Siegfried Lehmann zornig über Entlassungen bei Solarunternehmen Centrotherm in Konstanz

Green City spürt Folgen der Kürzungen bei Solar – Unternehmen investiert in Konstanz und streicht Stellen

Konstanz. Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann (Grüne) zeigt sich bestürzt über den Verlust von 20 Arbeitsplätzen am Konstanzer Standort des Anlagenbauers Centrotherm: „Die Entlassungen bei Centrotherm sind bedauerlicherweise ein Beleg für die verfehlte und rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik der Bundesregierung“, so Lehmann. Das Solarunternehmen Centrotherm, das erst seit kurzem eine Forschungseinrichtung in Konstanz betreibt, gab bekannt, 20 Arbeitsplätze am Standort Konstanz streichen zu müssen. Am Hauptsitz des Unternehmens in Blaubeuren sind sogar 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem Arbeitsplatzabbau betroffen.

Landtagsabgeordneter kritisiert Abwürgen der Energiewende

„Mit den drastischen Kürzungen bei der Solarförderung würgt die schwarz-gelbe Bundesregierung eine Zukunftsbranche und damit auch die Energiewende ohne Not ab“, kritisierte der Abgeordnete Siegfried Lehmann. Zum 1. Januar 2012 ist – noch auf der Grundlage des EEG 2011 – eine Kürzung um 15 Prozent gegenüber 2011 wirksam geworden. Zusätzlich habe die Bundesregierung weitere Kürzungen zum 1.April für Dachanlangen bzw. am 1. Juli 2012 für Freiflächenanlagen beschlossen. „Damit würde die Förderung von Solarstrom binnen eines halben Jahres um 27,75 Prozent sinken. Diese rasanten Kürzungen spiegeln die Marktentwicklung in keiner Weise wieder und bringen die gesamte Solarbranche in Schwierigkeiten“, so Lehmann.

Innovative Unternehmen leiden

Als besonders dramatisch sieht Lehmann die Tatsache, dass der Bereich der Forschung und Entwicklung von den Kürzungen betroffen ist. „Innovative Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien sind nicht nur notwendig für die Energiewende“, führte Lehmann weiter aus, „sondern werden auch für den Erfolg deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt von entscheidender Bedeutung sein.“

Brief an Bundestagsabgeordnete unbeantwortet

Erst im Februar hatte sich der Konstanzer Abgeordnete Siegfried Lehmann in einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten Birgit Homburger, MdB (FDP) und Andreas Jung, MdB (CDU) gewandt und vor den Auswirkungen der Kürzungen auf die Solarbranche in der Region Konstanz gewarnt. Eine Reaktion darauf habe er nicht erhalten. „Gerade mit Blick auf den Arbeitsplatzabbau, den die Region in den letzten Wochen erleben musste, hätte ich mir von meinen Kollegen im Bundestag mehr Einsatz für den Wirtschaftsstandort Konstanz gewünscht“, sagte Siegfried Lehmann.

Grün-rot stimmt im Bundesrat gegen Kürzungen

Die grün-rote Landesregierung, so Lehmann, hat bereits angekündigt, die von der Bundesregierung vorgesehenen Kürzungen im Bundesrat abzulehnen und sich für eine verträgliche Kürzung der Solarförderung einzusetzen.

2 Kommentare to “Siegfried Lehmann zornig über Entlassungen bei Solarunternehmen Centrotherm in Konstanz”

  1. Fafnir
    24. März 2012 at 13:21 #

    Die Entlassungen bei Centrotherm sind kein“Beleg für die verfehlte und rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik der Bundesregierung“, sondern der Beleg, daß wir zum Glück noch nicht ganz in einer staatlich gelenkten Planwirtschaft leben. Jeder Arbeitsplatz in der Solarbranche wird jährlich mit 250.00 EUR subvenstioniert. Da dafür die Steuern natürlich nicht reichen, werden diese Arbeitsplätze kurzerhand mit Schulden bezahlt. Haben wir nicht gerade eine Staatsschuldenkrise? Und überhaupt: Was sollen wir mit einer unnützen Technik, die nur dann Strom liefert, wenn gerade die Sonne scheint? Dafür muss erstens der Steuerzahler mitsamt seinen Kindern und Kindeskindern blechen und dann zweitens auch noch die Stromkunden. Letztes Jahr wurden in Deutschland 600.000(!) Haushalten der Strom abgeklemmt, weil die Stromrechnungen nicht bezahlt werden konnten. 41% vom Strompreis sind Abgaben, Umlagen und Steuern! Weil im Namen Klimareligion solare Ablassbriefe zum Zwang für alle Bürger erklärt werden. Schluss mit diesem Subventionswahn und Schluss damit, daß grünsozialistische Weltverbesserer in der Wirtschaft herumpfuschen. 100 Milliarden EUR im Jahr für den Klimarettungswahn. Alles auf Pump! Zum Vergleich: Nur 25 Milliarden EUR für HartzIV. Und da reicht es schon nicht. Von der heruntergekommenen Bildung ganz zu schweigen.

  2. anonymous
    24. März 2012 at 17:35 #

    Gilt genauso ach für Atomenergie, die ebenfalls verdeckt Subventioniert wird. Würden die AKW Betreiber rücklagen für die Endlagerung bilden müssen, würde Atomstrom wesentlich teurer werden. Rund 100.000 Jahre Lagerung und Überwachung kosten halt einiges. Im Moment wird das alles vom Staat bezahlt. Das nur mal so als Randnotitz weil ich die ganze Pro Atomkraft und Pro Solar *cheiße nicht mehr lesen kann.
    Am günstigsten derzeit ist wohl Gas,Kohle und Wind. Aber auch nur eine Frage der Betrachtungsweise, sofern die Umweltverschmutzung als Externalität unberücksichtigt bleibt stimmt die Rechnung. Andererseits wenn wir nicht verschmutzen machen es eben die anderen, das ewige Problem der Allmendegüter…

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