Statt Ultraleichtflugzeugen könnten Hightechunternehmen in Konstanz landen

Verwaltung prüft Innovations- und Technologiepark auf dem Areal „Landeplatz Konstanz“ – Wieder kein langfristiger Vertrag

Konstanz. Die Zukunft des Verkehrslandeplatzes in Konstanz ist ungewisser als es sich Flugbegeisterte und auf dem Konstanzer Flugplatz ansässige Unternehmen erhofft hätten. Obwohl sich der Aufsichtsrat des Flugplatzes, in dem Konstanzer Stadträte das Sagen haben, wünscht, dass der Landesplatz eine Zukunft hat, prüft die Stadt eine Alternative. Sie denkt über die Errichtung eines Innovations- und Technologieparks auf dem Areal nach.

CDU bei Flugplatz gespalten

Dass es kein klares Ja zum Verkehrslandeplatz gibt, hat damit zu tun, dass die CDU gespalten ist. Fraktionsvorsitzender Alexander Fecker möchte die Rasenpiste am liebsten in eine Gewerbefläche umwandeln. Daraus macht er auch gar keinen Hehl. Sein Fraktionskollege Andreas Ellegast, der dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Konstanz GmbH angehört, hatte bisher im Aufsichtsrat, der allerdings nur nichtöffentlich tagt, eine andere Meinung vertreten. Tatsache ist nun, dass der HFA, der Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Gemeinderats, in der ersten Aprilwoche einen CDU-Antrag vom 11. Oktober 2010 behandelt, in dem es um die Darstellung der Gewerbeflächensituation und die Ansiedlung von Unternehmen in Konstanz geht. Die Verwaltung schlägt in der Sitzung vor, die Errichtung eines Innovations- und Technologieparks auf dem Areal „Landeplatz Konstanz“ zu prüfen und ein mittelfristiges Ansiedlungskonzept zur Entscheidung vorzulegen.

Keine „echte“ Verlängerung des Pachtvertrages

Entsprechend halbherzig ist denn auch die „Vertragsverlängerung“, die die Stadt dem Verkehrslandeplatz gewähren möchte. Der HFA stimmt – statt über einen langfristigen Vertrag, der für die auf dem Flughafen ansässige Firmen und Vereine Rechtssicherheit mit sich brächte – über einen müden Kompromiss ab. Es soll um eine Verlängerung des noch bis zum 31. Dezember 2012 befristeten Pachtvertrages mit der Flughafen GmbH Konstanz um weitere fünf Jahre gehen. Darüber hinaus soll der GmbH ein einmaliges Optionsrecht für eine Verlängerung um weitere fünf Jahre im Anschluss daran eingeräumt werden. Der Betrieb auf dem öffentlichen Verkehrslandeplatz könnte zwar weiter gehen, Investitionen wären aber eher nicht wahrscheinlich. Denn das derzeit vereinbarte außerordentliche Kündigungsrecht von neun Monaten zum jeweiligen Jahresende soll nur auf zwölf Monate zum jeweiligen Jahresende verlängert werden. Das wäre zu wenig.

Verkehrslandeplatz ohne Perspektive

Seit Jahren dümpelt der Konstanzer Flugplatz, auf dem Maschinen mit bis zu zwölf Personen an Bord starten und landen können, wegen der kurzfristig möglichen Kündigung nur noch vor sich hin. Seit 2004, als ein 15-jähriger Pachtvertrag endete, ist die Situation für ansässige Firmen und Vereine unerträglich. Die unsichere rechtliche Situation ist Ursache dafür, dass in den vergangenen Jahren nicht mehr investiert worden ist. Nicht einmal Sonnenkollektoren auf den Dächern der Hallen würden sich rechnen,wenn es – wie von Verwaltungsseite vorgeschlagen – bei einem außerordentlichen Kündigungsrecht von zwölf Monaten zum jeweiligen Jahresende bleiben sollte.

KONAIR möchte Rechtssicherheit

Rudolf Burgstaller, Geschäftsführer der KONAIR Flugbetriebs-GmbH, hatte See-Online im vergangenen Jahr gesagt, dass die KONAIR ein Konzept habe und größere Investitionen plane. Sollte es einen längerfristigen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von zum Beispiel zehn Jahren geben, wäre der Weg frei. Geplant wäre offenbar der Bau einer neuen Halle. Außerdem möchte das Unternehmen, sollte die Zukunft des Verkehrslandeplatzes gesichert sein, mehrere neue Flugzeuge anschaffen. Positiv ausgewirkt haben sich auch Bauarbeiten an der B 33. Seit der Riedgraben wieder frei ist, ist die ehemals sumpfige Rasenpiste trockener geworden. Der Aufsichtsrat fand die Vorschlägeder KONAIR eigentlich gut.

Foto: wak

 

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