Stadt verspricht gegen Fehlverhalten vorzugehen

Erfolg für Bürgerinitiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt

Überlingen (wak) In Überlingen geht der Zoff ums Halten und Parken auf Gehwegen und Radstreifen weiter. Michaela Hauke, die Leiterin der Abteilung Öffentliche Ordnung bei der Stadt Überlingen, hat sich mittlerweile per Mail beim Überlinger Anwalt Hermann Josef Faupel und der Initiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt für das Fotomaterial und weitere Informationen bedankt, mit deren Hilfe die Stadt Verkehrsverstöße auch ahnden möchte. Faupel und seine Mitstreiter hatten vor allem fotografiert wie Autofahrer in der Aufkircherstraße rücksichtslos eine abmarkierte Radspur und einen Gehweg zuparkten. Die eingereichten Anzeigen würden von der Bußgeldstelle weiter bearbeitet.

Geschäfte  sollen Kunden auf Parkplätze hinweisen

Im Dorf soll sich offenbar einiges ändern. Der Gemeindevollzugsdienst werde nun häufiger und resktiktiver gegen das Fehlverhalten von Autofahrern vorgehen.  Mit Gewerbetreibenden in der Aufkricherstraße, deren Kunden falsch parken, wolle die Stadt das Gespräch suchen, schreibt Hauke. Die Geschäfte sollen – so will es die Stadt –  ihre Kunden auf Parkmöglichkeiten und, wenn sie direkt vor der Ladentüre parken, auf Fehlverhalten hinweisen, so die Abteilungsleiterin Öffentliche Ordnung. Hart trifft das Durchgreifen auch die Müllwerker. Mit der Müllentsorgungsfirma sei vereinbart worden, dass die Müllautos nicht mehr in der Aufkircherstraße halten dürfen, um Vesper zu holen. Umsatz fördernd dürfte das Durchgreifen der Stadt in der Aufkircherstraße nicht sein. Die Selbsthilfe der Bürger, die zu einigen Konflikten führte,  könnte das Einschreiten von Ordnungsamtsmitarbeitern möglicherweise aber überflüssig machen.

8 Kommentare to “Stadt verspricht gegen Fehlverhalten vorzugehen”

  1. St. Pauli
    4. August 2010 at 09:52 #

    Mir fehlen die Worte.
    Ich biete der Initiative für die Zahnstrasse eine Spende von € 50,- für die Beschaffung von Grablichtern an. 2 Fahrräder, ein altes Sofa und Blumentöpfe lege ich noch obendrauf.
    Dann machen wir in der Zahnstrasse eine nicht angemeldete Demonstration mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen. Sollte sich jemand darüber aufregen, drohen wir ihm mit Anzeigen. Weiterhin zeigen wir jeden an, der wegen der zu geringen Strassenbreite teilweise über den Gehweg fährt.
    Zusätzlich stellen wir je eine Mahnwache vor die Rechtsanwaltskanzlei, die Apotheke und den Immobilienmakler und versuchen ihr Geschäfte zu stören.
    Ich wette, dass innerhalb weniger Minuten die Polizei auf der Matte steht und die Demonstration und die Mahnwachen verbietet. Selbstverständlich müssen auch die Grablichter, das Sofa, die Blumentöpfe und die Fahrräder sofort verschwinden.
    Da es sich, wie in der Aufkircher Strasse, nicht um eine Spontandemonstration handelt wird auch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zu guterletzt werden wir wohl lange auf den Dank der Stadt für die zahlreichen Anzeigen warten.
    In Überlingen werden eben manche Bürger anders behandelt als andere. Vetterleswirtschaft nennt man das wohl hier. Ich nenne es einen Skandal. Pfui Teufel!

  2. sparring
    4. August 2010 at 11:40 #

    Die Vorgehensweise erinnert an vergangene Volksdemokratien.
    Bis vor 20 Jahren war das „freie Observieren“ dort noch an
    der Tagesordnung.
    Auch die ständige sogenannte Bild-und Filmdokumentation in
    der Aufkircher-und Franziskaner Straße (und die Eingriffe in den Verkehr unter Umgehung des Rechtsweges) gehören in diese Kategorie. Wenn das so weiter geht, werden von den selbst-ernannten „Volkssheriffs“ sicher bald auch diejenigen Bürger vor ihrer Haustür bespitzelt, die ihnen mißbeliebig sind bzw.
    die verdächtig erscheinen.

    Schlecht, wenn eine Stadt ihre Hoheitsrechte auf Stümper und
    Agressoren überträgt. Wo bleibt da die Rechtssicherheit ?

    — sparring —

  3. stephan
    4. August 2010 at 15:11 #

    “Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.” Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  4. Carlos1
    4. August 2010 at 22:20 #

    Recht so, wie die Stadt vorgehen will – Verkehrverstösse gehören geahndet. Wo kämen wir hin, wenn auf die Egal-Fraktion gehört würde, die sich nicht an öffentliche Regeln halten. Ich halte auch nicht in Ihrem Vorgarten, wenn ich im Nachbarladen was einkaufen will. Lieber Pauli und Sparring, ich würde Sie auch anzeigen, wenn Sie grob gegen die Verkehsregen verstossen. Weiter so Frau Hauke und Hr. Faupel.

    —Carlos1—

  5. Carlos1
    4. August 2010 at 22:30 #

    Hallo stephan, Ihren Kommentar habe ich in diesem Forum schon mehrfach gelesen – wie wäre es mal mit einem anderen Aphorismus?

  6. sparring
    5. August 2010 at 13:26 #

    Lieber Carlos1, es geht hier leider um mehr als „nur“ um ein
    paar Falschparker. Die Dorf-/Innenstadtinitiative will insge-
    samt der Nachbarschaft ihre Verkehrsspielregeln aufdrücken.
    So bereits geschehen im Dorf 2008/09, ohne die geringste Rück-sichtnahme auf angrenzende Wohngebiete.
    Das festgeschriebene Hauptziel der „connection“ ist „Sperrung der gesamten Altstadt in den Grenzen von 1630“. Von da an wäre das Leben für diejenigen 90% Bürger, die um das „Biotop“ herum wohnen und nicht nur flanieren, äußerst unerfreulich.

    Deshalb — auch mal über den Tellerrand hinausschauen. Manche Wölfe tragen einen Schafspelz !

    — sparring —

  7. Naja
    5. August 2010 at 13:56 #

    Es scheint: Die einen kochen ihr eigenes (geheimes) Süppchen; die anderen spucken ach so gern hinein. Am Ende mag es niemand auslöffeln. Geht los und sucht nach einem guten Rezept. Es lohnt sich, denn allzuviele Köche verderben hier einfach den Brei.

  8. Carlos1
    5. August 2010 at 22:23 #

    Hallo sparring, ich höre St. Pauli und einige andere hier wettern gegen eine Aktion, die deutlich macht, dass heute, und jeden Tag, Leute den Verkehr behindern, um keinen Schritt zu weit zu gehen. Ich gehe auch (bisher und weiterhin) gerne in die besagte Bäckerei und parke auf dem Parkplatz ein paar Schritte hinter dem Tor – dieser Weg ist mir nicht zu weit!
    Es gibt hier offensichtlich einige, die sich wünschen, weiterhin auf dem Fahrradweg zu parken und es nicht mögen, dass dieses Fehlverhalten öffentlich thematisiert wird. Das sind die, die vermutlich auch gerne auf Behindertenparkplätzen parken. Also, es geht in diesem Beitrag nur um das Thema „Stadt verspricht gegen Fehlverhalten vorzugehen“. Und ich sage: gut so. Auch St. Pauli kann für ein paar leckere Brötchen ein paar Schritte zu Fuß gehen.
    Über eine gute Lösung für die Zukunft von Überlingen entscheidet die Stadt – und bis dahin kann jeder seine Meinung sagen. Und wenn er meint, mit dem Finger auf andere zeigen zu müssen, sollte er sich überlegen, dass er gleichzeitig auch mit 3 Fingern auf sich selbst zeigt. Darum bevorzuge ich Kommentare, die der Sache dienen und nicht denunzieren. Wo sind wir, wenn wir cholerisch auf ein paar Grablichter reagieren, die die Augen öffnen für ein paar Rowdies und die sich um die Sicherheit unserer Kinder, die auf Fahrrädern gefahrlos in die Stadt fahren wollen, einen Teufel scheren und nur eine Gelegenheit nutzen mit Dreck zu schmeißen.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.