Stadt Konstanz veröffentlicht Wahlanalyse zur Kommunalwahl

Die Stadt Konstanz hat eine vom Hauptamt erstellte Wahlanalyse veröffentlicht. Sie zeigt unter anderem, dass bei der Kommunalwahl besonders viele Kandidierende aus der Altstadt kamen. Auf den Listen standen deutlich mehr Männer als Frauen, die Altersgruppe der unter 30-Jährigen war unterrepräsentiert und die Wahlbeteiligung war schlechter als die in anderen Unistädten. Die Wahlanalyse gibt es als PDF zum Herunterladen auf der Homepage der Stadt.

Frauen bei Wahl unterrepräsentiert

Betrachtet man alle Kandidierenden zusammen, haben sich insgesamt 99 Frauen (35,4%) und 181 Männer zur Gemeinderatswahl aufstellen lassen. Innerhalb der einzelnen Parteien haben sowohl die FGL als auch die SPD mit 50,0% den höchsten Frauenanteil bei den Kandidierenden. Die CDU und die FDP hingegen haben mit 20,0% einen deutlich geringeren Frauenanteil auf ihrer Wahlliste.

JFK mit jüngster Liste

Das Durchschnittsalter der Kandidierenden liegt bei 47,7 Jahren. Das mit Abstand jüngste Durchschnittsalter hat die JFK mit 31,8 Jahren, wohingegen die durchschnittlich ältesten Kandidierenden in der FWK mit 54,6 Jahren sind.

Mehrzahl der Kandidierenden wohnt in Altstadt

Die Verteilung der Kandidierenden zeigt, dass aus jedem Konstanzer Stadtteil Kandidatinnen oder Kandidaten vertreten sind. Die meisten Kandidierenden kommen eindeutig aus der Altstadt (22,9%), die wenigsten hin-gegen aus Egg (1,1%), dem Stadtteil aus dem aber auch nur 0,9% der Wahlberechtigten stammen. Somit ist die Altstadt überrepräsentiert, denn lediglich 14,6% der Wahlberechtigten lebt in der Altstadt. Petershausen-West und Fürstenberg sind hingegen unterrepräsentiert.

50- bis 60-Jährige auf Listen überrepräsentiert

Die meisten Wahlberechtigten sind in der Altersgruppe von 18- bis unter 30-Jährigen
(25,8%) und in der über 60-Jährigen (28,9%) vertreten. Wenn man diese Altersstruktur nun
mit der Altersstruktur der Kandidierenden vergleicht, wird deutlich, dass sich die der Kandidierenden
nicht in allen Altersgruppen der Wahlberechtigten widerspiegelt. Die unter 18-
jährigen machen nur 2,0% der gesamten Wahlbeteiligten aus und verändern dadurch die
Altersstruktur der Wahlberechtigten nicht wesentlich. Die Altersgruppe der 18- bis unter 30-
Jährigen ist bei den Kandidierenden etwas unterrepräsentiert und die Altersgruppe der 50-
bis unter 60-Jährigen dafür deutlich überrepräsentiert (25%).

Wahlbeteiligung fast unverändert

Die Wahlbeteiligung in Konstanz liegt bei der Gemeinderatswahl 2014 bei 47,5%. Die steigende Zahl der Wahlberechtigten trägt aber nicht unbedingt zu steigender Wahlbeteiligung bei. Die Wahlbeteiligung bleibt seit 1999 auf einem stabilen niedrigen Niveau. So stieg die Wahlbeteiligung gegenüber 2009 lediglich um 1,3%.

Niedrigere Wahlbeteiligung als in anderen Unistädten

Im Vergleich zu ganz Baden-Württemberg mit 49,1% ist die Wahlbeteiligung in Konstanz mit 47,5% niedriger. Vergleicht man Konstanz mit anderen Universitätsstädten in Baden-Württemberg, fällt die Wahlbeteiligung auch hier deutlich geringer aus. Tübingen liegt seit 2004 sogar immer etwa 10 Prozentpunkte über der Konstanzer Wahlbeteiligung.

Abschneiden der Parteien

Als Sieger der Wahl geht die CDU hervor. Sie konnte 25,1% aller Stimmen auf sich vereinen und hat zehn Sitze im Gemeinderat erhalten. Mittlerweile ist ein Stadtrat aber aus der Fraktion ausgetreten – und hat sich den Freien Wählern angeschlossen. Die FGL erreicht mit 23,6% der Stimmen ebenfalls zehn Sitze. Auf sie folgt die SPD, die 18,2% schaffte und somit sieben Sitze im Gemeinderat erhält. Die FWK erhält 13,3% der Stimmen und fünf Sitze plus einen durch den Fraktionswechsler, die FDP 6,9% (drei Sitze), die LLK 6,1% (zwei Sitze) und die JFK ebenfalls 6,9% und damit ebenfalls drei Sitze. Seit 1956 gelingt es in Konstanz damit einer Gruppierung erstmals auf Anhieb drei Sitze bei der Gemeinderatswahl zu gewinnen.

FDP ist Wahlverlierer

Die FDP hat als Verlierer der Wahl 3,9%-Punkte verloren. Die CDU konnte hingegen 2,9%-Punkte hinzugewinnen. Aber auch die LLK (1,5%-Punkte), die SPD (0,5%-Punkte) und die FGL (0,3%-Punkte) haben etwas mehr Stimmen erreichen können als bei der vergangenen Gemeinderatswahl. Die FWK hingegen hat 1,0%-Punkt verloren.

Gewinner und Verlierer

Die CDU konnte einen Sitz dazugewinnen – den sie mittlerweile aber wieder verloren hat. Die FWK und die FDP haben hingegen jeweils einen Sitz verloren, wobei die FWK ein zusätzliches Fraktionsmitglied bekommen hat. Die Gruppierungen FGL, SPD und LLK konnten ihre Sitzzahl beibehalten.

Altstadt Hochburg der FGL

Die Hochburgen der FGL waren in der Altstadt (30,1%), in Petershausen-West (25,1%) und im Paradies (25,0%). Die geringsten Stimmanteile hat sie in Wallhausen (16,5%), in Dettin-gen (16,1%) und im Industriegebiet (15,2%) erlangt.
Die CDU hat ihre besten Ergebnisse in Wallhausen (36,2%) sowie in Dingelsdorf und Dettin-gen mit jeweils etwa 35% geschafft. Ihre schlechtesten Ergebnisse hatte die CDU hingegen in der Altstadt (18,8%) und in Petershausen-West (21,4%).  Die SPD holte ihre besten Ergebnisse in Dettingen (23,6%) und in Fürstenberg (20,2%). Am wenigsten Stimmenanteile konnte sie hingegen im Industriegebiet (13,6%) und in Dingelsdorf (14,5%) erlangen. Die meisten Wählerstimmen hat die FWK in Litzelstetten (19,4%) und in Dingelsdorf (17,8%) auf sich vereint. In Petershausen West (10,4%) und in Wallhausen (11,5%) waren es hinge-gen am wenigsten. Die FDP hatte ihre Hochburgen in Petershausen-Ost (9,6%) und in Staad (9,1%). Am schwächsten hingegen waren sie in Dettingen und Dingelsdorf mit jeweils 5,5%. Die LLK hatte ihre besten Ergebnisse in den beiden bevölkerungsstärksten Stadtteilen Pe-tershausen-West (8,0%) und in Fürstenberg (7,7%). Ihre schlechtesten Ergebnisse hingegen bekamen sie in Dettingen (3,4%) und in Litzelstetten (3,5%).  Die neu angetretene JFK konnten ihre besten Ergebnisse in Petershausen-West (9,7%) und im Industriegebiet (8,7%) verzeichnen. Ihre schlechtesten Ergebnisse hingegen hatten sie in Wallhausen (3,1%) und in Dettingen (3,8%).

Staad und Egg überrepräsentiert

Die meisten Stadtteile sind gut im Gemeinderat vertreten. Lediglich aus dem zweitkleinsten Stadtteil Industriegebiet gibt es keine Gemeinderätin bzw. Gemeinderat. Der Stadtteil Fürstenberg ist unterrepräsentiert, da hier 14,1% der Wahlberechtigten wohnen, jedoch nur 10,0% der Gemeinderätinnen und –räte. Staad und Egg hingegen sind deutlich überrepräsentiert.

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