SPD entdeckt „verbotene Stadt“ in Konstanz

Sozialdemokraten wollen Innenhöfe zwischen Münster und Konzilstraße öffnen – Neuen Durchgang zwischen Hofhalde und Münsterplatz schaffen

Konstanz. Das Jahr der Oberbürgermeisterwahl ist ein Jahr, in dem es leichter ist als in anderen populären Forderungen eine gewisse Aufmerksamkeit und wohlwollende Beachtung zu verschaffen. Die Konstanzer SPD nutzt 2012 um auf verschlossene Innenhöfe zwischen Münster und Konzilstraße aufmerksam zu machen. Die Gärten könnten auch Rückzugsorte für Bewohner der Altstadt sein.

Gärten östlich des Münsters

Zwischen Münster und Konzilstraße gibt es beinahe eine „verbotene Stadt“, heißt es in einer Medienmitteilung der SPD. Ohne Kontakte oder Beziehungen seien die Gärten östlich des Münsters nicht oder nur schwer zu betreten. „Schade“, meint da Stadträtin Brigitte Leipold (SPD), denn für die dicht bebaute Innenstadt könnten die Höfe eine wichtige Naherholungsfunktion übernehmen.

Hinter Mauern verborgen

Doch Klostergarten und Kolpinggarten gelten als „schwer zugängliche historische Flächen“. So zumindest stufte das Planungsbüro „Freie Planungsgruppe 7“ das Gebiet in der vorbereitenden Untersuchung für die Erweiterung des Sanierungsgebiets Altstadt mit Niederburg ein. Über zwei Jahre sind vergangen, seit Bürgermeister Kurt Werner die Studie öffentlich vorgestellt hat und ohne dass aus den zahlreichen Ideen etwas geworden sei.

Arbeitsauftrag an den OB

Die SPD-Fraktion hat nun beim Oberbürgermeister beantragt, das Thema im Technischen und Umweltausschuss und im Gemeinderat zu behandeln. Die Planungsgruppe hatte seinerzeit vorgeschlagen zwischen dem Münsterplatz und der Hofhalde einen zusätzlichen Fußweg durch die Höfe der Christuskirche, des Klostergartens und des Kolpinggartens zu schaffen und gleichzeitig den Klostergarten zu öffnen. Der Kolpinggarten sollte aufgewertet werden. Damit könnte ein wichtiger Teil des historischen Konstanz wieder erlebbar gemacht werden, hieß es in der Untersuchung.

Öffentlichen Raum begehbar machen

„Mit dem Konziljubiläum gewinnt die städtebauliche Idee endlich an Aktualität“, sagt Brigitte Leipold. Eine Umgestaltung im Bereich des Kolpinggartens sollte den öffentlichen Raum aufwerten. In der Diskussion über die Vorschläge im Gemeinderat hatte Brigitte Leipold angeregt, das Tor rechts neben dem Münster zu öffnen.

Auch eine Frage des Geldes

Der SPD-Antrag formuliert eine Reihe von Fragen und Arbeitsaufträgen an die Verwaltung: So soll sie die rechtlichen Rahmenbedingungen darlegen, die bei einer Öffnung der Höfe zu berücksichtigen sind und ob der Kolpingweg als öffentlicher Weg eingestuft ist. Die Verwaltung soll ermitteln, welche Maßnahmen zur Aufwertung des Kolpinggartens möglich sind und wie viel dies kosten würde. Und nicht zuletzt erinnert die SPD-Fraktion an Finanzierungsmöglichkeiten durch das erweiterte Sanierungsgebiet „Altstadt mit Niederburg“, das im Juli 2009 um die östliche Innenstadt vergrößert wurde.

Foto: SPD

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