SPD im Kreis Konstanz fragt: Ist die Finanzkrise vorbei?

SPD lädt zur wirtschaftspolitischen Fachdiskussion nach Singen

Konstanz/Singen Städte und Gemeinden stöhnen noch unter wachsenden Schuldenbergen, doch positive Nachrichten vom Arbeitsmarkt und aus der Wirtschaft wecken Optimismus. Ist die Wirtschaftskrise vorbei oder geht es nur kurzfristig nach oben? Der SPD Kreisverband Konstanz diskutiert dieses Thema mit wirtschaftspolitischen Experten: Der Konstanzer Bundestagsabgeordnete Peter Friedrich hat die finanzpolitische Sprecherin seiner Fraktion, Nicolette Kressl, zu einer Diskussion mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Singen, Volker Wirth, eingeladen. Die öffentliche Veranstaltung findet am Dienstag, 7. September 2010, um 18.45 Uhr in der Sparkasse Singen statt.

Wie steht es um die Wirtschaft tatsächlich?

Die Lage ist verworren. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtete am 1. September von einem Anstieg der Auftragseingänge für Juli 2010, im Vergleich zum Vorjahresmonat, von realen plus 48 Prozent. Die Inlandsauftragseingänge beim deutschen Maschinenbau stiegen um plus 38 Prozent und die Auslandsauftragseingänge gingen um plus 54 Prozent nach oben, jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das Problem: Der Index der saisonbereinigten und geglätteten Auslandauftragseingänge dürfte im Juli 2010 bei etwa 124 Punkten gelegen haben, beim Hoch im September 2007 lag er bei ca. 158 Punkten. Das berichtet der Blog Wirtschaftsquerschuss. Dies sei noch ein Einbruch von etwa minus 21,5 Prozent im Vergleich zum Hoch. Die bereinigten Inlandsauftragseingänge lagen bei etwa 108 Punkten, nach etwa 138 Punkten im März 2008, was einem Minus zum Hoch von etwa 21,8 Prozent entspreche.

Optimistische Stimmung und viele offene Fragen

Die SPD schaut offenbar optimistisch in die Zukunft. Kress jedenfalls leitet das Gespräch mit einem Referat unter der Überschrift „Gesundes Wachstum durch aufrichtige Finanzpolitik“ ein. Trotz einer Erholung blieben die Fragen, wie müssen die Finanzmärkte reguliert werden und wie bleibt der Euro eine stabile Währung, aktuell, heißt es in einer Mitteilung der SPD. Die 52jährige Nicolette Kressl gehört seit ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag 1994 dem Finanzausschuss an. Von 2007 bis 2009 war als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium der Finanzen. Seit der Bundestagswahl ist sie finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

Teilnehmer an der Veranstaltung können sich im Wahlkreis Büro des Abgeordneten Peter Friedrich (Marktstätte 7, Konstanz, mailto:peter.friedrich@wk.bundestag.de) anmelden.

2 Kommentare to “SPD im Kreis Konstanz fragt: Ist die Finanzkrise vorbei?”

  1. dk
    6. September 2010 at 15:19 #

    @ Wie steht es um die Wirtschaft tatsächlich?

    Es ist fraglich, ob man den „Maschinen- und Anlagenbau“ mit der „Gesamt-Wirtschaft“ gleichsetzen soll.
    Alles ist auf Export ausgerichtet; die Wirtschaft scheint von Erst-Investitionen in aufwärtsstrebende Staaten abhängig zu sein bzw. später von Modernisierungs-Investitionen.
    Immer vorausgesetzt, dass man einen weltweiten Technologie-Vorsprung hat (…und die qualifizierten Fachkräfte – möglichst noch zum Schnäppchenpreis).

    In einer Online-Zeitung konnte man vor Wochen in einem Interview mit einem dt. Wirtschafts-Experten (bisher sehr neo-liberal) zur Finankrise lesen, dass sich ein grosses Investitionskapital angesammelt habe, man aber nicht „auf der Rechnung hatte, dass es überwiegend in Schrott-Aktien investiert worden ist“ (ziemlich wörtlich).
    Die „Regulierung“ bei der „Banken-Rettung“ entspräche zwar nicht dem Neo-Liberalismus, aber sei eher ein atypischer Einzelfall und eine System-Ausnahme (sinngemäss). Die schwache Binnen-Nachfrage (Haushalte) sei dabei „fatal“ gewesen.
    Zwischen den Zeilen konnte man schon früher lesen, dass Probleme der Finanzkrise bekannt waren, aber der Zeitpunkt inkl. Umfang und Ablauf offen und doch sehr überraschend waren.
    Als Schuldigen hatte man eine US-Bank und die fehlende schnelle Hilfe der US-Regierung genannt.

    Der Leser hatte sich daran erinnert, dass es in VWL-Vorlesungen des BWL-Grundstudiums zwar eine umfangreiche VWL-Formel gibt, aber nur eine Spar- und Investitions-Quote (aber keine Schrott-Papier-Quote) erwähnt wurden und auch der Aussenhandel nur vereinfacht berücksichtigt wurde.
    Es bleiben an öffentlichen Statistiken, Zahlenwerken und Gedanken-Modellen.

  2. dk
    6. September 2010 at 15:21 #

    letzter Satz = Es bleiben ZWEIFEL an öffentlichen Statistiken, Zahlenwerken und Gedanken-Modellen.

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