Seitenbau schlägt neue Seiten auf

Mittelständische Softwarefirma baut Kinderhaus in Konstanz

Konstanz (wak) Die Firma Seitenbau schlägt in Konstanz neue Seiten auf. Im Stromeyersdorf entsteht eine neue Kindertagesstätte. Gebaut werden 40 neue Plätze. Die Kindertagesstätte, die voraussichtlich im Oktober 2010 öffnet, ist die erste, die in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Konstanz und einem mittelständischen Betrieb entsteht. Als Investor tritt die Softwarefirma Seitenbau auf – betreiben wird die neue Kita der Förderverein Krümelkiste.

Unternehmen schafft Plätze für Kleine

Die Hälfte der insgesamt 40 Plätze – 20 Kindergartenplätze und 20 Krippenplätze für unter Dreijährige sind geplant – steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von im Stromeyersdorf ansässigen Firmen zu Verfügung. Die übrigen Plätze werden über das Wartelistenverfahren vergeben. Bewerben können sich alle Konstanzer Eltern.

Junge Firma hilft Eltern

Während andere noch reden, schafft die noch junge Firma Seitenbau Tatsachen. Derzeit beschäftigt das 1996 gegründete IT-Unternehmen – ein Anbieter intelligenter Systemlösungen für Internet, Intranet und Extranet – etwa 55 Mitarbeiter an den Standorten Konstanz und Köln. „Mit der Kinderbetreuung steht und fällt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für mindestens ein Elternteil“, begründet Seitenbau das Engagement der Firma.

Attraktivere Arbeitsplätze

Das mittelständische Unternehmen zitiert eine Studie des Allensbacher Instituts, die zeige, dass in Deutschland vor allem das Angebot an Plätzen für die Betreuung der unter Dreijährigen noch immer unzureichend ist und Eltern die schnelle Rückkehr in den Beruf erschwert. Für Seitenbau ist klar: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist aus Unternehmenssicht genauso ein Anliegen wie für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Vom Angebot betrieblicher Kinderbetreuungsplätze hängt schließlich auch die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber und die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts ab, argumentiert Seitenbau.

Alternative arbeitsplatz– statt wohnortnah

Eine Befragung aller im Industriegebiet Stromeyersdorf ansässiger Firmen im Januar 2007 hatte ergeben, dass ständig ein Bedarf von etwa 10 bis 15 betrieblichen Betreuungsplätzen für Kleinkinder vorhanden ist. Der mittelständische IT-Dienstleister hat reagiert und und baut. Im Gegensatz zu kommunalen oder kirchlichen Betreuungsangeboten, die in Wohnortnähe ihre Plätze anbieten, entstehen, wo einst bei Stromeyer Zelte genäht und Stoffbahnen gefärbt worden sind, die neuen Kita Plätze, in der Nähe der Arbeitsplätze der Eltern.

Ferien nur an Weihnachten

Die neue Kita im Stromeyersdorf betreut Kinder jeweils montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Das entspricht einer 50-Stunden-Woche. Die Kita bietet den Kleinen auch ein Frühstück und ein Mittagessen. Geschlossen ist die von einem privaten Investor gebaute Kita nur acht Tage im Jahr – zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Stress der Eltern während der vielen Kindergarten-Ferien entfällt somit.

Vorbild Montessori-Pädagogik

Träger der neuen Kita wird der Verein Krümelkiste, der sich schon seit 1993 um Kinderbetreuung in einer Kita im Studentenwohnheim Albertus-Magnus-Haus in der Rheingutstraße kümmert. Die neue Kita wird die zweite des Vereins werden. Das pädagogische Konzept soll an die Montessori-Pädagogik angelehnt sein. Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Los gehen soll es mit dem Angebot am 1. Oktober diesen Jahres.

Stadt zahlt Investitionskostenzuschuss

Kosten wird die Kita rund 1,6 Millionen Euro. Den größten Teil der Investition bezahlt das Softwareunternehmen, das einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von rund einer halben Million Euro von der Stadt erhält und mit den 40 Plätzen dazu beiträgt, Konstanz zu einer familienfreundlicheren Stadt zu machen. Wichtig für alle, die nicht im Stromeyersdorf arbeiten: Ab 1. April können sich Eltern, die sich um einen der öffentlichen Plätze bewerben möchten, auf einer Anmeldeliste eintragen.

Noch mehr neue Krippenplätze

Neben der neuen Kita, die die Stadt zusammen mit dem Mittelständler auf den Weg bringt, sind 2010 auch noch weitere Verbesserungen bei der Kinderbetreuung in Konstanz geplant. Der Kindergarten St. Stefan wird zur Ganztagseinrichtung. Es gibt dort dann auch zehn Krippenplätze. Neu entstehen weitere 20 Krippenplätze im Städtischen Kindergarten Urisberg. Zur Ganztagseinrichtung mit zehn Krippenplätzen wird auch der Kindergarten St. Gallus.

Foto: pixelio.de/Cornerstone

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