SPD möchte neuen Grillplatz auf Klein Venedig

Vorstoss der Konstanzer Kommunalpolitiker in Sachen öffentliche Räume für Jugendliche

Konstanz (wak) Die SPD in Konstanz schlägt vor, auf dem Gelände Klein Venedig in Konstanz Grillstellen für Jugendliche zu errichten. Wenigstens solle der Standort geprüft werden. Das sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Leipold See-Online.

SPD schielt auf Klein Venedig

Im kommenden Sommer könnte es dann einen neuen stadtnahen Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene geben. Auch SPD-Stadträtin Brigitte Leipold hatte sich bereits entsprechend geäußert und könnte sich zusätzlich noch einen Badeplatz am Rande des weitläufigen Geländes vorstellen. Sie sagte, über die Idee einen Badeplatz einzurichten, müsste aber die Stadt mit dem Landratsamt vorab sprechen. „Wir verfolgen das weiter“, sagte Brigitte Leipold.

Grillen auf Great Lakes Gelände bald vorbei

Rechtzeitig, bevor die Konstanzer Schüler in die großen Ferien starten, macht die SPD einen Vorstoss in Sachen Klein Venedig. Wie berichtet hat die Stadt Konstanz direkt am Seerhein auf dem ehemaligen Great Lakes Areal in diesem Jahr einen Grillplatz für Jugendliche neu eingerichtet. Da das Gelände im kommenden Jahr aber anders genutzt werden soll, wird es auch die Grillstelle im nächsten Sommer nicht mehr geben.

Plätze für Jugend im öffentlichen Raum

Dass die Stadt einen neuen Platz finden muss, an dem sich Jugendliche ungestört treffen und feiern können, ist unstrittig. Auch dass der Grillplatz zentral liegen sollte, hatten sich Jugendliche gewünscht. Kommunalpolitiker – wie zum Beispiel Till Seiler von der Freien Grünen Liste (FGL) – erklärten, dass es für Jugendliche Plätze im öffentlichen Raum geben müsse. Oberbürgermeister Horst Frank hatte erst vor einigen Wochen noch in einer Gemeinderatssitzungdie Meinung verterten, es sei klar, dass sich die Konstanzer Jugendlichen im Sommer am Wasser und nicht an einem abgelegenen Ort treffen wollten. Die Konstanzer SPD hat jetzt – so sieht es aus – nur eins und eins zusammengezählt und das Gelände Klein Venedig – zwischen See, Sealife, Schweizer Grenze und Bahngleisen – als neuen Treffpunkt vorgeschlagen.

Klein Venedig besser als Herosépark

Während eine Grillstelle im Herosépark möglicherweise erneut zu Konflikten mit Anwohnern führen könnte, die sich in der Vergangenheit über nächtliche Störungen beklagten, und es am Schänzle ehr keine größere Fläche gibt, scheint das Areal Klein Venedig mehrere Vorzüge zu haben. Nachdem das Landratsamt erst kürzlich den Technischen und Umweltausschuss der Stadt darüber informiert hatte, dass von der ehemaligen Mülldeponie keine Gefahr ausgehe, eröffnen sich neue Chancen für die Nutzung als Freizeitgelände. Auch wenn das Geld für einen Bürgerpark nicht reichen dürfte, wünscht sich Brigitte Leipold aber wenigstens ein paar Schatten spendende Bäume auf dem Platz, das derzeit hauptsächlich als Hundefreilaufplatz genutzt wird. Auch SPD-Stadtrat Jürgen Ruff könnte sich einen Grillplatz auf dem Areal vorstellen. Bei einem Probegrillen wäre er gern dabei, sagte der Kommunalpolitiker. Die Sommerthemen scheinen der Konstanzer SPD denn auch nicht auszugehen.

Hier geht es zu einem Beitrag über die Altlastensanierung von Klein Venedig.

Foto: EmmaN PIXELIO

Ein Kommentar to “SPD möchte neuen Grillplatz auf Klein Venedig”

  1. Fenedig
    28. Juli 2010 at 18:27 #

    Was da alles der SPD einfällt ist schon erstaunlich: Nachdem die Ausgestaltung des Geländes – so, wie es sich die Stadt vorstellte – nicht zuletzt auch wegen dieser Partei vor den Konstanzern keine Gnade fand (über die unterschiedlichen Argumente wurde lange gestritten und sie müssen hier nicht wiederholt werden), kommen die Leipolds nun mit „Grillstellen“ und „ein paar Schatten spendenden Bäumen“ daher. Tiefer lässt sich das Niveau in Sachen Stadt-Raum-Platz-Gestaltung nicht definieren. Und wenn dann noch ausgerechnet hier gebadet werden soll, wo es anscheinend – zumindest nach Herrn Schäfer – nur so wimmelt von Umweltgiften (wurde zwar vom Landratsamt dementiert!), wird die Welt völlig unverständlich. Dass es recht verstanden wird: Baden in dieser Ecke gab es schon früher (in „Badeanstalten“ vor der Hafenmole). Diese Mole, zur der heute leider nur der DSMC Zutritt hat, ist durchaus zu popularisieren: Hier kann bis zum Türmchen an der Hafeneinfahrt ein breiter, öffentlich begehbarer Holzsteg (als Promenade) mit Sitzgelegenheiten und angebauter Bade-Plattform durchaus Sinn machen. Jede pfiffige Stadt am Wasser hat heute ihre Ecken, wo frei gebadet wird. Wie am Seerhein links und rechts, an der Seestrasse, am Seeweg. Es ist toll was hier bei schönem Wetter abgeht. Da hat sich ganz still eine neue „Badekultur“ entwickelt. Grillen – um diesen Aspekt noch zu hinterfragen- hat bekanntlich stets einen Hang zum „Gelage“ mit all den Begleiterscheinungen. Da ist eine Stadt rasch überfordert. Der Nachbar Kreuzlingen hält sein grosses Grünufer am See ohne Grillstellen wohl deshalb so ästhetisch „im Schuss“. Die beiden Städte könnten sich mal diesbezüglich zu einem Erfahrungsaustausch treffen. Und Klein Venedig ans sich? Hier ist auch zukünftig nur ein Planungswettbewerb sinnvoll – kein Schnellschuss, kein Wischi-Waschi, kein unkompetentes „Parteigewurschtel“. Dazu ist das Gelände einfach zu kostbar.

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