Sehr gute Noten für die Pflegeheime der Konstanzer Spitaltiftung

Konstanz. Die Bewohner sind öfter dement, verbringen nur kurze Zeit im Pflegeheim und es fehlt an Mitarbeitern. Trotzdem können die Konstanzer beruhigt alt und gebrechlich werden. Die Pflegeeinrichtungen der Spitalstiftung leisten eine gute bis sehr gute Qualität der Pflege und Betreuung. Dies unterstreichen die jährlich wiederkehrenden Benotungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). In den aktuellen Bewertungen erreichen die meisten Heime der Spitalstiftung die Note „sehr gut“. Lediglich das „Haus Salzberg“ bekommt aufgrund seiner besonderen Situation mit der Note 1,5 ein „gut“. Im AOK-Pflegeheimnavigator sind die Bewertungen für jedes Pflegeheim zu finden. Das teilte die Stadt mit. 

Pflege vor großen Herausforderungen

Die sehr guten Bewertungen für die Heime der Spitalstiftung erhalten, so die Interpretation der Stadt, durch die „gegenwärtigen schwierigen Rahmenbedingungen der Pflege“ eine besondere Bedeutung. Die Bereitstellung des erforderlichen Personals für Pflege und Betreuung erweise sich angesichts der demografischen Entwicklung im Allgemeinen und der Konstanzer Grenzlage zur Schweiz im Besonderen für die Spitalstiftung oft als eine große Herausforderung.

Note 1,2 bundesweiter Schnitt

Zum Vergleich: Die bundesweite durchschnittliche Gesamtnote für ambulante Dienste liegt bei 1,5 und für stationäre Einrichtungen bei 1,2. Das geht aus so aus einer aktuellen Pflegenotenstatistik hervor, die die Pflegekassen Anfang November 2012 veröffentlicht haben.

Notfalls mit Leiharbeitern und Freelancern

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen gelinge es der Spitalstiftung, eine gute bis sehr gute Qualität der Pflege und Betreuung zu gewährleisten. Möglich sei außer durch das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch durch die Bereitschaft, unkonventionelle Wege einzuschlagen. Phasenweise sind die Einrichtungen in Konstanz auch auf Leiharbeitskräfte und freiberuflich tätige, selbständige Pflegekräfte, die aus ganz Deutschland kommen, angewiesen, um Engpässe zu überbrücken.

Interessenkonflikte

In seiner letzen Sitzung hat sich der Spitalausschuss ausführlich mit der Situation der Pflege in den Einrichtungen der Spitalstiftung beschäftigt. Themen waren unter anderem der laufende Organisationsentwicklungsprozess in den Einrichtungen, aber auch der Wirtschaftsplan und der Quartalsbericht. „Wie in vielen anderen Pflegeheimen setzen sich die Einrichtungen der Spitalstiftung intensiv und konstruktiv mit den manchmal widerstreitenden Anforderungen an Qualität im Interesse der Betreuten, Mitarbeiterbedürfnissen und Wirtschaftlichkeit des Leistungsangebots auseinander“, teilte die Stadt mit.

Problem demografischer Wandel

„Diesen Spagat zu bewältigen ist keine leichte Aufgabe, sondern eine permanente Herausforderung“, stellt Ingeborg Rath, die Leiterin der Spitalstiftung, fest. Kürzere Heimaufenthaltszeiten von Bewohnern, eine Zunahme von Personen mit dementiellen Erkrankungen, die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl hochaltriger, hilfe- und pflegebedürftiger Menschen und gleichzeitig einer eher kleiner werdenden Zahl Jüngerer, die Aufgaben in der Betreuung und Pflege dieses Personenkreises übernehmen können – das seien die Eckpunkte der aktuellen Entwicklung, die die schwierige Aufgabe der Spitalstiftung markieren.

Am 27. Februar 2013 lädt die Stadt zu einer breiten öffentlichen Debatte ein über die Situation der Pflege unter Einbeziehung der verschiedenen Akteure, die sich an der Versorgung beteiligen. Ort und Zeit gibt die Stadt  noch bekannt.

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