Stadt will Bürger für Veranstaltungshaus für Konstanz gewinnen

Konstanz. Wenn der Konstanzer Gemeinderat einverstanden ist, beginnt die Stadt Konstanz damit, ein Konzept für ein „Veranstaltungshaus für Konstanz“ zu entwickeln. „Veranstaltungshaus für Konstanz“ ist zunächst der Arbeitstitel für ein Projekt. Nachdem die letzten beiden Anläufe gescheitert sind, will die Stadt bei einem neuen Versuch die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an beteiligen. Das steht so auch in einer Sitzungsvorlage für die Gemeinderatssitzung am 31. Januar.

Stadt Konstanz fragte ihre Bürger

Die Stadt ist sich sicher, im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu handeln. Bei einer Umfrage des Hauptamtes zur „Nutzung kultureller Einrichtungen und zur Lebenszufriedenheit bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Konstanz“ hatte die Stadt nach dem negativen Bürgerentscheid 2010 die Konstanzer gefragt, welche Konsequenzen die Stadt Konstanz aus dem ablehnenden Ergebnis des Bürgerentscheides ziehen sollte.

Nach Bürgerentscheid zurück auf null

Bei dem Bürgerentscheid hatten die Konstanzer ein Konzert- und Kongresshaus auf dem Gelände Klein Venedig mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Bürgerentscheid war damals auch eine schmerzliche Niederlage für den damaligen grünen Oberbürgermeister Horst Frank. Doch das Nein der Konstanzer war mutmaßlich nicht endgültig.

Mehrheit für Neustart an anderem Standort

Die Stadt fasst das Ergebnis der Umfrage zur „Nutzung kultureller Einrichtungen und zur Lebenszufriedenheit bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Konstanz“ so zusammen: 71 Prozent der repräsentativ Befragten dafür, dass sofort oder später mit der weiteren Planung eines „Konzert- und Kongresshauses“ an einem anderen Standort begonnen werden sollte. „Keine weiteren Planungen“ wollten 19 Prozent der Befragten, „weiß nicht oder keine Gedanken gemacht“ gaben 10 Prozent der Befragten an.

Nicht gegen die Bürger

Aus Sicht der Verwaltung sei es nun an der Zeit, auch im Hinblick auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Konstanz, das Projekt neu zu diskutieren, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat. Unter dem Arbeitstitel „Veranstaltungshaus für Konstanz“ sollten nun die ersten Überlegungen, wie es heißt, „koordiniert erfolgen“. Für die Verwaltung stehe an erster Stelle der Bürgerwille und die Finanzierbarkeit.

Formen der Bürgerbeteiligung

Zunächst dürfte es darum gehen, der Verwaltung den Arbeitsauftrag zu geben, einen Zeitplan und ein Konzept zu entwickeln, wie die Stadt die Bürgerinnen und Bürger beim Projekt von Beginn einbeziehen kann. Mögliche Beteiligungsmöglichkeiten wären laut Stadtverwaltung Meinungsumfragen, Bürgeranhörungen, Workshop sowie Informations- und Diskussionsforen oder auch Online-Verfahren. Offenbar könnte sich die Stadt vorstellen, die Uni Konstanz, wenn es um Meinungsbilder geht, mit einzubeziehen.

Freie Wähler für ergebnisoffene Debatte

Christoph Bauer, Vorsitzender Freien Wähler Konstanz, unterstützt das Vorgehen der Stadt. In einer Mitteilung schreibt Bauer: „Unabhängig von politischen Standpunkten, ideologischen Barrieren und Enttäuschungen aus der Vergangenheit, sollte eine neue ergebnisoffene Analyse zu den Bedürfnissen und Möglichkeiten eines Veranstaltungshauses stattfinden.“ Standort, Raumprogramm, mögliche Nutzer und Finanzierbarkeit müssten einer neuen seriösen und unabhängigen Prüfung unterzogen werden.

Neuer mutiger Politikstil

Christoph Bauer, der für die Freien Wähler auch an einer ersten von Theaterintendant Christoph Nix initiierten Debatte in der Konstanzer Spiegelhalle teilgenommen hatte, erklärte: „Die politisch Verantwortlichen können durch aktives, transparentes und verantwortungsvolles Handeln, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.“ Der richtige Umgang mit diesem Thema werde Beispiel für einen neuen mutigen Politikstil werden. Bauer weiter: „Ablehnung, aber auch überzogene oder falsche Versprechungen sind schlechte Voraussetzungen für Stadtentwicklung und Innovation.“ Die Freien Wähler Konstanz seien der Überzeugung, dass die Stadt ein multifunktionales Veranstaltungshaus für ihre Bürger und für die kulturellen Institutionen dieser Stadt benötige.

Foto: Peter Schottmüller www.rangiroabluesky.com

Ein Kommentar to “Stadt will Bürger für Veranstaltungshaus für Konstanz gewinnen”

  1. Naturwissenschaftler
    25. Januar 2013 at 20:24 #

    Ich würde gerne mal wissen, was das Gegenteil einer „ergebnisoffenen Analyse“ ist. Eine Analyse, bei der das Ergebnis vorher schon festgelegt wurde?

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