Selbsthilfegruppen zur Woche der „Seelischen Gesundheit“

Strukturelle Teilhabe Psychischkranker verbessert sich – Größte Angst vor Arbeitsplatzverlust

Konstanz. Anlässlich der Woche der „Seelischen Gesundheit“ machen die Selbsthilfegruppen zu Zwangserkrankungen und Phobien sowie Depressionen im Landkreis Konstanz auf die noch immer vorhandene gesellschaftliche Stigmatisierung von Betroffenen psychischer Erkrankungen aufmerksam.

Bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

„Zwar hat sich die strukturelle Teilhabe verbessert, im alltäglichen Umgang mit psychisch Erkrankten tut sich in der Bevölkerung aber noch zu wenig“, sagen die Gruppenleiter der Selbtshilfegruppe Lichtschein Kerstin Kuhny und Dennis Riehle. Die Gruppen machen Angebote am Menschen, die von Depressionen, Mobbing oder BurnOut betroffen sind oder Zwängen und sozialen Phobien leiden. Noch immer meiden viele Erkrankten, die mit seelischen Leiden konfrontiert sind, es aber, sich zu ihrer Erkrankung zu bekennen, sagen die beiden Leiter der Selbsthilfegruppen. „Hauptsächlich sehen wir eine Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes“, sagt Kerstin Kuhny. „Viele Betroffene meinen, dass ein zu der Krankheit Stehen mit einer Kündigung gleichzusetzen ist“.

Unzumutbar langes Warten auf Therapieplätze

Es sei unzumutbar, so Dennis Riehle, wenn Erkrankte Monate auf einen Therapieplatz warten müssten. „Leider sollen wir als Selbsthilfegruppen dann einspringen. Dabei können wir gar keine Alternative zu einer fachkundigen Unterstützung sein. Uns geht es lediglich darum, die bestehenden Netze aus Ärzten, Psychologen und Beratungsstellen sinnvoll mitzutragen. Wir sind ein Zusatz, kein Ersatz“, stellt Dennis Riehle fest. Einige Vorurteile sind aber nicht mehr existent. „Durch die Thematisierung in den Medien fühlen sich beispielsweise Depressionserkrankte nicht mehr völlig ausgegrenzt“, so die Leiter der Gruppen. Psychisch Erkrankte sollten dieselben Chancen und Möglichkeiten bekommen wie jeder Andere auch – das sei besonders eine Aufgabe des Einzelnen. „Die Verantwortung trägt nicht nur der Staat, sondern auch jeder, der von unserem allseitigen Miteinander Verständnis für seine eigene Situation erwartet. Niemand bleibt heute von Sorgen verschont“ so Kerstin Kuhny.

Kontakt: Dennis Riehle, Telefon 07531/955401, Mail: Dennis.Riehle@t-online.de oder Selbsthilfekontaktstelle im Landkreis Konstanz, Telefon 07531/800-1787, info@selbsthilfe-kommit.de

Foto: Rainer Sturm PIXELIO www.pixelio.de

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