Stände auf Konstanzer Wochenmarkt waren zu eng gestellt

Stadtsprecher sieht nach Abbruch des Marktes Fehler bei den Marktbeschickern

Konstanz (wak) So sah der Konstanzer Münsterplatz am Freitagnachmittag wieder aus. Die Stadt sieht die Händler als die eigentlichen Verursacher des Gedränges auf dem Wochenmarkt. Die Marktbeschicker hätten ihre Stände nicht nur in der Wessenbergstraße und am Münster aufbauen dürfen, sondern den Mark auf den Pfalzgarten ausdehnen müssen. Das sagte der städtische Pressesprecher Walter Rügert.

Für Kinderwägen kein Durchkommen mehr

Am Vormittag herrschte tatsächlich Chaos zwischen den Ständen. Die Wessenbergstraße glich einem verstopften Flaschenhals. Rettungswege waren nicht freigehalten. Für Fahrradfahrer, die ihr Rad durch den Markt schieben wollten, für Kinderwägen und Ältere mit Gehwägen gab es in der Masse, die sich vor den Verkaufsständen drängte,  fast kein Durchkommen mehr. Während das Mitbringen von Rädern auf den Markt auf dem Stephansplatz verboten ist, wurden viele Fahrradfahrer, die über die alte Rheinbrücke, aus dem Paradies über die Katzgasse oder über die Gerichtsgasse in die Stadt kamen vom Wochenmark vorm Münster regelrecht überrascht.

Stadtsprecher: Gefährliche Situation

Walter Rügert bestätigte, dass Anwohner die Feuerwehr verständigt hatten. Abgebrochen worden sei der Markt, weil es zu voll war. „Es gab eine Situation, die gefährlich war“, sagte der städtische Pressesprecher. Das Bürgeramt habe reagiert und aus Sicherheitsgründen  den Abbruch des Marktes angeordnet. Das passierte gegen 11 Uhr. Normalerweise dauert der Wochenmarkt bis 13 Uhr. Bei früheren Verlegungen des Wochenmarkts zum Münster hin, habe es keine so großen Probleme gegeben, weil der Pfalzgarten mit genutzt worden sei. „So eine Situation hatten wir noch nie“, so der Sprecher der Stadt. Offen ließ Rügert, ob beim Aufbau des Marktes auch Mitarbeiter der Stadt vor Ort waren. Nicht zu klären war am Freitag, wer den Beschickern ihre Standplätze zuteilte und wer die Händler darüber informierte, wo sie aufbauen sollten.

Foto: wak/Der Platz vor dem Münster am Freitagnachmittag.

Ein Kommentar to “Stände auf Konstanzer Wochenmarkt waren zu eng gestellt”

  1. Fenedig
    31. Juli 2010 at 10:25 #

    In wesentlich abgeschwächter Form gegenüber Duisburg ist auch in Konstanz festzustellen, dass sich die Annahme eines reibungsvollen Verlaufs einer Veranstaltung – hier des Münstermarktes – auf eine Organisation stützte, die ihre Schwächen haben musste, wie im Nachhinein erkennbar ist: Wenn schon die engen Verhältnisse im Altstadtbereich bekannt gewesen sind, so hätte es wohl der „ordnenden Hand“ des Ordnungsamtes bedurft, die exakte Lage der Stände unmittelbar vor Ort, also das berühmte 1:1, zu definieren, zumal die Ferienzeit einen Überhang an Besuchern erwarten liess und z.B. „Fahrrad“ sowieso ein ungelöstes Dauerproblem in der Innenstadt bedeutet. So ist dann ein „ordnungsgemässer Abbruch“ des Marktes letztlich die richtige Entscheidung gewesen. Wenn aber am Münsterplatz (wichtiges Bindeglied zur Niederburg!) auf Dauer grundsätzlich kein ordentliches Markttreiben denkbar sein sollte – etwas spezialisiert vielleicht, wäre das ein Verzicht auf eine charmante urbane Gestaltungsmöglichkeit, wie es sich gerade bei Münsterplätzen anbietet. Sinnvolle Beispiele gibt es genug.

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