Softer Warnstreik im öffentlichen Dienst

Keine Stilllegung von Fähre oder Kitas wegen Warnstreiks

Konstanz (wak) Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft am Donnerstag zu Warnstreiks auf. Die Gewerkschaft fordert, Mitarbeiter im öffentlichen Dienst fünf Prozent mehr Geld bekommen. Vom Warnstreik betroffen sind am Donnerstag auch die Autofähre Konstanz-Meersburg sowie Busse und Kitas. Zu Betriebsstilllegungen werde es beim Warnstreik aber nicht kommen, sagte Berthold Maier von Verdi. Nach Auskunft der Stadtwerke Konstanz ist die Fähre dagegen nicht vom Streik betroffen gewesen. Fähremitarbeiter streikten nicht, so die Stadtwerke.

Keine Ausfälle im ÖPNV

Wer am Donnerstag, 4. Februar, mit dem Auto von Konstanz nach Meersburg übersetzen möchte, kann wie sonst auch auf die Fähre fahren. Der Weg um den See bleibt Berufspendlern und anderen Fährenutzern erspart. Auch im Konstanzer Stadtverkehr werden keine Busse ausfallen und in den Kindergärten und Kitas läuft der Betrieb normal. Eltern müssen nicht improvisieren. Die streikenden Mitarbeiter der betroffenen Betriebe oder rote Fahnen werden sie erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Denn die Streikenden sind am 4. Februar einfach nur nicht da und fahren statt dessen zur Kundgebung nach Stuttgart.

Vor Streik käme noch die Schlichtung

Noch längst ist kein echter Streik in Sicht, der spürbare Auswirkungen hätte. Über Fastnacht wird zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erst einmal weiter verhandelt. Vielleicht einigen sich die Tarifpartner dann auch schon. Sollte es noch keine Einigung geben, stünde ein Streik trotzdem nicht unmittelbar bevor. Vor einem möglichen Streik käme erst einmal die Schlichtung.

Berthold Maier: Löhne schaffen Nachfrage

Trotz der Folgen der Finanzkrise, unter der Kommunen genauso leiden wie der Bund, hält Berthold Maier, der für den Verdi-Bezirk Schwarzwald-Bodensee zuständig ist, die Forderung der Gewerkschaft nicht für überzogen. „Die Forderung passt in die Zeit“, sagte Maier See-Online.info. Es gehe um Lohnsteigerung, die Wiedereinführung der Altersteilzeit und um eine neue Entgeldordnung. „Manche Kommunen sind noch steinreich“, erklärte Maier. Als Beispiel nannte er die Stadt Konstanz, die gerade ein Konzert- und Kongresshaus für 48 Millionen Euro plant und für das nach Rechnung einiger Stadträte tatsächlich sogar wohl eher 60 Millionen Euro ausgegeben werden müssten. In Singen allerdings sehe es anders aus, räumte Maier ein. Weiter sagte er, es sei volkswirtschaftlich falsch, die Nachfrage zu kappen. Seine Rechnung ist einfach: Ohne Lohnerhöhungen keine Nachfrage und mehr Arbeitslose. Ob das die Mehrheit der Bevölkerung das genauso sieht, während viele in der Privatwirtschaft um ihren Arbeitsplatz bangen, oder ob sie kein Verständnis für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten hat, dürfte die Reaktion auf den Warnstreik zeigen.

Foto: Archiv wak

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