Stadt Konstanz will Fall „Verkehrszahlen“ aufarbeiten

Noch keine Antwort auf Vorhaltungen der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“

Konstanz. Noch keine Stellung genommen hat die Konstanzer Stadtverwaltung am Montag zu Vorwürfen, die die Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ am Wochenende erhoben hatte. Die Aktionsgemeinschaft hatte behauptet, die Stadt hätte Informationen über die verkehrliche Belastung der Bodanstraße unterdrückt. Diese Zahlen seien in Zusammenhang mit der Planung eines Konzert- und Kongresshauses wichtig gewesen. Die Initiative „Das bessere Verkehrskonzept“ berief sich dabei auf den früheren Konstanzer Verkehrsplaner Christoph Menzel.

Vorwurf: Expertenmeinungen bewusst ignoriert

Gemeinderat und Öffentlichkeit seien Expertenmeinungen zur Verkehrssituation in der Bodanstraße und zur Lago-Parkhauserweiterung bewusst vorenthalten worden, hieß es in einer Erklärung der Initiative. Ähnlich wie bei Stuttgart 21 sei die Mehrheit für KKH und Erweiterung des Lago-Parkhauses nur dadurch bei der Stange gehalten worden, dass ihnen „ablehnende Expertenmeinungen vorenthalten“ worden seien, behauptet die Aktionsgemeinschaft. Prof. Dr. Christoph Menzel habe in einem Schreiben auf Anfrage des Aktionsbündnisses mitgeteilt, dass er als Verkehrsplaner seinen Vorgesetzten bereits 2007 seine fachliche Einschätzung mitgeteilt hatte.

Stadt verspricht Prüfung des Falls

Die fachliche Einschätzung Menzels, der zu diesem Zeitpunkt Sachbearbeiter im Amt für Stadtplanung war, sei bei den Planungen offenbar nicht weiter berücksichtigt worden. So lautet der Vorwurf. Amtsleiter war damals Josef Weber, auf den Roland Jerusalem, der heutige Leiter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt folgte. Walter Rügert, Sprecher der Stadt Konstanz, sagte am Montagnachmittag, noch könne er nichts Konkretes sagen. Die Stadt werde sich die Akten anschauen und den Vorgang aufarbeiten.

Alexander Fecke nicht alarmiert

Alexander Fecker, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, wollte keinen Skandal erkennen. Er hält die Informationen nicht für so bedeutend. Fecker sagte, er wundere sich, dass sich der frühere Verkehrsplaner gegenüber der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ geäußert hatte. Fecker sagte, Menzel sei nicht Amtsleiter gewesen. Fecker sagte weiter: „Ich bin schon dafür, dass die Verwaltung Informationen weiter gibt.“ Manchmal passiere das aber auch in verkürzter Form.

Fecker: Informationen weniger wichtig

Weiter hält Fecker die Informationen nicht für so entscheidend. Er sagte durch die Einführung von Tempo 20 in der Bodanstraße und bis zum Bahnhofsplatz könnte die Zahl der Fahrzeuge zeitnah um 3.000 Autos täglich verringert werden. 15 Prozent der Autos fahren heute vom Bahnhofsplatz zur Bodanstraße ohne anzuhalten, so Fecker. Das habe eine Kennzeichenerfassung ergeben. Durch eine Busvorrangschaltung könne diese Strecke zusätzlich noch einmal unattraktiver werden. Durch Umfahrungen würden der Verkehr zum Beispiel aus Litzelstetten in die Schweiz zudem anders geleitet und die Fahrzeugzahl in der Bodanstraße ebenfalls verringert. Deshalb seien die angeblich unterdrückten Informationen heute heute nicht bedeutend.

SPD: Verkehrsfrage nicht unwichtig

Seitens der SPD war zu hören, dass die Vorwürfe gegen die Stadt möglicherweise überzogen sein könnten. SPD-Gemeinderatsmitglied Jürgen Puchta sagte allerdings auch, dass es bei der Entscheidung Konzert- und Kongresshaus ja oder nein am Standort Klein-Venedig entscheidend gewesen sei, ob das Verkehrsproblem als ein lösbares galt oder eben nicht. Die SPD, die aktuell gegen die Lago-Parkhaus-Erweiterung Position bezogen hat, habe das KKH auch wegen des ungelösten Verkehrsproblems abgelehnt, sagte Puchta.

 

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