Stadt Konstanz befragt 3500 Wohnungsmieter für neuen Mietspiegel

Bürgermeister Kurt Werner, Thomas Daiger vom H+G und und Herbert Weber vom Mieterbund appellieren mitzumachen

Konstanz. Jedes Jahr entstehen in Konstanz 300 neue Wohnungen. Das seien viel zu wenige, sagt Herbert Weber, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds Bodensee e.V.. Die Konstanzer Mieten seien die sechst höchsten in Deutschland. Dramatische Mietpreiserhöhungen seien aber nicht zu befürchten, so Thomas Daiger, Geschäftsführer von Haus & Grund. Das Interesse an einem Mietspiegel haben in Konstanz Mieter wie Vermieter, so Herbert Weber und Thomas Daiger übereinstimmend. Die Stadt Konstanz wird für den neuen Mietspiegel 2011, den sie zusammen mit dem EMA-Institut für empirische Marktanalysen erstellt, 80.000 Euro in die Hand nehmen. Die Angaben im neuen Mietspiegel müssten repräsentativ und belastbar sein, so die Beteiligten. Sie bitten die 3500 zufällig ausgewählten Konstanzer, sich nicht zu verweigern, sondern Angaben zu machen.

Konstanzer Mieten stiegen zuletzt um 1 Prozent

In den vergangenen Jahren hat es in Konstanz keine dramatischen Mietpreiserhöhungen gegeben. Das zeigt ein Blick in die Mietspiegel der vergangenen Jahre. Alle zwei Jahre wird der Konstanzer Mietspiegel fortgeschrieben oder wie für 2011 neu erstellt. Zuletzt zwischen 2007 und 2009 stiegen die Mieten in Konstanz nach Angaben der Stadt um 1 Prozent. Dieser pauschale Wert ist aber nur ein Durchschnittswert und nicht sehr aussagekräftig. So sind die Preise für kleine Wohnungen und für neu gebaute Wohnungen um 8 Prozent gestiegen. Im mittleren Segment seien die Preise dagegen teilweise sogar gefallen. Das hängt mit Angebot und Nachfrage zusammen, so Werner. In Litzelstetten sind die Mieten höher als in Dettingen. Je nach Entfernung vom Stadtzentrum, Bezugspunkt ist die Marktstätte, gibt es Abschläge, wobei es aber auch in den entfernteren Stadtteilen teurere Wohnlagen und Wohnungen gibt.

35 Interviewer befragen Mietwohnungsnutzer

Der erste ab 2002 gültige Mietspiegel wurde 2001 erstellt. Vom kommenden Donnerstag, 23. September an, machen sich wieder Interviewer mit Fragebögen auf den Weg. Die Personen, die sie befragen, sind zufällig ausgewählt worden. Mitte Oktober ist eine „Zwischenabgabe“ geplant. Am 9. November endet die Befragung. Bis Januar erfolgt eine Plausibilitätsprüfung. Im März soll der Gemeinderat den Mietspiegel dann beschließen. Im April oder Mai werde er veröffentlicht. Die Zahl der gedruckten Exemplare des Mietspiegels wird um zwei Drittel verringert. Immer mehr Mieter und Vermieter schauen in den Online-Mitspiegel. Alle Befragten, die in den kommenden Wochen Angaben machen sollen, sind vorab von Bürgermeister Kurt Werner angeschrieben worden. Insgesamt sind 35 Interviewer unterwegs, die sich alle ausweisen können.

Mindesten 1000 aussagekräftige Angaben nötig

Berücksichtigt werden nur Mietverträge, die höchstens vier Jahre alt sind oder Mietwohnungen, in denen die Mietpreise angepasst worden sind. Aus diesem Grund fallen bereits 25 bis 30 Prozent der zufällig ausgewählten Einwohner aus. Unter den Adressen dürften außerdem auch noch die einiger Wohnungsbesitzer sein, die ebenfalls nicht befragt werden können. So schrumpft die Zahl derer, die Angaben machen können, beträchtlich. Mindestens 1000 Mieter sollten aber Angaben machen, sonst wären die Angaben im Mietspiegel nicht repräsentativ. Bei der vergangenen Befragung hatte es 15 bis 17 Prozent Verweigerer gegeben. Weitere 17 Prozent seien nicht angetroffen worden. Nach Auskunft der Stadt werden die Daten erst anonymisiert, bevor sie an das EMA-Institut weiter gegeben werden.

Energetischen Werte spielen noch keine Rolle

Neu sind in diesem Jahr Fragen zum energetischen Zustand der Wohnung. Nachdem die Mieter Auskunft gegeben haben, sollen die Vermieter angeschrieben werden. Für den Mietspiegel 2011 seien die Angaben über die energetischen Werte noch nicht relevant, so Weber. Genauso wie Daiger rechnet er damit, dass der energetische Zustand in Zukunft aber mitentscheiden sein wird, wenn es um Zu- oder Abschläge geht. Ist ein Gebäude in schlechtem energetischem Zustand, erhöhen sich die Betriebskosten. Der Energiepass sei momentan aber wenig aussagekräftig.

Transparenz auf dem Mietwohnungsmarkt

Vor allem gehe es beim Mietspiegel um Transparenz, so Weber. Daiger sagt, dass auch die Haus- und Wohnungseigentümer aufgerufen seien, sich zu beteiligen. Allerdings ist aus Sicht der Vermieter der Mietspiegel, der rechtlich belastbare Angaben enthalten soll, kein qualifizierter Mietspiegel. Das habe rechtliche Gründe, so Daiger. Denn ansonsten würden alle Angaben als gesetzlich zutreffend vertretbar gelten. Im Klartext: Widersprechen und Vergleichsmieten heranziehen könnten Vermieter dann nur noch mit einem Sachverständigengutachten.

Hier geht es zur Website des Haus & Grund Verbands.

Hier geht es zur Website des Deutschen Mieterbunds Bodensee e.V.

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