Seit Donnerstag probt das Sommertheater in Überlingen

Sommerliche Leichtigkeit und viel Musik auf der anderen Seite des Sees – Hauptstück „Spiel’s nochmal, Sam“

Überlingen. Zwei Busse mit neun Sitzen und Schauspielern an Bord umrunden seit heute zweimal täglich den Überlinger See. Erste Abfahrt ist am Konstanzer Stadttheater und Ziel ist Überlingen, wo am 1. Juli das Hauptstück des Sommertheaters, „Spiel’s nochmal, Sam“ Premiere hat. Auf dem Spielplan steht im ehemaligen Kirchenbau am Rande des idyllischen Badgartens eine Komödie.

Die Hälfte der Karten verkauft

So wie im Sommer Gourmets frischen, sommerlich leichten Köstlichkeiten vor schweren Gerichten mit dicken Soßen den Vorzug geben, zieht auch das Theaterpublikum eine unbeschwerte Komödie schwerem Stoff vor. Das Konstanzer Theater scheint mit seiner Auswahl richtig zu liegen. Knapp die Hälfte der Karten fürs Sommertheater sind bereits verkauft.

Woody Allen an Sommerabenden

Fünf Wochen lang sind Konstanzer Schauspieler vom 1. Juli an mit ihren Aufführungen auf der anderen Seite des Sees zu Gast. In ihrem Übersee-Reisekoffer bringen sie leichtfüßige Unterhaltung mit, das Stück „Spiel’s nochmal Sam“ von Woody Allen. Seit Donnerstag probt das Ensemble mit Regisseur Andreas Bauer am original „Schauplatz“ in der Kapuzinerkirche. Die Komödie, die erfolgreich am Broadway lief, bevor Woody Allen den Film drehte, stammt zwar aus den 70-er Jahren, die Überlinger bekommen aber eine überarbeitete Fassung zu sehen.

Humphrey Bogart meets Überlingen

Der Stoff ist sozusagen ein Dauerbrenner. Jahrelang hat der Filmkritiker Allan Felix, gegeben von Zeljko Marovic, ein perfektes Leben geführt, bis ihn seine Frau verlässt. Linda und Dick, ein befreundetes Paar, kümmern sich um ihn – und der Protagonist verliebt sich ausgerechnet in Linda. In seiner Fantasie trifft Allan Felix Humphrey Bogart, gespielt von Frank Lettenewitsch, der zu seinem persönlichen Lebensberater wird. Der junge Zeljko Marovic, der Hauptdarsteller neben dem Altmeister, wird ab der kommenden Spielzeit festes Mitglied des Konstanzer Ensembles. Das Überlinger Publikum sieht ihn nun schon vorab in einem Preview.

Adieu und demnächst in Afrika

Besonders glücklich ist Kerstin Daiber, die die Fäden zusammenhält, dass sie für den 3. Juli auch noch die letzte Vorstellung von „Nkhata Bay – Inventing Parzival“ in Deutschland ankündigen kann. Das Stück handelt von vier Schauspielern vor dem Abflug nach Malawi. Fragen und Ängste vor furchtbaren Krankheiten und wilden Tieren treiben sie um. Zu sehen ist das Stück demnächst tatsächlich in Malawi und die weißen Schauspieler sollen die Afrikaner zum Lachen bringen. Aktuell ist im Gegenzug gerade ein afrikanisches Stück in Konstanz zu sehen. Das Überlinger Publikum darf im Sommertheater an der Partnerschaft des Konstanzer Theaters mit dem in Malawi teilhaben.

Faust im Gewölbekeller

Eine Besonderheit des Überlinger Sommertheaters ist es auch, dass das Ensemble mit einem Stück die ehemalige Kapuzinerkirche, in der 200 Zuschauer Platz finden, verlässt. Auch dieses Mal wird es wieder so sein. Das Figuren- und Puppentheater zeigt „Faust der Tragödie erster Teil“ im Gewölbekeller der Narrenzunft in der Turmgasse.

Theater für die Ohren

Einen besonderen Akzent setzen die Sommertheatermacher in der Kapuzinerkirche in diesem Sommer auch auf Musikalisches. Zwar führen die Konstanzer nicht die ganze Janis Joplin auf, geben wird es aber exklusiv „Janis in Concert“. Beim Revival der Flower-Power-Ikone lässt Monika Vivell noch einmal – wie in der zu Ende gehenden Spielzeit in Konstanz – die weiße Bluessängerin auferstehen. Wenn sich Jazz und Sommertheater treffen, darf natürlich auch ein anderer Musiker nicht fehlen. In Überlingen mit dabei ist wieder Paul Amrod, dieses Mal mit „In Praise Of The Woman“, eine Ode an die Frau.

Deutsche Töne von Ringelnatz & Co

Die schönsten Melodien aus Oper, Opertette und Musical – von La Traviata bis West Side Story – erwartet das Publikum bei „Musikalischen Intermezzi“ von „Verdi bis Bernstein“. „Deutsche Töne“ präsentiert Herwig Lucas in einem Best-Of aus seinen Programmen mit Texten von Kästner, Tucholsky und Ringelnatz. Ein „Piano & Forte – Concerto Acrobatico“ verspricht Komiker Olli Hauenstein.

Alte Bekannte

Treffen werden sich, so liest sich das Programmheft, in Überlingen wieder viele alte Bekannte. Und auch sonst setzte das Theater auf Bewährtes. Das Konstanzer Publikum kann sich wieder ein KombiTicket kaufen, das neben der Theaterkarte zugleich Nahverkehrsticket ist und die stressfreie Anreise mit dem Schiffchen ab Wallhausen ermöglicht. Die Rückfahrt ab Überlingen ist jeweils um 21.35 Uhr nach Ende der Theaterabende.

Mehr Infos auch unter www.sommertheater-ueberlingen.de.

Fotos: Stadttheater Konstanz Ilja Mess

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