Stoppen Konstanzer Feinstaubwerte Lago Parkhaus-Erweiterung?

Das bessere Verkehrskonzept“ und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) kündigen Widerstand an – Zweifel an Verkehrsprognosen

Konstanz. Die geplanten zusätzlichen 226 Stellplätzen im Lago Parkhaus bleiben ein Aufreger. Erneut hat sich die Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“zu Wort gemeldet und zusammen mit dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS)weiteren Widerstand gegen die Erweiterung des Parkhauses angekündigt. Hohe Feinstaubwerte und angeblich falsche Verkehrsprognosen sollen das Projekt stoppen.

Stuttgarter Fachanwalt engagiert

Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) haben gemeinsam grenzüberschreitend dazu aufgerufen, innerhalb der Frist bis 2.Dezember die Einwände gegen die Erweiterung des Lago-Parkhauses vorzubringen. Ein Stuttgarter Fachanwalt sei mit der juristischen Beratung beauftragt worden.

Angebliche Grenzwertüberschreitungen

„Der Bauherr und die Stadt Konstanz behaupten in ihren umfangreichen Dokumenten auf vielen hundert Seiten, dass die Kapazitäten auf den Zufahrtsstraßen für den Autoverkehr in und aus dem Lago ausreichen und die gesetzlichen Grenzwerte für die Umweltbelastungen eingehalten werden können“, heißt es in einer Mitteilung der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“. Die Aktionsgemeinschaft sei in gemeinsamer grenzüberschreitender Analyse zu dem Ergebnis gekommen, dass die Verkehrs- und Umweltbelastungen die Grenzwerte beiderseits der Landesgrenze überschreiten.

Anwohner sollen Einsprüche leicht gemacht werden

Deshalb sei dem Stuttgarter Fachanwalt Dr. Alexander Kukk in der Stuttgarter Kanzlei Quaas und Partner, das Mandat Einwände vorzubringen. Betroffene könnten ihre Einsprüche formlos mitteilen. Der Anwalt kümmere sich dann um die weiteren Schritte. Die Kosten trage der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Die Anwohner hätten bessere Chancen, das Parkhaus zu verhindern als die Aktionsgemeinschaft, die später noch als Trägerin öffentlicher Belange gehört werde.

Ansprechpartner Günther Schäfer

„Das Verwaltungs-, Bau-, und Umweltrecht ist so komplex, dass für ein erfolgreiches Vorgehen die Beratung durch erfahrene Experten geboten ist“, so Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“, deren Mitglied der VCS ist. „Dieses Wissen soll den klageberechtigten Anwohner durch den beauftragten Fachanwalt zur Verfügung gestellt werden, damit bereits zu Beginn des Verfahrens keine Einwände und Fristen versäumt werden“, heißt es weiter. Auf Schweizer Seite koordiniere der Co-Präsident des VCS Wolfgang Schreier (Tel: +41 71 688 2837) die Einsprachen der Anwohner, auf deutscher Seite könnten sich betroffene Anwohner (Mieter und Wohnungseigentümer) bei Dr. Günther Schäfer (+49 7531 25558) melden.

Zweifel an Gutachten

Die Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ stellt Gutachten in Frage. Es sei unrichtig, dass der Feinstaubgrenzwert in Konstanz nur an 15 Tagen überschritten werde. In diesem Jahr habe es schon 17 Tage mit erhöhten Feinstaubwerten gegeben. Weiter zweifelt die Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ an Verkehrsprognosen. Die Zeit, in der sich das Parkhaus entleere, sei nicht berücksichtigt worden, obwohl die Belastung in der Ausfahrtzeit höher sei als in der Zeit, in der sich das Parkhaus fülle.

Fotos: wak

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.