Skandalöse Absage: Shakira in Schloss Salem nicht erwünscht

Kein Waca waca im Schlosspark – SPD-Abgeordneter Zeller kritisiert Konzert-Absage

Norbert Zeller protestiertSalem/Bodenseekreis. Weil ihre Musik angeblich nicht zu Ausrichtung des landeseigenen Schlosses Salem passe, darf Shakira nicht beim traditionellen Open-Air in Schloss Salem auftreten. Das behauptet der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Zeller. Er sprach von einem „fragwürdigen Kulturverständnis“. Wenn der SPD-Abgeordnete Recht hat und manche Künstler unerwünscht sind, findet in Schloss Salem Zensur statt. Auch das Konzert von Pink sei gefährdet gewesen, so der SPD-Politiker. Er will es von der Landesregierung jetzt ganz genau wissen. 

Pink-Konzert stand auf der Kippe

Mit einem Antrag hat sich SPD-Abgeordneter Norbert Zeller an die Landesregierung gewandt, um Auskunft über die Veranstaltungsregeln im Schloss Salem zu erhalten. Anlass: Die weltbekannte Sängerin Shakira sei von dem zuständigen Beirat abgelehnt worden und musste nach Angaben von Zeller vom Veranstalter wieder ausgeladen werden. „Ebenso wäre es fast der amerikanischen Künstlerin Pink ergangen“, so Zeller. Nur dank einer Intervention der Verantwortlichen von „Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg“ habe sie doch noch auftreten können.

Ominöser Beirat mischt sich ein

Für Norbert Zeller ist es nicht hinnehmbar, dass sich ein Beirat über die mit der Gemeinde Salem abgestimmte Konzertkonzeption hinwegsetze. Deshalb habe er sich in seiner Funktion als Abgeordneter nun für die Gemeinde Salem eingesetzt. Salem habe bisher drei große Open-Air-Veranstaltungen pro Jahr im Schloss stattfinden lassen und möchte dies laut Zeller auch weiterhin tun.

Shakiras Musik passt Beiräten angeblich nicht

In der Begründung für die parlamentarische Initiative Zellers heißt es, dass offensichtlich die Zusage, dass in Schloss Salem, nachdem Verkauf an das Land, mindestens drei große Open-Air-Veranstaltungen pro Jahr stattfinden können, nun nicht mehr gelte. „Ein Beirat, dessen Zusammensetzung, Zuständigkeiten und Aufgaben unklar sind, versucht sich massiv in die Musikausrichtung bzw. Künstlerauswahl einzumischen“, so Zeller.

Kunstfreiheit

Besonders unverständlich und ärgerlich sei, dass ein Konzert mit der weltberühmten Sängerin Shakira offensichtlich verhindert wurde und dem Vernehmen nach seien dafür „Kräfte aus dem Beirat und dem Finanzministerium“ ursächlich, so Zeller. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass die „musikalische Ausrichtung dieser Künstlerin“ nicht mit dem „Leitbild von Schloss Salem“ in Einklang zu bringen sei. „Eine solche Beurteilung ist in keiner Weise nachvollziehbar“, argumentiert Norbert Zeller.

Shakira sozial engagiert

„Die kolumbianische Künstlerin Shakira habe nicht nur das offizielle Lied zur Fußball-WM 2010 gesungen; sie ist vor allem auch durch ihr soziales Engagement bekannt geworden. So habe sie eine Stiftung gegründet, die sich um notleidende Kinder in Kolumbien kümmert. „Außerdem ist sie seit mehreren Jahren Botschafterin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen“, sagte Zeller. Für ihre soziale Tätigkeit erhielt Shakira schon mehrere Auszeichnungen. „Es ist deshalb völlig inakzeptabel, wenn eine solche hervorragende Künstlerin de facto ausgeladen wird mit Begründungen, die ein fragwürdiges Kulturverständnis erkennen lassen“, erklärte Zeller.

Stuttgart soll sich äußern

Die Gemeinde Salem und die regionalen Kulturträger würden offensichtlich übergangen, meint Zeller. Er will nun Klarheit schaffen über die Verfahrens- und Entscheidungsregeln bei der Gestaltung des Kulturprogramms im Schloss Salem und darüber wie Transparenz und künstlerische Breite gewährleistet werden könnten. Leider war zu dem Fall am Donnerstag weder vom Konzertveranstalter Allgäu Concerts noch von der Gemeinde Salem eine Stellungnahme oder Bestätigung zu erhalten. Die Ansprechpartner seien nicht im Haus, hieß es in Buchenberg und in Salem.

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