Spatenstich für Neubau am Klinikum Konstanz

Konstanz. Bis 2017 entstehen im Herzen des Klinikgeländes ein neuer Funktionstrakt und das neue Vincentiuskrankenhaus. Die Baukosten belaufen sich auf rund 111 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg hat eine Förderung von 48,3 Millionen Euro zugesagt. Die Stadt ist mit 32 Millionen Euro dabei. Der Spatenstich bereits statt. 

Landesministerin steht hinter Neubau

Dass dieses Geld gut angelegt ist, bestätigte Landessozialministerin Karin Altpeter am Freitag. In Konstanz gebe es gute Gründe für den Neubau, betonte Altpeter. Mit dem Neubau könne einerseits das vorhandene erhebliche Flächendefizit, andererseits durch die Umsiedlung des Vincentiuskrankenhaus der Zustand von zwei getrennten Betriebsflächen beseitigt werden.

Zehn Jahre Planung

Durch den Neubau, dem eine rund zehnjährige Planungszeit voraus gingen, werde die medizinische Leistungsfähigkeit gestärkt, ist sich die Ministerin sicher. Sie betonte zudem, dass sich das Land zur dualen Krankenhausfinanzierung bekenne. „Mit der finanziellen Unterstützung für unsere Krankenhäuser stellen wir die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung sicher“.

Gesundheit Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge

Das Ministerium fördere ausdrücklich die Neuausrichtung und Modernisierung der Klinikstrukturen in Baden-Württemberg. Sie lobte in diesem Zusammenhang den neuen Gesundheitsverbund im Landkreis Konstanz: „Das war die richtige Entscheidung, Sie haben einen guten Weg gewählt“. Die Krankenhausversorgung sei eine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge“, ist sich die Ministerin sicher. „Den Markt den Privaten überlassen, das tun wir nicht“, erklärte die Ministerin am Ende ihrer angesichts der närrischen Jahreszeit kurz gefassten und prägnanten Rede.

Konstanz bezahlt 32 Millionen Euro

Das hörte auch Landrat Frank Hämmerle, Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Krankenhausholding gerne. Für die „außergewöhnlich hohe Förderung“ bedankte er sich in bester Laune ausdrücklich. In seinen Dank schloss er auch die Stadt Konstanz (Zuschuss über 32 Millionen Euro) und die Spitalstiftung ein (Zuschuss über 12 Millionen Euro). „Nachhaltig, hochwertig, wohnortnah und öffentlich getragen“, so fasste er die Ideen des neuen Gesundheitsverbunds zusammen. Mit dem Verbund schaffe man Strukturen, welche die Patientenversorgung im Landkreis nachhaltig sicherstelle, ist Hämmerle überzeugt. Er hoffe auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium.

Klinikum  315 Betten und 13 Fachabteilungen 

Gewappnet für die Zukunft, sieht der Konstanzer Oberbürgermeister Ulrich Burchardt das Konstanzer Klinikum. Mit den Neubauten werde die Basis für die weitere gute medizinische Versorgung gelegt. Das Engagement für kranke und pflegebedürftige Menschen habe in Konstanz Tradition, führte Burchardt mit Blick auf die Geschichte der Spitalstiftung aus. Der erste Spitalbau in der Altstadt sei „entflammt vom Feuer der Nächstenliebe“ entstanden. Der erste reine Klinikbau stamme aus dem Jahr 1871. Nach stetiger Erweiterung verfüge das Haus heute über 315 Betten und 13 Fachabteilungen. Das Klinikum Konstanz sei wichtig für die Infrastruktur der Stadt, der Zuschuss über 32 Millionen Euro sei ein klares Bekenntnis des Konstanzer Rates für das Klinikum, so Burchardt.

Bauzeit vier Jahre

„Bauen beginnt zunächst mit Zerstörung“, resümierte Architekt Lucas Müller von der Arcass Planungsgesellschaft Stuttgart. Nach dem Fällen von Bäumen, dem Abriss des alten Klinikkindergartens und einer baufälligen Tiefgarage, werde in rund vier Jahren eine neue Baugruppe entstehen, welche das neue Vincentiuskrankenhaus und ein Funktionsneubau mit Hubschrauberlandeplatz und Tiefgarage beherberge. Auch ein neuer Verbindungstrakt zwischen Alt- und Neubau und ein neues Patientencafe sind vorgesehen. Der zukünftige Haupteingang wird nach Vollendung der Neubauten in der Mainaustraße liegen.

Foto: Gesundheitsverbund Kreis Konstanz. Michael Hoffmann (Abteilung Bau, Klinik), Lucas Müller (Architekt), Claus Boldt und Kurt Werner (Bürgermeister, Stadt Konstanz), Frank Hämmerle (Landrat), Karin Altpeter (Sozialministerin), Rainer Ott (GF Gesundheitsverbund, Konstanz), Uli Burchardt (OB Konstanz) und Peter Fischer (GF Gesundheitsverbund, Singen) beim Spatenstich.

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