Singen sagt ja zu Krankenhaus-Kreis-Holding

Weg für „Kreiskrankenhaus“ im Landkreis Konstanz ist frei

Konstanz. Der Singener Gemeinderat hat am Dienstagnachmittag ja gesagt. Auch Singen will eine Zusammenarbeit der Krankenhäuser im Kreis Konstanz. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Konstanzer Gemeinderat für eine Kreis-Holding ausgesprochen. Da aus wirtschaftlichen Gründen weder der HBH-Verbund noch das Konstanzer Krankenhaus dauerhaft isoliert überlebensfähig wäre, gilt eine Kreis-Holding als einzige Alternative zu einer Privatisierung der Kliniken im Kreis.

Singen sagt aus Vernunftgründen ja

Peter Fischer, Geschäftsführer des Gesundheitsverbundes HBH-Kliniken, hatte am Montag vor dem Kreistag mehrere Szenarien durchgespielt. Er sagte, dass eine Privatisierung des Konstanzer Klinikums, sollte es zu keiner Kreislösung kommen, einen aggressiven Wettbewerb zur Folge hätte. Solch einem Wettbewerb könnten die HBH-Kliniken nach Überzeugung des Geschäftsführers nicht stand halten.

Konstanz allein ohne Überlebenschance

Der Verwaltungsdirektor des Konstanzer Klinikums Rainer Ott hatte vor wenigen Wochen öffentlich gesagt, die Krankenhäuser hätten auf Bundesebene keine große Lobby. Wenn die niedergelassenen Ärzte mehr Geld bekämen und die Krankenkassenbeiträge sinken, bliebe für die Kliniken im kommenden Jahr noch weniger Geld übrig. Geforderte Mindestmengen werden eine Spezialisierung im Kreis nötig machen.

Drei Partner möchten Kreis-Holding

Landrat Frank Hämmerle hatte am Montag noch erklärt, alle drei Partner, Konstanz, Singen und der Landkreis, müssten die Strukturveränderung wollen. Zuletzt hatte es Zweifel an der Haltung Singens gegeben. Die Singener CDU-Stadträtin Veronika Netzhammer hatte in der vergangenen Woche den Eindruck erweckt, dass bei einer Kreislösung die HBH-Kliniken für das Defizit des Konstanzer Klinikums aufkommen müssten. Der Konstanzer Oberbürgermeister hatte das zurück gewiesen. Landrat Hämmerle sagte am Montag, er glaube, die Kreis-Lösung sei der richtige Weg. Doppelstrukturen in nur 30 Kilometer von einander arbeitenden Kliniken passten nicht mehr in die Zeit. Außerdem dürften sich die geforderten Fallzahlen auch nur erreichen lassen, wenn die Kliniken zusammenarbeiten.

Nur Stockach orientiert sich um

Der HBH-Verbund mit den drei Akutkrankenhäusern in Singen, Engen und Radolfzell sowie das Konstanzer Klinikum mit dem Vinzensius Krankenhaus werden in der neuen Klinik-Holding aufgehen. Nur die Stadt Stockach möchte mit ihrem Krankenhaus offenbar einen anderen Weg gehen und orientiert sich nach Sigmaringen. Dass sich Stockach aus dem Kreis verabschieden möchte gefährdet die Holding aber nicht.

Medizinische Schwerpunkte werden verteilt

Klar ist auch, dass die Eckpunkte für die Verteilung der medizinischen Schwerpunkte als Anfangsszenario vorliegen. Die Grundversorgung bleibe an allen Standorten erhalten, so der aktuelle Stand. Welche Klinik sich später worauf spezialisiert solle „unter Berücksichtigung vorhandener Ressourcen und wirtschaftlicher Vernunft“ entschieden werden. Kommunalpolitiker werden sich in Zukunft aus dem operativen Geschäft heraus halten – entschieden wird aus wirtschaftlichen und nicht mehr aus politischen Gründen. In etwa drei bis fünf Jahren soll das medizinische Konzept umgesetzt sein.

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