Sexuellen Missbrauch nicht zur Schließung des Internats Gaienhofen missbrauchen

Auch Ex-Schüler Schriftsteller Bodo Kirchhoff will Internat auf der Höri erhalten

Gaienhofen Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff (61) hat sich in der Debatte um den Erhalt der Internatsschule Schloss Gaienhofen auf die Seite der Befürworter des Internats gestellt. Er unterstützt den Appell von inzwischen über 400 Altschülern, Eltern, Förderern und Mitarbeitern, die von der Evangelischen Landeskirche eine Chance für das traditionsreiche Internat am Bodensee erbitten.

Zehn Jahre Schüler des Internats

Die kirchliche Schulstiftung verfolgt derzeit das Ziel, das Internat 2012/13 zu schließen und die Schule nur noch als reine Regionalschule fortzuführen. Bodo Kirchhoff war von 1959 bis 1968 interner Schüler des Internats. In seinem 2007 erschienenen Roman „Eros und Asche“ schildert er die Internatsjahre am Bodensee und gedenkt eines früh gestorbenen Freundes aus dieser Zeit.

Sexueller Missbrauch kein Schließungsgrund

Im Zusammenhang mit der Missbrauchsdiskussion an kirchlichen Einrichtungen meldete sich Kirchhoff vor einigen Monaten im Magazin „Der Spiegel“ zu Wort und berichtete erstmals von der ihm zugefügten sexuellen Gewalt durch einen Lehrer Anfang der 60er Jahre. Die evangelische Schulstiftung nimmt in ihren aktuellen Schließungsabsichten auch auf diese Missbrauchsdebatte Bezug. Das hält Bodo Kirchhoff für „Blödsinn“. Fälle aus lange zurück liegender Zeit dürften nicht als Argument heran gezogen werden, das Internat Gaienhofen nun zu schließen.

Kirche entscheidet kommende Woche

Die Initiative „Pro Gaienhofen“, die der Schriftsteller als prominenter Ehemaliger unterstützt, setzt sich dagegen mit eigenen Angeboten und finanziellen Förderzusagen dafür ein, die Internatsschule wieder wettbewerbsfähig zu machen. Am 9. September soll die Schulstiftung nach dem Willen des zuständigen Oberkirchenrats Christoph Schneider-Harpprecht einen zunächst gescheiterten Schließungsbeschluss erneut fassen und damit das Schicksal des Internats besiegeln.

Foto: Screenshot Website Bodo Kirchhoff

Ein Kommentar to “Sexuellen Missbrauch nicht zur Schließung des Internats Gaienhofen missbrauchen”

  1. goegy janos
    8. September 2010 at 00:35 #

    Es erstaunt und befremdet zugleich immer wieder, wie massgebliche evang. Kreise, wo immer sie in den Medien das Sagen haben ( z.B. „Süddeutsche“), ihre oekumenische Partnerkirche ständig erneut in den Dreck zu ziehen versuchen , bezüglich klerikaler Missbrauchsfälle – meist nicht einmal überprüfbar, da Täter längst verstorben , verbunden mit repetitiver Wiederholung wirklicher ( bedauerlicher ) )Fakten, aber auch von vielen Unterstellungen . Von katholischer Seite ist zum Glück Gleiches nicht geschehen.

    Gaienhofen soll weiter leben. Trauriges aus der Vergangenheit darf ruhen. Man möge mit Zuversicht in die Zukunft blicken! Dem Institut die besten Wünsche für Gedeihen und Erfolg!

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