So suchen sich junge Leute in Oberschwaben ihre Bank aus

Studie der Dualen Hochschule Ravensburg zeigt Beratung und Konditionen zählen – Öffnungszeiten sind egal

Ravensburg. Nach welchen Kriterien suchen sich junge Menschen ihren Finanzdienstleister aus? Sind sie auch an einer langfristigen „Beziehung“ zu ihrer Bank interessiert? Diesen und weiteren Fragen ist Prof. Dr. Friedrich Then Bergh, Leiter des Studiengangs BWL-Finanzdienstleistungen an der Dualen Hochschule Ravensburg, mittels einer Umfrage gemeinsam mit Studierenden auf den Grund gegangen.

Junge Leute haben mehr als ein Konto

138 Personen haben die Studierenden zu dem Thema befragt, mehr als 90 Prozent der Befragten waren dabei 25 Jahre und jünger. Erstes Ergebnis: Bereits 64 Prozent verfügen über mehr als eine Bankverbindung. Die Zeiten sind also vorbei, in denen man sich in jungen Jahren für eine Bank am Ort entschied und dieser über Jahrzehnte treu blieb.

Konditionen & Zinsen zählen

Nach welchen Kriterien entscheidet sich der junge Kunde nun für die Bank seiner Wahl? Das Ergebnis überrascht nur wenig: 75 Prozent der Befragten nannten hier das Konditionen- und das Zinsangebot, 72 Prozent die Güte der Beratungskompetenz. Weiter wichtig sind noch das Kommunikationsverhalten und der gute Ruf der Bank. Nur eine untergeordnete Rolle spielen bei der jüngeren Generation allerdings Kriterien, die noch vor wenigen Jahren einen höheren Stellenwert hatten: die Öffnungszeiten, die Filialdichte und die aktive Betreuung.

Wechselgründe

Als Grund für einen möglichen Wechsel der Bank nannten die Befragten eine mangelnde Beratungskompetenz (31 Prozent) und bessere Konditionen bei einem anderen Anbieter (38 Prozent). Nichtsdestotrotz wünschen sich 56 Prozent eher eine langfristige Beziehung zu ihrer Bank, nur 8 Prozent beantworteten diese Frage mit „nein“.

Keine Bindung für ewig

Für viele Banken stellt sich die Frage, ob sie besser in die Akquise neuer und junger Kunden investieren oder sich auf die Bindung ihrer Kunden konzentrieren sollten. „Auch für diese Entscheidung kann die Studie eine Hilfe sein, denn zunächst muss klar sein, ob der Kunde überhaupt an einer langfristigen Bindung zu einer Bank interessiert ist und nach welchen Kriterien er sich für eine Bank entscheidet“, sagt Prof. Then Bergh über den Hintergrund der Befragung. Seiner Ansicht nach lohnt es sich angesichts der Ergebnisse der Studie durchaus, in die Kundenbindung zu investieren, denn Maßnahmen zur Kundenbindung sind deutlich günstiger als solche zur Neugewinnung von Kunden. Auch wenn die Kundenbindung sich heutzutage weniger daran orientiert, mit wie vielen Filialen die Bank aufwarten kann, bleibe etwa die Beratung ein wesentliches Entscheidungskriterium.

Das Foto zeigt: Prof. Dr. Friedrich Then Bergh (rechts), Leiter des Studiengangs BWL-Finanzdienstleistungen an der Dualen Hochschule Ravensburg, und die Mitglieder der Forschungsgruppe Finanzdienstleistungen Matthias Schmidt, Pia Richter, Ralf Genal, Carolin Stadali und André Lang (von links).

 

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