SPD: Soziale Stadt in Konstanz darf nicht auf Streichliste

Vor Sparklausur des Konstanzer Gemeinderats äußerte sich die SPD-Fraktion

Konstanz (wak) In Konstanz hat der Wettlauf ums Geld bekommen. Die SPD Fraktion im Gemeinderat hat jetzt erstmals Pflöcke eingerammt. Nach einem Lokaltermin im Sanierungsgebiet Berchen und Öhmdwiesenmachte sie klar: Die SPD will nicht in der Sozialen Stadt sparen. „Eine Soziale Stadt lebt vom Engagement ihrer Bewohner.“ Dieses Fazit zog Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat nach einem Ortstermin. „Wir wollen in den Haushaltsberatungen die bisherigen Erfolge im Quartier auf Dauer erhalten,“ sicherte Leipold zu.

Konstanz kann noch eine halbe Million abrufen

Aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt fließen insgesamt 1,5 Millionen Zuschüsse in das Berchengebiet. Nur noch knapp zwei Jahre hat die Stadt Konstanz Zeit, die bislang nicht genutzten Sanierungszuschüsse in Höhe von etwa 500.000 Euro abzurufen. In einem Ortstermin informierte sich die SPD-Fraktion daher über die aktuellen Projekte.

Zeit läuft dem Quartier davon

Jürgen Leipold warnte vor Überlegungen der Stadtverwaltung, die Sanierungsprojekte zu verschieben und zu strecken. Denn die Stelle von Quartiersmanager Luigi Pantisano werde „wie in vergleichbaren Projekten üblich“ im Jahr 2011 nach drei Jahres auslaufen. Bis dahin, so die SPD, müssten wesentliche Projekte auf den Weg gebracht werden. Dabei gelte es, die Bewohner des Stadtteils an den Planungen zu beteiligen. Leipold bezeichnete die zahlreichen Initiativen zur Aktivierung der Bewohner im Wohngebiet als vorbildlich.

Berchenspielplatz hat für SPD Vorrang

Ein besonderes Augenmerk richtet die SPD auf den Berchenspielplatz, dessen Umgestaltung im Herbst vom Technischen und Umweltausschuss beraten werden soll. Das Gelände biete eine große Grünfläche, die wegen zahlreicher Mängel nur noch schlecht genutzt werde. Es ist stark verbuscht und die Geräte am Kinderspielplatz sind schon seit längerem in schlechtem Zustand, so die SPD. Der kleine Bolzplatz sei wegen des ungeliebten Hackschnitzelbodens meist verwaist. Auf der großen Fläche finden sich der Fahrradübungsplatz der Polizei, und zwei Bauwagen des Kindertreffs. Bislang sieht die Finanzplanung für 2011 und 2012 insgesamt 230.000 Euro für die Gestaltungsarbeiten vor. Diese Haushaltsstelle gilt allerdings als stark streichungsgefährdet. Ohne den umgebauten Berchenspielplatz bleibe der Grüne Bogen im Quartier Stückwerk. Daher werde die SPD in den Haushaltsberatungen für das Projekt kämpfen.

Neubau statt Bauwagen-Kindertreff

Als zweites Projekt wollen die Sozialdemokraten mittelfristig die Bauwagen des Kindertreffs durch einen Neubau ersetzen. Dafür sollten bald Pläne erarbeitet werden. Dagegen könne auf einen Neubau für ein Bewohnerzentrum am Mühlenweg “ am Rande des Sanierungsgebiets verzichtet werden. Langfristig müsse jedoch die soziale Gemeinwesenarbeit für das Berchengebiet gesichert werden. Denn diverse Personalkostenzuschüsse werden mit dem Abschluss der Sanierung auslaufen.

SPD „Mutter“ der Sozialen Stadt

Die SPD-Fraktion hatte 1999Konzepte zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur im Berchengebiet beantragt und empfohlen, einen Antrag für das Sanierungsprogramm Soziale Stadt vorzubereiten. 2004 wurde der Stadtteil in das Programm mit aufgenommen. Es läuft acht Jahre bis zum 31.12.2012.

Foto: wak

Ein Kommentar to “SPD: Soziale Stadt in Konstanz darf nicht auf Streichliste”

  1. dk
    26. August 2010 at 13:11 #

    Ein weiterer Weg könnte sein, mithilfe des Vereinswesens (z.B. Sport, techn. KnowHow, usw.) gezielt die Jugend anzusprechen.

    Sogar in der Wirtschaft dürfte „Ellenbogen“ durch „Zusammenarbeit in der Gruppe“ ergänzt werden; das Selbstwertgefühl dürfte etwas verbreitert werden, da Erfolge leichter sichtbar werden.

    In der Selbstdarstellung eines IT-Betriebes konnte man über den Technologie-Schwerpunkt lesen: neben dem breiten KnowHow ist jeder auch Spezialist und die Teams werden gemäss dem Projekt individuell zusammengestellt. Die gegenseitige Toleranz wächst daraus, dass jeder weiss, der andere ist Spezialist in einem anderen Gebiet.

    Vereine freuen sich insbesondere in der Wirtschaftskrise über Sponsoren; Jugendliche über das Erleben ihrer eigenen Leistungsfähigkeit.

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