Mail an sparkommission@ueberlingen.de

Böse Weihnachten für die Überlinger

der Weihnachtsmann_02AÜberlingen (wak) Morgen Kinder wird’s was geben…In Überlingen überraschte die Oberbürgermeisterin die Bürgerinnen und Bürger zwei Tage vor Heiligabend mit der Aufforderung, ab sofort unter www.sparkommission@ueberlingen.de selbst Sparvorschläge zu machen. Der Geldbeutel der Stadt ist leer. Deshalb sollen die Überlinger jetzt sagen, wo sie sparen wollen.

Krise trifft Überlingen hart

In einer Mitteilung der Stadt heißt es, die Finanz- und Wirtschaftskrise habe auch Überlingen erreicht. Dramatisch gesunkene Steuer- und Umlageneinnahmen hätten die städtische Haushaltslage massiv verschlechtert und erforderten in den kommenden Jahren größere Sparmaßnahmen. Zu diesem Zweck sei bereits eine Sparkommission gegründet worden. So wie es aussieht, wird das Sparen richtig weh tun.

Oberbürgermeisterin sagt, sparen gehe alle an

Den Schwarzen Peter will die Oberbürgermeisterin aber nicht alleine haben. Sie lässt ihre Bürgerinnen und Bürger denn auch wissen, dass nicht nur die Stadträtinnen und Stadträte sowie die Stadtverwaltung aufgefordert seien, nach Einsparmöglichkeiten und Einnahmeerhöhungen zu suchen. Oberbürgermeisterin Sabine Becker und die Sparkommission riefen deshalb zwei Tage vor der Bescherung alle Einwohner auf: „Reichen Sie uns Ihre Vorschläge zu Einsparungen einerseits und zusätzlichen Einnahmequellen andererseits unter der E-Mail-Adresse: sparkommission@ueberlingen.de ein!“ Die Verbesserung der Haushaltslage gehe alle etwas an. Für die Überlinger heißt das erst einmal böse Weihnachten.

Vorerst keine Entlassungen bei der Stadt geplant

Einen kleinen Trost für die Überlinger und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aber gibt es: Die Beratungen erfolgen nach Auskunft der Stadt unter der Prämisse, dass für die Sparhaushalte ein zeitlicher Horizont von mindestens fünf Jahren zugrunde gelegt werde, weder Einrichtungen geschlossen noch Personal entlassen werden und Steuererhöhungen nur nachrangig ins Auge gefasst würden.

Erste Sparvorschläge gemacht

In seiner Sitzung durchleuchtete die Sparkommission, die mit dem Verwaltungs- und Spitalausschuss des Gemeinderats identisch ist, bereits den Kulturetat. Abteilungsleiter Dr. Michael Brunner und Musikdirektor Ralf Ochs hätten Vorschläge gemacht, mit denen insgesamt 58.550 Euro einzusparen seien. Insbesondere schlugen sie vor zu sparen durch: minus 9000 Euro bei Anschaffungen für die Musikschule, minus 8000 Euro beim Begleitprogramm von Ausstellungen sowie minus 7000 Euro bei den Ausgaben für Konzerte. Bei Bücheranschaffungen soll die Stadtbücherei auf 5700 Euro verzichten und weniger Geld, minus 5000 Euro, gibt’s auch für Ausgaben für Museumsveranstaltungen und deren Werbung. Ferner werden das Budget für Literaturveranstaltungen um 3600 Euro und das für Ausstellungen der Leopold-Sophien-Bilbliothek um 1500 Euro gekürzt. Das Projekt Festungskundlicher Lehrpfad soll geschoben werden. Weitere kleinere Einsparungen erfolgen bei den Zuschüssen für das Theater, beim Kulturentwicklungsplan, dem Stadtarchiv oder der ehemaligen Kapuzinerkirche.

2 Kommentare to “Mail an sparkommission@ueberlingen.de”

  1. abumater
    16. Januar 2010 at 17:46 #

    Wo die Möglichkeiten zum Sparen (sprich: „auf die Seite legen“) fehlen, sollte man sich auf die Einnahmemöglichkeiten besinnen, welche man bisher (großzügig?)verschenkt.Dazu nur zwei Beispiele:
    1. Die konsequente Überprüfung und Ahndung von Fahrverhalten und Ordnungsverstößen in Kernbereichen der Altstadt (Kessenring-Landunsplatz-Hafenstrasse); vor allem auch Nachts!!
    2.Die konsequente Ahndung von Ordnungswidrigkeiten Vertößen gegen die Polizeiverordnung von Überlingen seitens einiger vernunftsresistenter Gaststättenbetreiber (Bußgelder bis 50.000 Euro möglich!!)
    Allein diese beiden Maßnahmen würden eine Menge in Überlingens Kassen spülen, und den Mehraufwand locker refinanzieren.
    Aber es gäbe ja sicher noch einiges mehr…

  2. idefix
    18. Januar 2010 at 13:43 #

    hallo abumater – hast du das thema verfehlt? du möchtest besucher der stadt überlingen über „deine erziehungsmaßnahmen“ abschrecken uns zu besuchen und dein eigeninteresse in den vordergrund spielen. bist vermutlich anwohner der innenstadt! wenn heute ein gaststättenbetreiber 50.000 euro strafe bezahlen muss, steht die insolvenz ins haus, fallen arbeitsplätze weg, fehlen kurtaxe- und gewerbesteuereinnahmen! ganz vom imageschaden abgesehen! intelligenzresistent?

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