Stadtrat Jürgen Ruff (SPD) will Tempo 30 statt Fahrradweg

Juergen_RuffKonstanz. Der SPD-Stadtrat Jürgen Ruff hat einen pragmatischen Vorschlag gemacht, der Konstanzer Fahrradfahrer sowie den ADFC begeistern dürfte. Er will Fahrradfahrer lieber im Verkehr mit schwimmen lassen. Der Kommunalpolitiker und Alltagsradler plädiert für Tempo 30 in der Petershauser- und der Jahnstraße. Die Fahrradwege seien für die vielen Radler längst zu schmal.

Tempo-30-Zone kann Radfahren nutzen

Über die Petershausener und die Jahnstraße führe eine der wichtigsten Achsen des Fahrradverkehrs, die die Fahrradbrücke mit der Universität verbindet, so Jürgen Ruff. „Schon lange ist es für die große Zahl an Radlern zu eng“, erklärte der Rat in einer Mail. „Wenn sich die Schranken öffnen, gehören chaotische Szenen am Bahnübergang zur Tagesordnung.“ Wie lässt sich diese Verkehrssituation verbessern, fragte sich der Stadtrat.

OB zum  Handeln aufgefordert

 

SPD-Stadtrat Jürgen Ruff hatte auch gleich selbst eine Antwort auf die Frage. Er wandte sich mit einer pragmatischen Idee an den Oberbürgermeister. Sein Vorschlag: Würden beide Straßen zur Tempo-30-Zone erklärt, könnten die Radler die Fahrbahn benutzen und würden nicht auf den teilweise zu schmalen Weg verwiesen.

Straßen nicht zwingend Teil des Vorrangnetzes

„Seit Monaten ist die Durchfahrt wegen der Kanalbauarbeiten gesperrt,“ erläutert Ruff seinen Vorstoß. In dieser Zeit sei deutlich geworden, dass die Petershausener Straße nicht zwingend zum sogenannten Vorrangstraßennetz gezählt werden müsse. Damit entfalle der entscheidende rechtliche Grund, um eine Tempo-30-Zone auszuschließen. Autofahrer hätten durch seinen Vorschlag keine Änderung zu befürchten. Aufgrund der Ampeln und des häufig geschlossenen Bahnübergangs könne sowieso niemand schneller als 30 km/h fahren.

SPD stellte Antrag

Für die SPD-Fraktion hat Ruff beim Oberbürgermeister einen Antrag eingereicht und verlangt, die Verwaltung möge eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung in die Wege leiten. Da die Arbeiten am Kanal noch länger andauern, habe man jetzt ausreichend Gelegenheit, den Vorschlag zu prüfen und den Ausbau der Straße entsprechend zu planen.

2 Kommentare to “Stadtrat Jürgen Ruff (SPD) will Tempo 30 statt Fahrradweg”

  1. Detlev Küntzel
    9. Juli 2013 at 16:57 #

    Wen wundert es, dass es in Konstanz soviele Fahrradfahrer(innen) gibt?

    Im Uniwald waren vor wenigen Wochen ca. 30 Kinder-Mountainbikes neben St.Katharinen nebeneinander aufgestellt zu bestaunen; die Kinderlaute waren im benachbarten Waldpark der Mainau zwischen den Bäumen zu hören.

    Eine andere Altersgruppe dürfte vom Besuch des Kardiologen beeindruckt sein: viel Technik zum Radeln und lauter ältere Damen und Herren, die sehr schlank und vor allem extrem sportlich fit und deutlich jünger wirken. Wenn das nicht motivierend wirkt.

    Mit dem Mountainbike hat man keinerlei Probleme mit Pflasterungen jeglicher Art, sondern fährt schlimmstensfals langsamer und hebt etwas sein Hinterteil; Autofahrer fahren nur langsamer. Allerdings bevorzugt man üblicherweise Wald- und Wiesenwege mit Anstiegen als Kreislauf-Training.
    Diese Bikes sind zwar teurer, haben aber deutlich bessere Bremsen, sind leichter, aber doch wesentlich stabiler. Die breiten Räder haben viele Vorteile z.B. Griffigkeit, rutschfest usw. und meisten auch Wege mit neuem feinen Splitt und andere Hindernisse. Allerdings fährt man dadurch auf Asphalt automatisch deutlich langsamer: aber das ist auch nicht das Ziel dieser Räder und kann als Vorteil angesehen werden.
    Es soll Fahrer geben, die waghalsige Artistik in extremer Natur vorführen: Bilder davon lassen auf eine spätere olympische Sportart schliessen.

  2. Fafnir
    9. Juli 2013 at 18:16 #

    Ich dachte, die wollen jetzt nach Jahrzehnten der Wurschtelei endlich einmal ein Verkehrskonzept erstellen. So hieß es doch noch kürzlich. Stattdessen kommt einer mit einem halbgaren Vorschlag daher und will irgendwo mit wildem Aktionismus herumwurschteln. Kennt der eigentlich nicht das städtebauliche Standortgutachten aus dem Jahr 2006, für das der Gemeinderat mal viel Geld ausgegeben hat, in dem klipp und klar die Achse Jahnstraße – Petershauser Straße als Straße von „örtlicher Bedeutung“ ausgewiesen ist? Und dort will man jetzt ernsthaft einen künstlichen Flaschenhals schaffen? Nur weil ein paar Fahrradfahrer sich beim Öffnen der Schranken nicht gesittet benehmen können? Oder weil dort gerade eine Baustelle ist? Ich frage mich wirklich, warum sich Fachleute für solche Untersuchungen Mühe geben, wenn dann selbsternannte „Experten“ mit irgendwelchen Lachnummern daherkommen.

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