltung“. Die Stadt habe ein Glasverbot erlassen und sei nicht in der Lage es durchzusetzen.

Nicht alle Anwohner fühlen sich gestört

Nicht alle Anwohnern allerdings gefällt der Ton. Sie fürchten, dass die Proteste, wenn sie immer wieder von denselben Betroffenen wiederholt werden, nicht mehr ernst genommen werden könnten. Wenigstens im Herosépark und vor den Hofgärten hat das Glasverbot offenbar zu einer Verbesserung geführt. An den Badeplätzen hätten sich in diesem Sommer weniger Scherben im Wasser gefunden als in vorhergehenden Sommern.

Unzufriedene Anwohner in der Minderheit

Mit dem Glasverbot hatten sich Oberbürgermeister und Gemeinderat weit aus dem Fenster gelehnt. Es folgte ein Proteststurm, weil sich Nutzer des öffentlichen Raums in ihren persönlichen Freiheitsrechten zu sehr eingeschränkt fühlten. Eine Vielzahl von Nutzern der öffentlichen Badeplätze hingegen fand das Glasverbot gut – das Verletzungsrisiko sank. Trotzdem hatte zum Beispiel der Konstanzer SPD-Ortsverein vor wenigen Wochen erklärt, dass er das Glasverbot ablehnt, obwohl die SPD-Gemeinderatsfraktion dafür gestimmt hatte. Das Verständnis für Anwohner, die sich aufgrund der Nutzung des öffentlichen Raumes dauerhaft gestört fühlen, ist „gefühlt“ merklich gesunken.

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