Singener „Wochenblatt“ diskutiert nur noch mit den vier großen Parteien

Am Montag hat das „Wochenblatt“ allen anderen Diskussionsteilnehmern abgesagt – ÖDP-Kandidat protestiert

Singen/Konstanz. Am Montagmorgen hat das Singener „Wochenblatt“ angekündigt, am Aschermittwoch nur noch mit den Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien diskutieren zu wollen. Alle anderen Parteien hat die Wochenzeitung ausgeladen, nachdem sich die Kandidaten von CDU, SPD, FDP, Grünen, ÖDP, Piraten und Linken geweigert hatten, mit den Rechten auf einem Podium zu diskutieren.

 

Singener „Wochenblatt“ rettet sich

 

Wörtlich teilte das Singener „Wochenblatt“ mutmaßlich nach Rücksprache mit den großen Parteien den Kandidaten der sonstigen Parteien mit: „Das Singener Wochenblatt wollte bei seinem Politischen Aschermittwoch am 9. März in der Singener Scheffelhalle den Wählern die Chance geben, alle vom Kreiswahlausschuss zur Wahl zugelassenen Kandidaten im Wahlkreis 57 kennenzulernen. Nach zweimonatiger Vorbereitungszeit hat es sich aber gezeigt, dass das in der heutigen politischen Landschaft nicht umsetzbar ist. Wir haben das zur Kenntnis nehmen müssen und beschränken uns jetzt bei der Veranstaltung auf die Vertreter der im Landtag vertretenen Parteien. Allen anderen müssen wir hiermit eine Absage erteilen.“

 

Alle sonstigen Parteien seit Montag ausgeladen

 

Die Nachricht ging an Michael Krause (Die Linke), Benjamin Hennes (NPD), Franz Weber (ÖDP), Markus Haberstock (Piraten) und an Simone Beck (Republikaner). Eine Unterscheidung zwischen den sonstigen Parteien macht das Wochenblatt nicht. Anscheinend fehlte es Verlagsleiter Anatol Hennig an Courage, nur die Kandidaten der rechten Parteien – wie von allen anderen gefordert – auszuladen. Zunächst, nachdem die Kandidaten der großen Parteien erklärt hatten, nicht mit NPD und Republikanern auf einem Podium diskutieren zu wollen, hatte das „Wochenblatt“ versucht, die Aschermittwochsveranstaltung zu retten und die sonstigen Parteien, inklusive der Rechten, an einen Katzentisch zu setzen. Michael Krause (Die Linke) hatte deswegen seine Zusage, an der Veranstaltung teilzunehmen, empört zurückgezogen. Piraten und ÖDP taten dasselbe. Unter diesen Bedingungen wollten sie nicht mit diskutieren.

 

ÖDP-Kandidat protestiert

 

Der Landtagskandidat der ÖDP bedauerte es mittlerweile, dass nun nur noch die im Landtag vertretenen Parteien eingeladen sein sollen. Er sagte am Montag: „Wenn ich an einem Podium zusammen mit Rechtsparteien nicht teilnehmen will, heißt das nicht, dass ich grundsätzlich an der Podiumsdiskussion am Aschermittwoch nicht teilnehmen möchte.“ Weber weiter: „Vielmehr habe ich großes Interesse an einer solchen Teilnahme, da ich zwar nicht im Landtag, so doch zumindest im Regionalverband Bodensee-Oberschwaben für die ÖDP vertreten bin.“

 

Kein Recht auf Chancengleichheit

 

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hatte noch am Montag vergangener Woche auf das „Recht auf Chancengleichheit“ ­– zumindest bei Podiumsdiskussionen an Schulen – hingewiesen. Eine nicht im Landtag vertretene Partei dürfe nicht bei Podiumsdiskussionen an Schulen ausgeschlossen werden, hatte das Gericht entschieden. Geklagt hatte die Partei Die Linke. Der Verwaltungsgerichtshof hatte „das verfassungsrechtlich verankerte Recht der politischen Parteien auf Chancengleichheit im Wahlkampf“ hervorgehoben ( Urteil (Az.9 S499/11). Das wiederum kümmert die Veranstalter von Podiumsdiskussionen nicht in jedem Fall. So planen das neben dem Singener „Wochenblatt“, das Quartierszentrum Berchen-Öhmdwiesen in Konstanz, Verbände wie der BUND ebenfalls in Konstanz, der Südkurier in Konstanz oder das Überlinger Gymnasium weiterhin Podiumsdiskussionen, zu denen nur die im Landtag oder in einigen Fällen wenigstens auch die im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen sind. Alle anderen müssen draußen bleiben.

 

Foto: Walter Eberl PIXELIO www.pixelio.de

 

11 Kommentare to “Singener „Wochenblatt“ diskutiert nur noch mit den vier großen Parteien”

  1. Alles Knallköppe
    7. März 2011 at 11:30 #

    Soso. Die „großen“ Parteien wollen also keinen demokratischen Meinungsaustausch. Danke für diese deutliche Wahlempfehlung. Was aber soll eigentlich daran couragiert sein, nur „rechte“ Parteien auszuladen? Das ist Wählerverhöhnung erster Kajütte. Angezettelt haben es die Linken. Die zeigen somit glasklar, wohin die Reise mit ihnen geht. Direkt in die Meinungsdiktatur und in den roten Faschismus, der Andersdenkende unterdrückt. Heute noch durch mediale Hetze, morgen mit Lagerhaft! Wehret den Anfängen!
    Aber etwas Gutes hat dieses lächerliche Hickhack. Die Initiatoren der Hatz gucken nun selber in die Röhre und werden ebenfalls von der Diskussion ausgeschlossen! Hahahaha! Der Schuss ging nach hinten los.

  2. Hinterwäldler
    7. März 2011 at 12:07 #

    Ich habe den tollen Verdacht, das hier irgendwer den Auslöser für den eigenen Schleudersitz betätigt hat. Könnte nicht der Fall eintreten, das zur nächsten Wahl schwarz ebenfalls auf der Straße sitzt und protestiert? Wieso darf überhaupt diese gelbe Minderheitenpartei teilnehmen. Haben die schon wieder Steuersenkungen versprochen?

    Ein Glück, das wir dieses Werbeblättle nicht bezahlen müssen, ich hätte glattweg noch heute mein Abo storniert.

  3. Alles Knallköppe
    7. März 2011 at 12:43 #

    Nachricht an den Hinterwäldler:
    Den Auslöser für den eigenen Schleudersitz hat eindeutig die Linkspartei betätigt. Denn die hat diese primitive Hetzkampagne von Zaun gebrochen. Und daß sich die im Landtag vertretenen Partein darauf einließen und kopflos und ebenso hysterisch reagiert haben, ist ein Trauerspiel. Nur noch übertroffen von der Reaktion des Veranstalters, der sich durch eine lautstarke und äußerst aggresive Minderheit hat ins Bockshorn jagen lassen. Und ebenso verloren haben einige Kommentatoren hier, die gezeigt haben, daß sie Willens sind, sich jederzeit stramm und willfährig einer angeblichen „guten“ Meinung anzuschließen und ihre Freude an der Hetze gegen Andersdenkende unverholen zeigen.
    Zum Schluß noch etwas Nachhilfe in Sachen Demokratie: Auch Minderheiten haben eine Berechtigung, zumal hinter angeblichen Minderheiten immer noch ein gewisser Teil der Bevölkerung steht. Häme, Diffamierungen und das in Abrede Stellen der Legitimation ist erbärmlich und zeigt nur das eigene Unvermögen, mit anderen Politik- und Lebensmodellen umzugehen.
    Aber wer so eine Denke hat, der ist leicht zu beeinflussen und wirft auch auf Befehl Steine.

  4. Bernd
    7. März 2011 at 14:36 #

    Der Artikel beinhaltet leider Fehler:
    Es haben nicht alle Parteien gefordert die rechten Parteien auszuladen. In der Pressemitteilung der Piratenpartei (http://www.ute-hauth.de/kv-konstanz) heißt es ausdrücklich:

    „Die Piratenpartei stellt sich grundsätzlich in Diskussionen allen zugelassenen Bewerbern um den Landtag. Sie war daher auch in diesem Fall gerne zur Teilnahme an der Podiumsdiskussion des Singener Wochenblatts bereit“. Damit hebt sich die liberale Piratenpartei deutlich von den anderen ab. Man muss auch politische Gegner zu Wort kommen lassen, mit denen man nicht übereinstimmt!

    Desweiteren hat Markus Haberstock (PIRATEN) keine persönliche Ausladung bekommen, er hat dies heute über Dritte erfahren. Zur Qualität des Wochenblatt ist noch zu beachten, dass auf ihrer Webseite keine aktuellen Informationen vorhanden ist. Hier sind immer noch die Kandidaten aller Parteien eingeladen:http://www.wochenblatt.net/die-woche/singen.html

    Bernd

  5. wak
    7. März 2011 at 14:53 #

    @Bernd Die Piraten wollten sich nicht mit den Rechten an einen Katzentisch setzen. Das steht so in dem Beitrag. Im übrigen steht der Name von Markus Haberstock auf dem Email-Verteiler. Kopie: An: kreisrat@michael-krause-dielinke.de, benjaminhennes@yahoo.de, fraweho@gmx.de, markus.haberstroh@googlemail.com (und weitere).

  6. Bernd
    7. März 2011 at 15:00 #

    @wak

    ja richtig, die Piraten wollen nicht am Katzentisch sitzen -> „Zweiklassendemokratie“. Die Teilnahme der rechten Parteien wurde jedoch nicht kritisiert – das ist der entscheidende Unterschied.
    Jetzt scheint auch klar zu sein, warum Markus nicht Bescheid bekommen hat: Der Name im eMail Verteiler ist falsch geschrieben ;-)

  7. Ottobauer
    8. März 2011 at 12:55 #

    Knallkopp und Herzog,

    könnt Ihr Euch nicht ganz privat gegenseitig anlabern und den Rest der Menschheit von Euren kranken Prophezeiungen verschonen? Das Gewaber und Gelaber interessiert niemanden und Euer Schwachsinn zieht nur bei denen, die statt eines Gehirns ein Vakuum im Kopf haben, also bei ganz wenigen. Eure Zeit ist seit 1945 vorbei und sie kommt nicht wieder, ganz ehrlich versprochen!

  8. Lothar Herzog
    8. März 2011 at 13:03 #

    Merke:
    Links ist immer gut
    Links ist modern
    Links it fortschrittlich
    Und wer links krtisiert ist ein Lump.
    Eure Denke ist abartig.
    Es ist zulässig das Wort Links durch Grün zu ersetzen.

  9. Ottobauer
    8. März 2011 at 14:04 #

    Oh HERR, schmeiß Hirn vom Himmel, aber ziele genau auf Knallkopp und Herzog!

  10. Lothar Herzog
    8. März 2011 at 15:06 #

    Und wenn er daneben zielt es Euch und ihr werdet noch schlauer.
    In Österreich läuft eine Sendung. Bauer sucht Frau. Da sind Sie
    sicherlich besser aufgehoben.

  11. Franklin
    8. März 2011 at 16:40 #

    Ich glaube, man hat es endlich als Partei geschafft, wenn man von den anderen diffamiert wird. :-)
    Strike!

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