Singener „Wochenblatt“: Kein Einlass für ausgeladene Kandidaten

Nicht einmal als Zuhörer dürfen „Ausgeladene“ in die Scheffelhalle

Singen/Konstanz. Beim politischen Aschermittwoch des Singener „Wochenblatts“ sind die ausgeladenen Kandidaten kleiner Parteien nicht einmal als Zuhörer erwünscht. Trotz Einladungskarte mussten sie draußen bleiben.

 

Kein Einlass für ausgeladene Kandidaten in Singen

 

Die Serie der Peinlichkeiten reißt nicht ab. Heute Mittag meldete sich der Landtagskandidat der Piratenpartei aus Singen, Markus Haberstock, per SMS beim Konstanzer Kreisverband. Er informierte die Mitglieder des Vorstands und die Konstanzer Landtagskandidatin Ute Hauth über ein Saalverbot für ausgeladene Kandidaten. Trotz „normaler Einladungskarte“ durfte er offenbar nicht in die Scheffelhalle. Genauso sei es den anderen nicht mehr als Diskussionsteilnehmern geladenen Kandidaten ergangen. Sie seien mit dem Hinweis zurück gewiesen worden, dass sie auf einer Liste mit unerwünschten Besuchern stünden. Für den Informatiker, der im Singener Wahlkreis kandidiert, gab es nach Auskunft der Piratenpartei genauso wenig Einlass wie für Franz Weber von der ÖDP oder für Michael Krause von den Linken. „Also selbst im Publikum sind die Kandidaten jetzt nicht mehr erwünscht“, sagte die Konstanzer Landtagskandidatin Ute Hauth.

 

Singener Zickzack-Kurs mit Saal-Verbot

 

Zunächst hatte das Singener „Wochenblatt“ die Kandidaten aller Parteien eingeladen. Nachdem sich mehrere Kandidaten geweigert hatten, mit NPD und Republikanern zu diskutieren, splittete das „Wochenblatt“ das Podium. Die vier im Landtag vertretenen Parteien sollten in einer eigenen Runde diskutieren – Markus Haberstock war genauso wie Michael Krause (Linke) oder Franz Weber (ÖDP) zusammen mit den Rechten ein Platz am „Katzentisch“ angeboten worden. Das wollten die kleinen Parteien aber nicht. Schließlich lud das „Wochenblatt“, das öffentlich unter Druck gekommen war, die Kandidaten der kleinen Parteien wieder aus. Die großen Parteien waren damit offenbar einverstanden – ihnen gehörte das Podium so allein. Die Linke fordert darauf hin, dass alle Kandidaten demokratischer Parteien an einer Aschermittwochveranstaltung teilnehmen sollten. Außerdem rügte die Linke die „großen Parteien“, weil sie sich auf einen „Kuhhandel“ mit dem „Wochenblatt“ eingelassen hatten. Heute durften Haberstock und die anderen nun nicht einmal mehr als Zuhörer in die Halle.

 

Foto: Ernst Rose PIXELIO www.pixelio.de/wak

 

16 Kommentare to “Singener „Wochenblatt“: Kein Einlass für ausgeladene Kandidaten”

  1. Piratenpartei Wähler
    9. März 2011 at 13:33 #

    So sieht die Demokratie in der BRDDR also aus….

  2. Wanred
    9. März 2011 at 13:42 #

    Haben es die „Etablierten“ jetzt geschafft, neben dem Podium auch noch das Publikum zu sortieren. Jetzt noch die Wähler sortieren, dann passen auch die Wahlergebnisse wieder.
    Demokratieverständnis 2.0

    Man kann gar nicht soviel essen…..

  3. JL
    9. März 2011 at 14:36 #

    Wozu eigentlich noch wählen gehen?
    Offensichtlich wird in diesem scheiss Land so lange herumzensiert, bis man das gewünschte „Wahlergebniss“ erreicht hat.
    Absolut widerlich!

  4. Lothar Herzog
    9. März 2011 at 15:32 #

    Und den ganzen Schlamassel haben wir dem Vertreter einer
    überaus „demokratischen“ Partei zu verdanken, der sich erdreistet
    Zensur bei den Einaldungen aussprechen zu lassen.
    Widerlich.
    Nazis und Kommunisten haben viele Ähnlichkeiten:
    – Andere Meinungen verdammen
    – Andere mundtot machen / zumindest versuchen
    – Missliebige Mitbürger in Lager stecken
    – Wenn es demokratisch nicht witergeht folgt Gewaltanwendung
    – Meinungsdiktatur
    usw.
    Leute geht wählen. Bitte.

  5. Bolle Knallquist
    9. März 2011 at 16:07 #

    Lothar Herzog hat recht: Angezettelt hat dies die Linkspartei. Ihr Schrei nach Zensur und Teilnahmeverbot einer Partei, die übrigens genauso fragwürdig wie die Linkspartei ist, hat doch diese ganze Geschichte erst ins Rollen gebracht. Es hat nichts mit Demokratie zu tun, unliebsame Partein auszuschließen. Das ist das Gegenteil von Demokratie. So hat die Linkspartei wieder einmal gezeigt, welche Gesinnung sie hat. Nämlich keine demokratische. Sie ist gefährlich, wie alle anderen extremistischen Parteien. Keinen Deut besser.

    Deswegen schließe ich mich dem vorigen Kommentar an: Wählen gehen! Nur durch eine hohe Wahlbeteiligung bleibt unser Land demokratisch. Mal etwas rechts, mal etwas links. Je nach Wählergunst. Wenn aber die ganz extremen Parteien das Sagen haben, sieht’s bald düster aus! Nazis und Kommunisten sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Nur mit dem Unterschied, daß unsere Gesellschaft auf dem linken Auge etwas trüb geworden ist.

  6. Franklin
    9. März 2011 at 16:22 #

    @Bolle stimmt!

  7. Lothar Herzog
    9. März 2011 at 16:26 #

    Ich sage immer. Leute interessiert Euch für Politik und noch
    wichtiger. Beobachtet die Parteien und die Politiker.
    Bitte informiert Euch:
    http://www.solidarische-moderne.de
    Hier findet Ihr genügend Informationen über die zukünftige
    Zusammenarbeit des Kombinates Lüg und Trug.

  8. Lothar Herzog
    9. März 2011 at 16:26 #

    Kommunisten, also Linke, sind wie Radieschen. Außen rot und
    innen wässrig.

  9. Lothar Herzog
    9. März 2011 at 16:36 #

    Wenn ich am Wahltag, also dem 27. März, im Fernsehen höre
    das die Linke unter 5 % geblieben ist, habe ich mein persönliches
    Ziel erreicht.
    Und ich bin mal ein Orakel. Es wird zutreffen.
    Wir wählen die Freiheit. Wir brauchen keine Unterdrückung durch
    eine Partei in deren Reihen Leute sitzen die heute noch die Opfer
    der DDR – Juistiz verhöhnen.
    Schaut mal im Internet nach: Hilde Benjamin. Auch genannt die
    Bluthilde.

  10. Lothar Herzog
    9. März 2011 at 17:01 #

    Entweder hat Ottobauer hyperventiliert oder er holt sich gerade
    neue Weisungen der Parteispitze in Ostberlin.

  11. JL
    9. März 2011 at 18:07 #

    @Bolle Knallquist
    > Angezettelt hat dies die Linkspartei

    Nicht unbedingt. Dieser rückgratlose Vogel hat da auch mitgemischt
    –> http://udo-engelhardt.de/aktuelles/

    Was will man von den Jute statt Plastik Leuten auch erwarten ;-)

  12. Lothar Herzog
    10. März 2011 at 11:19 #

    Eigentlich sollte ja die Klatsche reichen die Sie bekommen haben.
    Kommunisten und Ossis. Immer die große Röhre.

  13. JL
    10. März 2011 at 12:03 #

    Ein bischen engstirnig wird hier schon diskutiert oder?
    Rechtes Pack, Kommunisten, Ossis…….. sehr demokratisch, wenn man bedenkt, dass alle Parteien zur Wahl zugelassen wurden und nicht vom Verfassungsschutz verboten sind ;-)
    Egal wie man dazu steht, welche Gesinnung man verfolgt, genau solche Aussagen wie sie hier getroffen werden, sind genau gleich zu setzen mit dem undemokratischen Verhalten der derzeit im Landtag vertretenen Parteien und deren Landtagskandidaten.

    Wenn als einziges politisches Mittel das Ignorieren angebracht wird, kann ich nur sagen armes Land, macht Euch auf etwas gefasst!

    Wir leben hier in einem mehr oder weniger freien Land und – man soll es nicht für möglich halten – wir haben eine Demokratie — jedenfalls mal laut den Gesetzen.
    Und wenn Parteien zur Wahl zugelassen werden, sollte man das akzeptieren – so schwer es auch fallen mag. Man sollte sich dann auch mal Gedanken darüber machen, warum diese Parteien zur Wahl zugelassen werden bzw. warum es wohl Wähler für diese Parteien gibt. Kann es vielleicht sein, dass die Politik, die von der derzeit führenden schlicht und einfach besch***en ist?

    Für mich persönlich gehören zum Beispiel die Grünen mit der Peitsche aus jeder Regierung getrieben und verboten. Den Dreck, den diese Partei beschliesst und beschlossen hat, schadet unserem Land gewaltig, kostet den Steuerzahlen Unsummen an Geld und bringt absolut nichts. Aber das ist meine persönliche Meinung, deswegen würde ich sie mal nicht ignorieren.

    Bessere Politik machen, heisst das Ziel!

    Und da sollten sich die Kandidaten der gestern anwesenden Parteien mal an den eigenen Sack fassen. DIE sind nämlich mit ihrem dummen und undemokratischen Verhalten für die Miserie verantwortlich. Von zumindest zwei Kandidaten weiss ich, dass sie nur auftreten wollten, wenn die rechten nicht dabei sind.

    Ich persönlich halte das für recht feige, weil man wohl nicht in der Lage ist, sich damit auseinander zu setzen. Dumme provinz möchtegern Politiker eben!

    Das Wochenblatt trägt die Schuld im Umgang mit dem Thema. Kandidten den Zutritt zu verwehren ist ein übles Stück.

    Vielleicht sollte man als Reaktion darauf die Annahme des Wochenblatts verweigern oder ungelesen sammeln und denen ihr Schmierblatt bzw. Altpapier vor oder in die Redaktion werfen? Das wäre mal eine Aktion……

  14. db
    10. März 2011 at 14:01 #

    Ich glaube, hier haben einige das Problem an der Sache nicht ganz verstanden. Es hat nämlich einen Grund, dass in den ganzen Talkshow-Runden im Fernsehen meist nur vier, fünf Leute und nicht mehr sitzen. In dem gegebenen Zeitrahmen kann man nicht mehr Leuten ein Podium für eine sinnvolle Auseinandersetzung geben. Wenn das Wochenblatt solche elementaren praktischen Grundüberlegungen nicht beachtet und neun (!) Kandidaten einlädt, die gerade einmal zwei Stunden zur Diskussion haben, dann kann das einfach nicht funktionieren. Wie soll man denn die rechten oder linken Parolen sachlich widerlegen, wenn ständig ein anderer an der Reihe ist und einem selbst nur eine verschwindend kurze Redezeit bleibt?

    Das Ganze war einfach wenig durchdacht und extrem unprofessionell geplant; die Kandidaten trifft keine Schuld, auch nicht diejenigen, die zuerst aus dieser unsinnigen Veranstaltung ausgestiegen sind. Wer eine echte Auseinandersetzung mit extremen politischen Ansichten realisieren will, der muss auch die richtigen Rahmenbedingungen bieten.

  15. JL
    10. März 2011 at 14:25 #

    @db sorry, aber was für ein selten dummes Geschwätz!

    Darum wurden auch den ausgeladenen Kandidaten trotz gültiger Eintrittskarte auch der Zugang zum Saal verwehrt, damit sie nicht zuhören können – weil das ja sicherlich „wertvolle“ Redezeit kostet ;-)

    Ist die Frage, wer das Problem hier nicht ganz erkannt hat.

  16. db
    11. März 2011 at 09:48 #

    @JL: Es stellt sich auch die Frage, ob es gleich wieder beleidigend werden muss.

    Ich habe den Veranstaltern den Vorwurf gemacht, dass sie die Veranstaltung von Anfang an an die Wand gefahren haben. Dabei habe ich in keiner Weise gerechtfertigt, dass die ausgeladenen Kandidaten nicht mal als Zuhörer reingelassen wurden. Das ist ein (weiterer) Skandal, ändert aber nichts daran, dass das Format niemals hätte funktionieren können. Weiterhin habe ich auch nicht geschrieben, dass dem Wochenblatt irgendwann bewusst geworden ist, dass nicht genügend Zeit für so viele Leute zur Verfügung steht, und damit auch keinen Grund zur Annahme gegeben, dass die Kandidaten nicht reingelassen wurden, weil das „‚wertvolle‘ Redezeit kostet“.

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