Stadtwerke Konstanz in Sachen Wind, Wasser und Sonne unterwegs

Wirtschaftskrise kein Thema – Anteile an Wasserkraftwerken und Windpark erworben

Konstanz (sig) Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Konstanz GmbH hat 2009 die Wirtschaftskrise links liegen lassen und ihren Umsatz um fünf Prozent auf 150 Millionen Euro gesteigert. Die Geschäftsführer Konrad Frommer und Kuno Werner zeigten sich darüber gestern „sehr zufrieden“.

Zwölf Millionen Euro für Konstanz

Zufrieden über die erfolgreichen Geschäfte ihrer Tochter ist auch die Stadt Konstanz, denn in die Kasse der Mutter schwappen dadurch 12 Millionen Euro. Die Wertschöpfung in der Region wird mit rund 49 Millionen Euro beziffert.

Sensationell hoher Kostendeckungsgrad beim ÖPNV

Allein die Stadtwerke Konstanz GmbH konnte ihren Umsatz gegenüber 2008 um sechs Millionen Euro auf rund 134 Millionen steigern. Während der Absatz im Strombereich um knapp 1,4 Prozent gesunken ist, konnte die Gasabnahme um 5,5 von Hundert deutlich gesteigert werden. Beim Busbetrieb und den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) erhöhten sich die Passagierzahlen leicht. 30 neue Busse, ein massives Marketing und das Bewerben von Studenten und Philharmonie-Besuchern hat zu einem Kostendeckungsgrad von 75 Prozent! beigetragen.

Stromkunden immer wechselbereiter

Der Jahresüberschuss liegt bei 3,56 Millionen Euro (vor Ertragssteuern) und ist um 3,52 Millionen höher als im Vorjahr. Konrad Frommersieht große Herausforderungen im weiterhin sinkenden Energiebedarf in Deutschland, einer deutlich erhöhten Wechselbereitschaft der Stromkunden und stark schwankenden Energiepreisen. Kritik übte Kuno Werner wegen der gekippten Förderprogramme an der Politik. „Die Unternehmen müssen sich auf Programme verlassen können“, mahnte er.

Ansehnliche Investitionen in Fähre und Busse

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke knapp 15 Millionen Euro investiert und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor. Sechs Millionen davon wurden für die Fähre „Lodi“ benötigt. Der Omnibusbetrieb investierte insgesamt 2,9 Millionen Euro in die Erneuerung der Busflotte. 2,3 Millionen setzten die Stadtwerke im Versorgungsbereich für die laufende Erweiterung und Erneuerung der Leitungs- und Rohrnetze ein. Weil die Zählweise geändert wurde, ist 2009 beim Fährbetrieb kein Vergleich mit den Vorjahresfrequenzen möglich. Frommer sprach allerdings von einer erneuten Verbesserung dessen wirtschaftlicher Situation.

Stadtwerke setzen auf Wind

Die Stadtwerke GmbH beteiligt sich an einem Windpark und an einem Wasserkraftwerk. Damit baut der Energieversorger seinen Anteil an der Stromeigenerzeugung weiter aus. Ab 2011 wollen die Stadtwerke Konstanz rund fünf Prozent des Strombedarfs in Wind- und Wasserkraftwerken selbst erzeugen. Weitere zwei Prozent werden bereits in eigenen regionalen Energieanlagen wie Photovoltaikanlagen gewonnen und ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Das Unternehmen erwirbt rund ein Megawatt (MW) am Offshore-Windpark „BARD 1“ in der Nordsee. Das Projekt der SüdWestStrom Windpark GmbH & Co KG und der Bard Group liegt etwa 90 Kilometer nördlich der Insel Borkum. Ein weiteres Megawatt erhalten die Stadtwerke durch die Beteiligung an den Innkraftwerken in Bayern (als einziges nichtbayrisches Unternehmen). Dort werden in 13 Wasserkraftwerken insgesamt rund 1 850 GW/h Strom pro Jahr erzeugt. Ein Megawatt entspricht einer Leistung von 5,9 GW7h Strom pro Jahr. Damit können etwa 1700 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgt werden. Die Investitionen für Wasser- und Windkraft belaufen sich auf insgesamt rund 6,1 Millionen Euro.

Solarstrom made in Konstanz

Stark ausgebaut haben die Stadtwerke Konstanz in diesem jahr ihre Eigenproduktion an Solarstrom. Insgesamt produziert man jetzt etwa 530 000 Kilowattstunden Solarstrom im Jahr und kann dait etwa 132 Haushalte versorgen. Dadurch werden 290 Tonnen CO2 eingespart. Der ausbau der Stromeigenerzeugung im regenerativen Energiebereich ist auch das Ziel der Stadt konstanz, sagte Werner.

Neun Prozent plus bei BSB

„Mehr als zufrieden“ sind die Stadtwerke mit ihrer Tochter Bodensee-Schiffsbetriebe, deren Umsatz um neun Prozent wuchs. Die Fahrgastzahlen waren fast identisch mit 2008. Das laufende Jahr ist „noch nicht so doll“. Die Schiffsbetriebe wollen mehr mit der Bahn kooperieren und ein gemeinsames Werftenkonzept am Bodensee entwickeln, und zwar gemeinsam, mit den partnern in Vorarlberg und der Schweiz.

Foto: sig/Die Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz GmbH, Kuno Werner (links) und Konrad Frommer, haben gut lachen. Ihr Jahresergebnis 2009 ist äußerst positiv. Die Wirtschaftskrise hat ihre Bilanz nicht beeinträchtigt.

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