Sommerfrischler aufgepasst: Noch ein Bodensee-Reiseführer

66 Bodensee-Orte und 11 Bodensee-Köche auf 190 Seiten

Überlingen (wak) Der Fernsehmann und Krimiautor Erich Schütz lebt und arbeitet am Bodensee. Im vergangenen Sommer hat Schütz 66 Bodensee-Orte und 11 Bodensee-Köche in einen sehr besonderen Reiseführer „eingetütet“. Wer sich am Bodensee in den letzten Ferientagen nicht nur Sehenswürdigkeiten anschauen möchte, sondern auch für gutes Essen zu begeistern ist, dürfte vom Mehrwert des kompakten Bodenseeführers begeistert sein.

Elf Köche sind Pflicht

Erich Schütz hat „heruntergerissen“, was ihm unter die Autoräder, Fahrradreifen oder Schuhsohlen kam. „Wer glaubt den Bodensee zu kennen, der muss die 66 Bodensee-Orte dieses Buchs aufgesucht haben, da gibt es kein Wenn und Aber“, heißt es auf der Rückseite des Führers. „Und wer dann noch den Genuss der Bodensee-Küche geschmeckt haben will, der muss bei den 11 vorgestellten Bodensee-Köchen eingekehrt sein.“

In einer Woche um den See

Erich Schütz hat journalistische Texte aneinandergereiht und, so wie es aussieht, liebt der Fernsehmann ständig wechselnde neue Kameraeinstellungen und schnelle Schnitte, auch wenn er schreibt. Szenen, kleine Portraits und Fakten reihen sich aneinander. Der Führer ist trotzdem übersichtlich und mit Hilfe des Stichwortverzeichnisses dürfte jeder Nutzer auch schnell finden, wonach er gerade sucht. „Ü“ wie Überlingen oder „U“ wie UNESCO-Weltkulturerbe. „T“ wie Tägermoos und „M“ wie Marienschlucht. Schütz behauptet, mit seinem Führer schafften es die Schnellsten in einer Woche um den See. Los gehen könnte es zum Beispiel am östlichen Ende in Bregenz und in der Schweiz. Über den Säntis schickt der Autor seine Leser nach Konstanz, nach Meersburg und Friedrichshafen, Richtung Überlinger See und an den Untersee und zum Schluss nach Schaffhausen an den Rheinfall.

Guide für Genussmenschen

Der Genussleser wird mit dem praktischen Bodensee-Führer, vorsichtig gesagt, vermutlich nicht die ganz große Freude haben. Genießer, die eher dem Kulinarischen zugewandt sind, dagegen schon. Hand aufs Herz: Wer weiß den schon aus dem Stegreif, wo Gourmets in Bregenz einkehren sollten oder von wem sie sich in Lippertsreute bekochen lassen könnten? Streng genommen werden Feinschmecker nicht einmal wissen, wo sie Lippertreute überhaupt suchen sollen. Klar könnten Besseresser den Gault Millau mit auf Sommertour nehmen und, wenn der kleine Hunger kommt, einfach kurz in den Fressführer schauen. Doch dann würden sie nebenher niemals erfahren, weshalb der Linzgau die Toskana am Bodensee ist und wo sich Maxi verliebt. Maxi ist, sagen wir es, um sie noch ein bisschen neugierig zu machen, übrigens eine Störchin, die im Sommer in einem Hort am Salemer Affenberg ihre Jungen groß zieht.

Gourmettipps unterstrichen

Dass auch Schütz selbst das gute Essen besonders wichtig ist, sieht der Leser seines Führers schon daran, dass die Gourmettipps im Inhaltsverzeichnis unterstrichen sind. Schütz nimmt die Leser mit ins Magold nach Lochau, ins Restaurant „Schäfli“ nach Altnau, zu Manfred Hölzl ins Konstanzer Konzil, ins Goldene Rad nach Friedrichshafen, zu Clemens Baader nach Heiligenberg, zu den Neidhart Brüdern auf die Höri und zu Peter Vögele nach Lippertreute. Vögele ist Koch in der 13. Generation und, wer je in Vögeles Landgasthof, besser noch vor dem alten Fachwerkhaus gesessen hat, wird die Bodensee-Küche hoch halten, auch wenn die Sommerfrische längst wieder zu Ende ist. Wer’s nicht glaubt könnte übrigens zum Beispiel auch einmal bei Joschka Fischer nachfragen.

Erich Schütz, 66 Bodensee-Orte und 11 Bodensee-Köche, Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-1027-7.

Foto: wak/Bodensee Schiff

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