Southside Festival steigt am dritten Juniwochenende

Open-Air im Take off-Gewerbepark in Neuhausen ob Eck

Konstanz/Neuhausen ob Eck (red) Das Hurricane Festival 2010 findet vom 18. bis 20. Juni zum vierzehnten Mal am Eichenring in Scheeßel statt. Die mittlerweile nicht mehr ganz so kleine Schwester Southside Festival im Take off-Gewerbepark in Neuhausen ob Eck findet am selben Wochenende zum zwölften Mal parallel mit gleichem Line up statt. Alljährlich treffen sich mehr als 100.000 Besucher aus ganz Europa bei den Hurricane & Southside Festivals.

Camper zahlen 120 Euro

Drei-Tages-Tickets inklusive Camping gibt es für 120 Euro inklusive Gebühren und 5 Euro Müllpfand über die Festivalwebseiten sowie telefonisch unter der Nummer +49 7531 90 88 44 und im Internet unter http://www.koko.de. Für Besucher, die statt auf der Isomatte im Zelt die Festivalnächte lieber etwas komfortabler verbringen, gibt es die WoMo-Plakette, mit der ein Wohnmobil, Wohnwagen oder selbstgestaltetes Schlafraumvehikel Zufahrt zum eigens reservierten WoMo-Parkplatz erhält. Die WoMo-Plakette gibt es ausschließlich online über die Festivalseiten und beim telefonischen Kartenservice und kostet 20 Euro pro Fahrzeug. Alle Informationen zu den Festivals gibt es unter http://www.hurricane.de und http://www.southside.de. Das SOUTHSIDE Festival ist eine Kooperationsveranstaltung von FKP Scorpio, MCT und KOKO & DTK Entertainment.

Die Neuzugänge in Kurzform (und alphabetischer Reihenfolge)

Biffy Clyro

Biffy Clyro fanden bereits 1995 zusammen, als sich Simon Neil (voc, guit) und die Zwillinge James (b, voc) und Ben Johnston (dr, voc) an der Schule etwas außerhalb von Glasgow trafen, um miteinander Musik zu machen. Vereint durch die unerschütterliche Liebe zum Rock-Underground, Experimental-Rock und Post-Hardcore, fanden sie überdurchschnittlich schnell zu ihrem eigenen Sound: aufwühlend ungerade Tempi, kratzende und unvorhersehbare Gitarrensätze, Vocals mit herrlichen Melodien und animalischen Schreien. Das alles wurde zu einem Klangteppich verwoben, der sich von allem anderen, was zu dieser Zeit En Vogue war, deutlich unterschied. Ihr neues Album „Only Revolutions“ ist, kurz gesagt, ein Rock-Monster. Es ist das packende Dokument einer Band, die sich kaum Grenzen setzt.

The Bloody Beetroots Death Crew 77

Bobby Rifo und Tommy Tea sind das elektronische Electro-House Duo The Bloody Beetroots Death Crew 77, die gelegentlich als die italienischen Cousins von Justice genannt werden. 2008 absolvierten sie eine Tour durch die USA mit DJ Steve Aoki. Der Song „Butter“ ist auf dem Soundtrack des Spiels „FIFA 09“. Ihre EP „Cornelius“ war in den Top 100 der International iTunes Downloads. Auf der Bühne inszenieren sie die tanzbare Rebellion, die Ideologie des Punk wird mit der Ästhethik des Dancefloors kombiniert.

Bratze

Nein, das ist in diesem Fall keine Person mit wenig Körperbekleidung und eingeschränktem Wortschatz, sondern eine außerordentlich begabte Indie-Elektro Band. Norman Kolodziej aka Der Tante Renate und Kevin Hamann aka ClickClickDecker trafen sich 2006 in Flensburg und nahmen dort den Titel „Jean-Claude“ auf, der wenig später im Internet kursiert. In kurzer Zeit bekamen die beiden so viele Anfragen auf mehr Titel, dass sie kurzer Hand beschlossen, die Band Bratze zu gründen. Das aktuelle Album „Korrektur nach unten & die Notwendigkeit einer Übersetzung” ist phänomenal. Intelligente Texte und eingehende Elektrobeats laden zum freudigen Ausrasten ein und man kann garantiert nicht still stehen.

Cosmo Jarvis

Auch wenn Cosmo Jarvis von sich sagt, er hätte am liebsten in den 60ern oder 70ern gelebt, seine Musik passt doch am ehesten in die Gegenwart. Der 19jährige nimmt seine Songs allein im heimischen Studio auf, wo fast täglich neue Stücke entstehen. Bei diesem ungeheuren Output ist es kein Wunder, dass sich die Songs nicht auf einen Stil beschränken. Folk, Pop, Reggae und Rock wechseln einander ab oder werden einfach kombiniert. Die Texte beschreiben die Lebenswelt von Teenagern so unverkrampft ehrlich und selbstironisch reflektiert wird, dass es auch für Ältere eine Freude ist, genauer hinzuhören.

Cymbals Eat Guitars

Cymbals Eat Guitars ist eine Indierockband aus New York. Sie besteht aus Joseph D’Agostino (Gitarre, Gesang), Matt Whipple (Bass, Gesang), Matthew Miller (Drums) und Brian Hamilton (Keyboard, Gesang). Nachdem sie in Amerika vergeblich nach einem Plattenvertrag suchten, begannen sie Ihre erste Platte „Why There Are Mountains“ selbst zu promoten und stellten diese mit in die wichtigsten Plattenläden Amerikas. Kurze Zeit später wurden dann auch die Plattenlabels auf sie aufmerksam und sie kamen bei „Sister’s Den“ unter. Die Einflüsse und Vergleiche reichen von Weezer über Pavement zu Modest Mouse und Arcade Fire. Ruhige Passagen wechseln sich mit epischen Breitwandattacken ab wobei der Gesang von D’Agostino der Musik eine besondere Spannung verleiht.

Erol Alkan

Erol Alkan kommt 1978 im Norden Londons als Sohn türkischer Eltern zur Welt. Er entdeckt die Musik und stürzt sich in die Clubszene, um seiner Leidenschaft nachzugehen: dem DJ-ing. Mit Anleihen von dem New Order Klassiker „Blue Monday“ wird sein Bastard-Remix von Kylie Minogues „Can’t get you out of my head“ bei den Brit-Awards 2002 über Nacht weltbekannt. Danach wird er für Parties der Modewelt gebucht, aber hinterlässt auch in der Clublandschaft ein erstauntes und verzücktes Publikum. 2005 bringt Erol Alkan eine weitere Mix-CD namens „A Bugged Out Mix“ heraus, auf der unter anderem Étienne De Crécy, Gonzales und Nirvana vertreten sind. Die aktuelle Veröffentlichung ist eine Mix-EP „’Waves‘ b/w ‚Death Suite“ mit Alex Ridha alias Boys Noize von 2009.

FM Belfast

Wenn man kein Geld für Weihnachtsgeschenke hat, versucht man sich anderweitig zu helfen. So auch die zwei Freunde Arni Hlodversson und Loa Hjalmtysdottir aus Island. Sie produzierten als Geschenk einen Elektro-Popsong, den sie unter den Tannenbaum von Freunden und Verwandten legten. FM Belfast wurde am Heiligabend 2006 noch durch zwei weitere Freunde verstärkt. Dies war der Beginn einer Band, die mit einem eigenen Sound alle Klischees der Isländischen Popszene bricht und das Publikum mit ihrem groovigen Electro-Pop in eine Art Ekstase versetzt. So ist es auch kaum verwunderlich, dass bei ihren Auftritten schon mal Teile des Publikums auf die Bühne stürmen und zusammen mit der Band feiern. Ein absoluter Festival-Geheimtipp.

Frank Turner

Manchmal darf man sich schon wundern, dass ein ehrlicher Künstler doch endlich mal Erfolg hat. Da spielt sich Frank Turner jahrelang durch die Clubs, zunächst mit seiner Punkband Million Dead, später solo als Singer/Songwriter, wartet auf den großen Erfolg und bleibt dabei immer schön bescheiden und klug. Und auf einmal sind alle Konzerte ausverkauft und ganz Deutschland und Europa liegen ihm zu Füßen. Und dieser moderne Billy Bragg, dieser fröhliche Moralist, dieser wunderbare Geschichtenerzähler sitzt da, selbstbewusst und trotzdem ein bisschen verlegen und sagt „Dankeschön!“ Dabei ist diese Karriere doch so etwas wie ein Gottesbeweis oder gibt einem wenigstens Hoffnung, dass es so etwas wie Gerechtigkeit in der Welt gibt. Das allerschönste daran aber ist, dass uns Frank Turner nach einer Hallen-Tournee auch beim Hurricane und Southside Festival beehrt.

Mr. Oizo

Mr. Oizo ist ein Musikprojekt des französischen Musikers und Filmemachers Quentin Dupieux (geboren am 14. April 1974), das 1999 mit „Flat Beat“ in den weltweiten Musikcharts bekannt wurde. Mr. Oizo arbeitet auch mit anderen Künstlern zusammen, u.a. Air, DJ Feadz und Sébastien Tellier, um einige wenige zu nennen. 2008 wurde das Solo-Album „Lambs Anger“ veröffentlicht. Im Spannungsfeld von Electro-Beat, Hip Hop und Funk wird hier deutlich, wer mitverantwortlich für den typischen Sound vom Ed Banger Label ist.


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