SPD Konstanz: Nycomed verhielt sich wie eine Heuschrecke

Gemeinderatsfraktion und Ortsverein: Beschäftigte brauchen Solidarität der ganzen Region – OB soll bei Kundgebung sprechen

Konstanz. Die Konstanzer Sozialdemokraten verurteilen die Massenentlassungen, die der neue Eigentümer der Pharma-Firma Nycomed, der japanische Takeda-Konzern den Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch angekündigt hat. Die Konstanzer SPD spricht von einem „schwerer Schlag“ für die Stadt als Standort für Unternehmen im Bereich „Life Science“. Die SPD fordert unter anderem eine gut ausgestattete Transfergesellschaft.

Pantoprazol in Konstanz entwickelt

Etwa 700 Mitarbeiter, vor allem aus den Bereichen Forschung und Betrieb müssten damit rechnen, ihre Arbeit verlieren. Die SPD schreibt: „Es war die Leistung und das Wissen der Mitarbeiter, die dem Unternehmen in den letzten Jahren riesige Gewinne gebracht haben. Wenn der Forschungsstandort Konstanz geschlossen wird, vernichtet der Takeda-Konzern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wissen und Wohlstand und schadet so seinen eigenen wirtschaftlichen Interessen.“ Der Konstanzer SPD Vorsitzende Prof. Dr. Uwe Herwig und der Vorsitzende der SPD Gemeinderatsfraktion, Jürgen Leipold erinnerten daran, dass der Gewinn-Bringer Pantoprazol in Konstanz entwickelt worden sei. „Die Nycomed-Heuschrecken haben kassiert, die Mitarbeiter zahlen die Rechnung“.

SPD ruft zur Teilnahme an Demonstration auf

Die Sozialdemokraten unterstützen den Einsatz von Betriebsrat und Gewerkschaften für den Erhalt der Arbeitsplätze. „Die Mitarbeiter des Unternehmens brauchen jetzt die Solidarität der ganzen Region“, sagen die Sozialdemokraten und fordern alle Konstanzer auf, sich an der Solidaritätsdemonstration am Dienstag, den 24. Januar um 15 Uhr auf der Marktstätte zu beteiligen“, heißt es in der Erklärung der SPD.

Wirtschaftspolitik vor neue Herausforderungen

Für die Mitarbeiter die trotz des Einsatzes ihre Arbeitsplätze verlieren, fordert die SPD eine hohe Abfindung. Maßstab dürfe nicht nur die Betriebszugehörigkeit, sondern müsse auch die Höhe der Unternehmensgewinne in der Vergangenheit sein. Eine gut ausgestattete Transfergesellschaft müsse den Betroffenen helfen, einen Ersatzarbeitsplatz zu finden. Denn aufgrund der Wirtschaftsstruktur in der Region sei leider damit zu rechnen, dass viele Mitarbeiter keinen vergleichbaren Arbeitsplatz vor Ort finden, sondern Umzüge in Kauf nehmen müssten. Das Ende der Pharma-Forschung in Konstanz sei ein schwerer Schlag für die Stadt als Standort für Unternehmen im Bereich „Life Science“. Dies stelle die örtliche Wirtschaftspolitik vor neue Herausforderungen.

SPD rechnet mit OB bei Kundgebung

Die Prostestaktionen beginnen am 24. Januar um 14.15 Uhr auf dem Konstanzer Münsterplatz. Dort treffen sich die Beschäftigten, um mit dem Kreuz der Arbeitslosigkeit zur Marktstätte zu ziehen. Auf der Kundgebung sprechen voraussichtlich Oberbürgermeister Horst Frank, Vertreter des Betriebsrats und örtliche Abgeordnete.

2 Kommentare to “SPD Konstanz: Nycomed verhielt sich wie eine Heuschrecke”

  1. Fafnir
    18. Januar 2012 at 13:32 #

    Man könnte sich aber auch mal fragen, ob Deutschland nicht ein bisschen zu unternehmensfeindlich geworden ist. Daran sind nicht zuletzt auch die Gewerkschaften und grüne Ethikansprüche schuld. Takeda ist nicht die einzige Firma, die ihre Sachen packt und geht.

  2. Satansbraten
    18. Januar 2012 at 15:46 #

    Das hätte man doch eigentlich erwarten können. Die
    Firma wird in dem neuen Konzern zur Konkurrenz.
    Durch diesen Kauf wird man einen lästigen Mitstreiter
    los.
    Hätte die ursprüngliche Firma sich nicht auf Ihren
    Lorbeeren ausgeruht und weitere und gute Medikamente auf den Markt gebracht wäre dies so
    nicht eingetreten.
    Und so wird es auch bei dem Einstieg der Chinesen
    bei der Solarfirma ablaufen. Know How abziehen und
    dann die Firma abwickeln.
    Schade für den Standort Konstanz.

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